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Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte von PSA Peugeot Citroën in Frankreich mit 11,9 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

European Commission - IP/12/907   21/08/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 21 August 2012

Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte von PSA Peugeot Citroën in Frankreich mit 11,9 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, Frankreich 11,9 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren. Damit soll die Jobsuche von 2089 Arbeitskräften unterstützt werden, die Ende 2009 und im Laufe des Jahres 2010 in Frankreich bei PSA Peugeot Citroën entlassen worden sind. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

Dieser EGF-Antrag steht nicht in Verbindung mit den jüngsten Entwicklungen im Werk in Aulnay, sondern wurde von Frankreich im Rahmen einer früheren Entlassungswelle beim Konzern PSA im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise eingereicht.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Die Kfz-Produktion in Europa ist stark eingebrochen; viele Arbeitskräfte in der Autobranche sind davon schwer betroffen. Die jüngsten Nachrichten zu weiteren erwarteten Entlassungen bei Peugeot Citroën zeigen, dass die Krise sich immer noch erheblich auf die Pkw-Nachfrage auswirkt und dass sich bedingt durch die Globalisierung strukturelle Veränderungen in der Kfz-Branche ergeben. Dieser Vorschlag, Frankreich aus dem EU‑Globalisierungsfonds Mittel in Höhe von 11,9 Mio. EUR zur Verfügung zu stellen, soll die Arbeitskräfte dabei unterstützen, ihre Kenntnisse den neuen Anforderungen anzupassen, um schneller wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen.“ Andor weiter: „Ich möchte nochmals betonen, dass die Europäische Kommission auch weiterhin bereit ist, Anträge zu Entlassungen in der Automobilbranche zu prüfen.“

Frankreich beantragte Unterstützung aus dem EGF, da bei PSA Peugeot Citroën infolge eines abrupten Rückgangs der Nachfrage nach neuen Kfz in der EU 2089 Personen entlassen wurden. Das personalisierte Paket an aus dem EGF kofinanzierten Maßnahmen soll den Arbeitskräften zugute kommen – so werden Beratungsdienste und verschiedene Schulungen angeboten, unter anderem Schulungen zur Unternehmensgründung, aber auch Beihilfen im Rahmen des sogenannten Umschulungsurlaubs (congé de reclassement)1 und Unterstützung bei der Unternehmensgründung. Alle 2089 entlassenen Arbeitskräfte sollen eine Unterstützung aus dem EGF erhalten.

Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt etwa 18,4 Mio. EUR veranschlagt; davon sollen aus dem EGF 11,9 Mio. EUR beigesteuert werden.

Hintergrund

Die Nachfrage nach Kfz brach vor allem in Westeuropa, dem wichtigsten Markt für den Konzern PSA Peugeot Citroën, im zweiten Halbjahr 2008 abrupt ein: Die Zahl der Zulassungen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Europa (18 westeuropäische Länder) sank – im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres – im dritten Quartal 2008 um 10,7 % und im vierten Quartal um 17 %. Der Rückgang der Fahrzeugverkaufszahlen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte sich unmittelbar auf das Wirtschaftsergebnis von PSA Peugeot Citroën aus: trotz 731 Mio. EUR Gewinn am Ende des ersten Halbjahres 2008 verzeichnete der Konzern in jenem Jahr einen Verlust von 344 Mio. EUR.

Von den Entlassungen betroffen sind die Bretagne, die Franche-Comté, die Île-de-France, das Elsass und Lothringen. Bei der Prüfung der Auswirkungen der Entlassungen bei PSA Peugeot Citroën auf den regionalen Arbeitsmarkt wurde berücksichtigt, dass in den betroffenen Gebieten nur wenige und auch immer weniger freie Stellen angeboten werden. In den meisten dieser Regionen liegt die Arbeitslosenquote über dem nationalen Durchschnitt. In anderen – wie der Bretagne und dem Elsass – ist PSA Peugeot Citroën der größte Arbeitgeber der Region.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 101 Anträge über ca. 440,5 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 91 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Immer mehr Mitgliedstaaten stellen EGF-Anträge zur Unterstützung entlassener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; auch die Zahl der betroffenen Branchen nimmt zu. Ein offenerer Handel weltweit ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und geringqualifizierte Arbeitskräfte.

Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Die EU richtete Ende 2006 den EGF ein; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die mit dem plötzlichen Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 (einschließlich) gestellt wurden. Da im Rat kein Einvernehmen erzielt wurde, konnte die Funktion des EGF als Kriseninstrument nicht über das Jahr 2011 hinaus verlängert werden.

Ausgehend von den Erfahrungen mit dem EGF seit 2007 und angesichts seines Mehrwerts für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen

Website von László Andor:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Videos:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/laszloandoreu

Kontakt :

Nadège Defrère (+32 2 296 45 44)

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

1 :

Große Unternehmen (also solche mit mehr als 1000 Beschäftigten) gewähren Arbeitskräften, deren Entlassung aus wirtschaftlichen Gründen bevor steht, Umschulungsurlaub (congé de reclassement). Entscheiden sich die Arbeitskräfte für diese Option, so können sie – mittels Beratung, Schulung, Anrechnung der bisherigen Berufserfahrung, Förderung von Unternehmergeist usw. – bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, bei einem Berufswechsel oder bei der Gründung ihres eigenen Unternehmens unterstützt werden.


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