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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 10. September 2012

Bericht zeigt große Bandbreite bei Studienkosten und Studienförderung

In Europa entstehen den Studierenden durch ihr Studium sehr unterschiedliche Kosten. Dies geht aus einem neuen Bericht hervor, den die Europäische Kommission heute veröffentlicht hat. Am höchsten sind die Studiengebühren in England, wo die Studierenden bis zu 9 000 £ (etwa 11 500 €) pro Studienjahr bezahlen. Neun Länder (Dänemark, Finnland, Griechenland, Malta, Norwegen, Österreich, Vereinigtes Königreich (Schottland), Schweden und Zypern) erheben größtenteils keine Studiengebühren. Am großzügigsten ist die Regelung wohl in den nordischen Ländern, allerdings haben nach Dänemark jüngst auch Finnland und Schweden Gebühren für ausländische Studierende eingeführt. Studierende aus dem außereuropäischen Ausland zahlen mittlerweile in allen Ländern außer Island und Norwegen Gebühren.

Viele der Länder, die keine Gebühren erheben, wie Österreich, Vereinigtes Königreich (Schottland) und die nordischen Länder, bieten auch eine umfangreiche Studienförderung, beispielsweise in Form von Unterhaltszuschüssen und -darlehen (siehe Die wichtigsten Aussagen). Diese Informationen zu Studiengebühren und Studienförderung sind jetzt online verfügbar und können von Studierenden genutzt werden, um die Kosten eines Studiums in verschiedenen europäischen Ländern zu vergleichen.

„Dass es jetzt leichter ist für Studierende, die Kosten eines Studiums in verschiedenen Ländern zu vergleichen, wird hoffentlich die Mobilität der Studierenden erhöhen und es ihnen ermöglichen, den Studiengang zu wählen, der für sie am besten geeignet ist,“ sagte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend. „Dieser wichtige Bericht kommt zur rechten Zeit: Er erinnert uns daran, dass eine moderne allgemeine und berufliche Bildung die Grundlage für langfristigen Wohlstand in Europa und der Schlüssel zur Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme ist.“

Der Bericht weist auch auf große Unterschiede bei der Studienförderung hin: In Deutschland, in den nordischen Ländern und im Vereinigten Königreich werden Studierende großzügig gefördert, während sie in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, in der Tschechischen Republik und in Ungarn nur geringe finanzielle Unterstützung erhalten. Auch bei der Förderberechtigung gibt es erhebliche Unterschiede: Zuschüsse können rein bedarfsorientiert vergeben werden oder generell für alle zur Verfügung stehen. In rund der Hälfte der Länder sind Familienbeihilfen und Steuervergünstigungen für die Eltern von Studentinnen und Studenten ein wichtiger Teil des Gesamtförderpakets.

Die wichtigsten Aussagen

GEBÜHREN

Höchste Gebühren

Die höchsten Gebühren werden im Vereinigten Königreich (England, Wales und Nordirland) erhoben. Bis 2012 lagen sie für Bachelor-Studiengänge bei jährlich 3 375 £. Ab September 2012 gelten in England neue Grundgebühren von 6 000 £ und Höchstgebühren von 9 000 £. Studierende in England erhalten ein Darlehen, mit dem sie die Gebühren zahlen können und das sie erst dann zurückzahlen müssen, wenn sie eine relativ gut bezahlte Stelle gefunden haben. In Wales hingegen übernimmt die walisische Regierung die zusätzlichen Kosten von Studiengebühren für Studierende, die ihren Wohnsitz in Wales haben, auch wenn sie außerhalb von Wales studieren. In Nordirland steigen die Studiengebühren 2012/13 rein inflationsbedingt auf 3 465 £.

Keine Gebühren

Andererseits gibt es 9 Länder, in denen Studierende (mit Ausnahme der ausländischen Studierenden aus Nicht-EU/EWR-Ländern) keine Studiengebühren zahlen müssen. Dies sind Dänemark (wo allerdings Gebühren für Teilzeitstudierende anfallen), Finnland, Griechenland und Malta (Bachelorebene), Norwegen, Österreich, Vereinigtes Königreich (Schottland) (Bachelorebene), Schweden und Zypern (Bachelorebene).

In Deutschland erheben zwei Länder (Bayern und Niedersachsen) Studiengebühren für das neue Studienjahr 2012/2013, die anderen 14 nicht.

Anteil der Gebührenzahler

Der Anteil der Studierenden, die Studiengebühren zahlen, ist von Land zu Land recht unterschiedlich. In einigen Ländern zahlen alle Studentinnen und Studenten Gebühren: in Belgien (flämische Gemeinschaft), Bulgarien, England, Island, Liechtenstein, in den Niederlanden, in Polen, Portugal, in der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Türkei. In sieben Ländern (französische Gemeinschaft in Belgien, Estland, Frankreich, Italien, Lettland, Rumänien, Ungarn) zahlen die meisten Studiengebühren. In vier Ländern (Deutschland, Kroatien, Litauen, Slowenien) zahlt nur eine kleine Gruppe Studiengebühren, und schließlich gibt es noch die neun obengenannten Länder, in denen die Studierenden nur in den genannten Ausnahmefällen zahlen müssen.

