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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Rechte des geistigen Eigentums: Bekanntgabe der Gewinner des Wettbewerbs „Hands off my Design”

Brüssel, 1. Februar 2012 - Marken- und Produktpiraterie werden zu einer immer größeren Bedrohung für die Wirtschaft. Die Zahl der an den EU-Grenzen registrierten Fälle von Waren, die mutmaßlich gegen Rechte des geistigen Eigentums verstoßen, stieg zwischen 2005 und 2010 von 26 704 auf 80 0001. Nach Schätzungen der Kreativwirtschaft ist der europäischen Musik-, Film-, TV- und Softwarewirtschaft durch Piraterie allein im Jahr 2008 ein Schaden von 10 Mrd. EUR entstanden, und es wurden über 185 000 Arbeitsplätze vernichtet. Um das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen, hat die Europäische Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie einen EU-weiten Wettbewerb mit dem Titel „Hands off my Design” veranstaltet. Designstudenten und Designer wurden aufgefordert, Poster und Videos einzureichen, die den Schaden der Marken- und Produktpiraterie für Wirtschaft und Gesellschaft in Europa verdeutlichen.

Die Preisverleihung fand heute im Europäischen Parlament statt.

Kommissar Michel Barnier äußerte sich in seiner Rede wie folgt:

„Dieser Wettbewerb ist ein wichtiger Schritt, um Politiker und Gesellschaft für die komplexe Problematik des Schutzes der Rechte geistigen Eigentums zu sensibilisieren. Ich bin hoch erfreut, dass junge Designer sich mit so viel Begeisterung an diesem Wettbewerb beteiligt haben. Ich werde dieses Jahr eine Reihe wichtiger Vorschläge zum Schutz der Rechte des geistigen Eigentums vorlegen: einige der hier vorgestellten Ideen sind sehr nützliche Beiträge, die wir berücksichtigen werden”.

Der Präsident des EU-Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (OHIM), António Campinos, fügte hinzu:

„Im digitalen Zeitalter müssen wir einen gerechten Weg finden, die Arbeit von Künstlern, Musikern, Autoren und Filmemachern zu bezahlen. Dieser Wettbewerb bringt die persönlichen Sichtweisen von Designern aus allen Teilen Europas zum Ausdruck. Ganz gleich, ob die Botschaften Zustimmung bei jedermann finden oder nicht, ich bin zuversichtlich, dass sie einen wertvollen Beitrag zur Förderung einer konstruktiven Debatte zu dieser Thematik leisten werden – einer Debatte, wie wir sie in der EU brauchen”.

Der EU-weite Wettbewerb „Hands off my Design”, der im Laufe des Jahres 2011 stattgefunden hat, richtete sich sowohl an Studenten des Design-Bereichs bei Tertiärbildungseinrichtungen als auch an etablierte Designer. In beiden Kategorien beleuchteten die Poster- und Video-Beiträge aus ganz Europa die Folgen der Marken- und Produktpiraterie für Wirtschaft und Gesellschaft in Europa. Fast 60 Studenten und professionelle Designer legten ihre Vorschläge einer unabhängigen Jury vor.

Die von der Jury in den beiden Kategorien vergebenen Preise waren mit 8 000 EUR (1. Preis), 2 500 EUR (2. Preis) und 1 500 EUR (3. Preis) dotiert.

Die Preisträger sind:

Kategorie der Designstudenten:

1. Preis: Julien Moreau, ECV Atlantique, Frankreich

2. Preis: Nejc Levstik, Akademie für Theater, Rundfunk, Film und Fernsehen in Slowenien

3. Preis: Lauri Särak, Daniel Levi Viinalass und Elmo Soomets, Tartu Art College, Estland

Kategorie der professionellen Designer:

1. Preis: Gergely Szőnyi und Tamás Helényi, Ungarn

2. Preis: Christoph Brehme, Italien

3. Preis: Dimitris Haidas, Griechenland

Alle Preisträger wurden nach Brüssel eingeladen. Die Preise überreichten Mitglieder des Europäischen Parlaments, die sich bei der Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie engagieren (Edit Herzog, Antonio Masip Hidalgo, Andreas Schwab und Bill Newton Dunn), der für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige Kommissar, Michel Barnier, und der Präsident des OHIM, António Campinos.

