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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 29. August 2012

Fusionskontrolle: Kommission prüft geplante Übernahme von Aer Lingus durch Ryanair

Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung eine eingehende Prüfung (Phase II) der am 24. Juli 2012 bei der Kommission angemeldeten geplanten Übernahme von Aer Lingus durch die Billigfluggesellschaft Ryanair eingeleitet. Beide Beteiligte zählen zu den größten Unternehmen auf dem irischen Markt für Passagierflugverkehr.

Die vorläufige Prüfung der Kommission hat ergeben, dass die geplante Übernahme in Form eines öffentlichen Angebots möglicherweise Anlass zu Wettbewerbsbedenken gibt. Ryanair und Aer Lingus sind die wichtigsten Fluggesellschaften am Flughafen Dublin. Auf vielen europäischen Strecken, vor allem ab Irland, sind die beiden Fluggesellschaften engste Wettbewerber und die Marktzutrittsschranken erscheinen hoch. Viele dieser Strecken werden derzeit nur von den beiden Fluggesellschaften bedient. Die Übernahme könnte daher dazu führen, dass der Wettbewerb auf vielen dieser Strecken faktisch oder potenziell ausgeschaltet wird.

In Anbetracht dieser Bedenken wird die Kommission den geplanten Zusammenschluss nun einer eingehenden Prüfung unterziehen. Derartige Prüfungen werden ergebnisoffen geführt. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen (d. h. bis zum 16. Januar 2013) feststellen, ob der geplante Zusammenschluss den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erheblich beeinträchtigen würde.

Hintergrund

Den ersten Versuch einer Übernahme von Aer Lingus durch Ryanair hat die Kommission in ihrer Entscheidung M.4439 vom 27. Juni 2007 untersagt (Entscheidung und weitere Unterlagen in der Sache siehe

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_4439).

Dieser Beschluss wurde durch das Urteil T-342/07 des Gerichts der Europäischen Union vom 6. Juli 2010 bestätigt.

Der zweite Übernahmeversuch von Aer Lingus durch Ryanair wurde am 8. Januar 2009 bei der Kommission angemeldet und anschließend wieder zurückgezogen.

Gegenüber dem Jahr 2007, als die Kommission ihrer Entscheidung annahm, hat die Anzahl der Strecken, die sowohl von Ryanair als auch von Aer Lingus bedient werden, zugenommen.

Ryanair ist eine Billigfluggesellschaft, die im Punkt-zu-Punkt-Linienflugverkehr hauptsächlich innerhalb Europas tätig ist. Das Unternehmen verfügt über eine Flotte von 294 Flugzeugen und 51 Stützpunkte in ganz Europa. Dublin ist einer der größten Standorte von Ryanair. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis März 2012) beförderte Ryanair rund 75,8 Mio. Passagiere.

Aer Lingus ist eine börsennotierte Fluggesellschaft mit Sitz in Irland, die vor allem im Punkt-zu-Punkt-Linienflugverkehr tätig ist. In der IATA-Sommerflugplanperiode 2012 bedient sie mit 45 Flugzeugen 108 Strecken innerhalb Irlands, in das Vereinigte Königreich, auf das europäische Festland und in die USA. Der Flughafen Dublin ist ihr Hauptstandort. Im Jahr 2011 beförderte Aer Lingus 10,4 Mio. Passagiere.

Ryanair besitzt bereits 29,82 % von Aer Lingus. Diese Minderheitsbeteiligung wird derzeit von der britischen Wettbewerbsbehörde geprüft, insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb zwischen Ryanair und Aer Lingus auf Strecken zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Die Kommission genehmigt die überwiegende Mehrzahl der Zusammenschlüsse nach einer einmonatigen Prüfung (Phase I). Wenn jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen, muss ein eingehendes Prüfverfahren eingeleitet werden (Phase II). Die Einleitung eines solchen Verfahrens greift dem Ergebnis nicht vor.

Zurzeit laufen noch fünf weitere eingehende Prüfverfahren. Das erste prüft das Gemeinschaftsunternehmens, das Vodafone, Telefónica und Everything Everywhere im Vereinigten Königreich im Bereich des Mobile Commerce (elektronischer Handel über mobile Endgeräte) gründen wollen (siehe IP/12/367). Die Kommission hat bis zum 19. September Zeit, um eine Entscheidung zu fällen. Das zweite eingehende Prüfverfahren betrifft die geplante Übernahme des Musikgeschäfts der EMI-Gruppe durch Universal (vgl. IP/12/311) und muss bis zum 27. September 2012 zum Abschluss gebracht werden. Im dritten Prüfverfahren geht es um die geplante Übernahme der Edelstahlsparte Inoxum des deutschen Unternehmens ThyssenKrupp durch das finnische Edelstahlunternehmen Outokumpu (vgl. IP/12/495). Das vierte laufende Prüfverfahren wurde im Juni 2012 eingeleitet und hat die geplante Übernahme von Orange Austria durch Hutchinson zum Gegenstand (vgl. IP/12/726). Die Frist für diese Untersuchung endet am 30. November 2012. Das fünfte Prüfverfahren betrifft die geplante Übernahme von TNT Express durch UPS (vgl. IP/12/816). Die Frist für diese Untersuchung endet am 20. Dezember 2012.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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