Gebühren für ausländische Studierende

Studierende aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten zahlen in der Regel höhere Gebühren. Diese werden generell von den Hochschulen selbst festgelegt, aber in einigen Ländern (Belgien, Bulgarien, Griechenland, Portugal, Rumänien) wird die Höhe der Gebühren zentral geregelt.

In 6 Ländern (Island, Italien, Liechtenstein, Norwegen, Tschechische Republik und Ungarn) werden Studierende aus Nicht-EU-Ländern bei den Gebühren genauso behandelt wie Studierende von innerhalb der EU.

Gebührenunterschiede zwischen den verschiedenen Studienzyklen

Auf der Masterebene (zweiter Zyklus) liegen die Gebühren oft höher als auf der Bachelorebene (erster Zyklus), und im zweiten Zyklus haben auch mehr Studierende Gebühren zu zahlen. In Griechenland, Malta, im Vereinigten Königreich (Schottland) und in Zypern werden Studiengebühren für den zweiten Zyklus, nicht jedoch für den ersten erhoben; höhere Gebühren auf Masterebene sind üblich in Irland, Frankreich, Lettland, Litauen, Ungarn, Slowenien und im Vereinigten Königreich (England, Wales und Nordirland).

STUDIENFÖRDERUNG

Studienförderung wird in den einzelnen Ländern in unterschiedlicher Form und für unterschiedliche Bedürfnisse gewährt. Die häufigsten Förderungsarten sind Zuschuss und Darlehen, die manchmal kombiniert (Studierende erhalten sowohl Darlehen als auch Zuschüsse) und manchmal einzeln (der/die Studierende erhält entweder ein Darlehen oder einen Zuschuss) zum Einsatz kommen.

Zuschüsse

Alle Länder mit Ausnahme von Island und der Türkei bieten zumindest einigen Studierenden eine Art von Zuschuss. In der Türkei gibt es für einige Studierende Gebührenreduzierungen, aber keine Zuschüsse.

Bei der Förderfähigkeit der Studierenden sieht es in den anderen Ländern recht unterschiedlich aus.

In Dänemark, Zypern und Malta werden Zuschüsse an alle Studierenden gezahlt. In Finnland, in den Niederlanden, in Norwegen, Schweden und im Vereinigten Königreich (England, Wales und Nordirland) erhalten die meisten Studierenden Zuschüsse.

In den meisten Ländern (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Polen, Portugal, Rumänien, Vereinigtes Königreich (Schottland), Slowakei, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn) werden Zuschüsse nur an wenige Studierende gezahlt. Ihr Anteil an den Studierenden insgesamt reicht von 1 % in Griechenland bis zu rund 40 % in Ungarn.

Darlehen

Zwar können Studierende theoretisch in allen Ländern die Möglichkeit haben, Darlehen aufzunehmen, diese gelten aber nur dann als Hauptmerkmal der Studienförderungssysteme, wenn mehr als 5 % aller Studierenden ein solches Darlehen aufnehmen. Dies ist in 16 Ländern der Fall: Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, Slowakei, Finnland, Schweden, Vereinigtes Königreich (alle Teile), Island, Norwegen und Türkei.

Sonstige Förderung: Familienbeihilfen und Steuervergünstigungen für Eltern von Studierenden

In Studienfördersystemen können Studierende entweder als Individuen oder als Mitglied einer Familie, die Unterstützung benötigt, gesehen werden. Besonders in den nordischen Ländern werden Studierende als Individuen gesehen und als solche gefördert. In vielen anderen Ländern kann die Förderung aber von der familiären Gesamtsituation abhängen, und bei einigen Förderungsarten gehen die Leistungen nicht an die Studierenden, sondern an andere Familienmitglieder.

In einer Reihe von Ländern spielen Familienbeihilfen und Steuervergünstigungen in der Studienförderung eine wichtige Rolle: Belgien, Tschechische Republik, Deutschland, Estland (nur Steuervergünstigungen), Griechenland, Frankreich, Irland (nur Steuervergünstigungen), Italien (nur Steuervergünstigungen), Lettland (nur Steuervergünstigungen), Litauen, Malta (nur Steuervergünstigungen), Österreich, Polen, Portugal, Slowenien (nur Steuervergünstigungen), Slowakei und Liechtenstein (nur Steuervergünstigungen).

Hintergrund

Der Bericht wird im Auftrag der Kommission vom Eurydice-Netzwerk erstellt, dem 38 nationale Stellen in den 34 Ländern angehören, die am EU-Programm für lebenslanges Lernen beteiligt sind (EU-Mitgliedstaaten, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Serbien und Türkei). Koordiniert und geleitet werden die Arbeiten von der EU-Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur. Änderungen bei Studiengebühren und –förderung werden ab jetzt jährlich erfasst.

Weitere Informationen

Der vollständige Bericht ist hier abrufbar.

Europäische Kommission: Allgemeine und berufliche Bildung

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 2 295 92 58); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 2 295 96 67)


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