Hintergrund

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb wurde von der Europäischen Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie und der Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen der Europäischen Kommission mit Unterstützung des EU-Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (OHIM) durchgeführt. Weiter wurde er von Mitgliedern des Europäischen Parlaments unterstützt. Der Wettbewerb fand darüber hinaus die Zustimmung der Cumulus International Association of Universities and Colleges of Art, Design and Media.

Die Preisträger wurden von einem internationalen Gremium ausgewählt, dem unter anderem unabhängige Vertreter der Designbranche, der Wissenschaft und die Interessenträger der Beobachtungsstelle angehörten.

Nach dem Wettbewerb können die Videos und Poster als Marketinginstrumente in Kampagnen zur Sensibilisierung für die Marken- und Produktpiraterie verwendet werden.

Die Videos sind bei folgender Website abrufbar: www.handsoffmydesign.com

Die Beobachtungsstelle

Die Beobachtungsstelle wurde 2009 von der Kommission als Plattform zur Erleichterung der Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustauschs zwischen öffentlichen und privaten Interessenträgern und für die Sammlung von Daten über Verletzungen der Rechte des geistigen Eigentums in der EU eingerichtet.

Das OHIM mit Sitz in Alicante (Spanien) ist die einzige EU-Agentur, deren Aufgabenbereich sich ausschließlich auf Fragen des geistigen Eigentums konzentriert. Es verwaltet gemeinschaftliche Marken- und Geschmacksmusterrechte, die in der gesamten EU Geltung haben, und arbeitet eng mit den für Rechte des geistigen Eigentums zuständigen nationalen Ämtern bei der Schaffung eines EU-Netzes für Marken- und Geschmacksmuster zusammen. Zu den Aufgaben des OHIM zählen aufgrund einer im April 2011 mit der Kommission geschlossenen Vereinbarung ferner die technische Unterstützung der Beobachtungsstelle und die Zusammenarbeit mit ihr. Diese Regelung gilt bis zur Verabschiedung einer Verordnung über die Verlagerung der Beobachtungsstelle zum OHIM, die auf der Plenartagung des Europäischen Parlaments im Februar vorgesehen ist.

Marken- und Produktpiraterie

Während der letzten zehn Jahre wurde die globale explosionsartige Ausbreitung der Marken- und Produktpiraterie zu einem der schwerwiegendsten Probleme der Weltwirtschaft. Noch vor zwanzig Jahren betrachtete man die Produktpiraterie hauptsächlich als ein Problem von Herstellern teurer Kleidung, Uhren und Handtaschen. Inzwischen haben die Produktfälscher ihre Tätigkeiten jedoch erweitert und fälschen nicht nur Elektrogeräte, Autoteile und Spielzeug, sondern auch Medikamente. Nach den jüngsten Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat der internationale Handel mit nachgeahmten Waren und unerlaubt hergestellten Vervielfältigungen im Jahr 2007 ein Volumen von schätzungsweise 250 Mrd. USD erreicht. 2010 beschlagnahmten die EU-Zollbehörden über 80 000 Sendungen gefälschter und unerlaubt hergestellter Produkte mit einem geschätzten Wert von über 1 Mrd. EUR, also fast doppelt so viele Sendungen wie 2009.

Weitere Informationen:

www.handsoffmydesign.com

http://ec.europa.eu/internal_market/iprenforcement/observatory/index_de.htm

Ansprechpartner:

Chantal Hughes (+32 2 296 44 50)

Carmel Dunne (+32 2 299 88 94)

1 :

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/882&format=HTML&aged=1&language=DE&guiLanguage=en


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