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Krise in Syrien spitzt sich zu: Europäische Kommission stockt Soforthilfe auf

European Commission - IP/12/942   07/09/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 7. September 2012

Krise in Syrien spitzt sich zu: Europäische Kommission stockt Soforthilfe auf

Die Europäische Kommission bereitet die Freigabe von zusätzlichen 50 Mio. EUR an humanitärer Hilfe vor, um die von der Krise betroffenen syrischen Zivilisten zu unterstützen. Damit erreicht der Gesamtbeitrag der Kommission 119 Mio. EUR.

Die Freigabe der Mittel erfolgt, sobald das Europäische Parlament und der Rat den betreffenden Beschluss genehmigt haben.

Dadurch würde die von Kommission und Mitgliedstaaten insgesamt bereitgestellte Hilfe auf 200 Mio. EUR steigen - dies ist rund die Hälfte der internationalen humanitären Hilfe in dieser Krise. Die Europäische Union übernimmt so nach dem Aufruf der Vereinten Nationen zu mehr Unterstützung eine klare Führungsrolle.

Die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Katastrophenschutz und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva, erklärte: „Die humanitäre Lage in Syrien verschlechtert sich fast täglich, nachdem die Feindseligkeiten in einen Bürgerkrieg umgeschlagen sind. Bereits jetzt sind Zehntausende Syrer nach Libanon, Jordanien, Irak und in die Türkei geflohen. Dies erfordert nun massive und wirksame humanitäre Hilfe für diejenigen, die dringend auf medizinische Hilfsgüter und Artikel wie Babynahrung angewiesen sind. Angesichts dieser kritischen Lage stocken wir unsere Unterstützung auf.

Ich möchte die Gelegenheit auch ergreifen, um nochmals an alle Konfliktparteien zu appellieren, das Leben der Zivilisten zu verschonen, die ohne eigenes Verschulden zwischen die Fronten geraten sind“.

Mit dem neuen Beitrag der EU soll Folgendes finanziert werden: die medizinische Versorgung für Verwundete und Notfallpatienten, die medizinische Grundversorgung, Unterkünfte, Nahrungsmittel, die Wasser- und Sanitärversorgung sowie Haushaltsartikel für Binnenvertriebene in Syrien und Flüchtlinge im Ausland. Die Empfänger sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen in Syrien und ein großer Teil der fast 200 000 Syrer sein, die nach Jordanien, Libanon, Irak und in die Türkei geflohen sind. Unterstützung werden auch rund 500 000 palästinensische und 87 000 irakische Flüchtlinge erhalten, die in Syrien leben.

Die Mittel werden über die humanitären Partnerorganisationen der Europäischen Kommission bereitgestellt, darunter die Organisationen der Vereinten Nationen, die Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und Nichtregierungsorganisationen.

Hintergrund

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat den Konflikt in Syrien zum Bürgerkrieg erklärt. Rund 2,5 Millionen Menschen sind von der anhaltenden Gewalt betroffen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es in Syrien 1 200 000 Binnenvertriebe bei täglich steigenden Zahlen. In den Nachbarländern leben inzwischen fast 200 000 registrierte Flüchtlinge. Zudem wächst die Sorge um die 87 000 irakischen und 500 000 palästinensischen Flüchtlinge in Syrien, deren Lage immer prekärer wird.

Die Hilfsorganisationen stoßen beim Zugang zu den Bedürftigen auf erhebliche Schwierigkeiten. Kürzlich wurden hier einige Fortschritte erzielt, da acht internationale NRO die Erlaubnis erhalten haben, in Syrien zu arbeiten. Allerdings sind in den Gebieten, wo die größte Not herrscht, nur das IKRK und der syrisch-arabische Rote Halbmond einsatzfähig.

Die Angriffe auf humanitäre Helfer werden fortgesetzt. Bisher wurden sieben Freiwillige getötet und Krankenwagen sowie VN-Fahrzeuge werden weiter angegriffen.

Der Bedarf an Soforthilfe, vor allem an medizinischer Versorgung, wächst. Die Behandlung und Evakuierung Verwundeter stellt eine Priorität dar. Neben dem Soforthilfebedarf leidet die Zivilbevölkerung unter Engpässen aller Art, einschließlich einer wachsenden Kraftstoffknappheit. Die Vorbereitungen auf den Winter wird allmählich zu einer weiteren Priorität; dasselbe gilt für die Bildung: Da 330 Schulen als Unterkünfte für Binnenvertriebene genutzt werden, müssen rasch Lösungen gefunden werden, damit der Schulbetrieb im Herbst wieder beginnen kann.

Die Kommission steht in täglichem Kontakt zu ihren humanitären Partnern und koordiniert ihre humanitären Maßnahmen mit den EU-Mitgliedstaaten und allen weiteren wichtigen Gebern.

Finanzierung

In der Vergangenheit hat die Europäische Kommission bereits humanitäre Hilfe von 40 Mio. EUR für Syrien und die Nachbarländer sowie weitere 6 Mio. EUR für die irakischen Flüchtlinge in Syrien bereitgestellt. Darüber hinaus wurden für Syrien und syrische Flüchtlinge in Jordanien und Libanon 23 Mio. EUR aus dem Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument (ENPI) gewährt.

Gegenwärtig werden 61 % der humanitären Hilfe der EU in Syrien eingesetzt und der Rest wird zwischen der Türkei, Jordanien und Libanon aufgeteilt.

Die von der Kommission finanzierten Hilfsmaßnahmen wurden bisher von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, dem dänischen Roten Kreuz, dem IKRK, dem VN-Hochkommissariat für Flüchtlinge und dem Welternährungsprogramm durchgeführt. Außerhalb Syriens arbeitet die Kommission auch mit Handicap International (Jordanien und Libanon) sowie mit dem Norwegischen Flüchtlingsrat (Libanon) zusammen.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Factsheet Syrien:

http://ec.europa.eu/echo/files/aid/countries/factsheets/syria_en.pdf

Kontakt:

Irina Novakova (+32 229-57517)

David Sharrock (+32 229-68909)


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