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Beschäftigung: Kommission will 1,5 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte der niederländischen Aluminiumindustrie bereitstellen

Reference: IP/12/892 Event Date: 09/08/2012 Export pdf PDF word DOC
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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. August 2012

Beschäftigung: Kommission will 1,5 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte der niederländischen Aluminiumindustrie bereitstellen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, einen Finanzbeitrag in Höhe von 1,5 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, um 616 Arbeitskräften, die bei Zalco Aluminium Zeeland Company NV und bei zwei seiner Zulieferer entlassen wurden, bei der beruflichen Wiedereingliederung zu helfen. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Die vorgeschlagene Unterstützung aus dem EGF kann den ehemaligen Beschäftigten von Zalco Aluminium den Erwerb neuer Kompetenzen ermöglichen und damit ihren Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Entlassungen wie diese stellen eine schwere Belastung für die regionalen Wirtschaften dar. Daher ist es wichtig, dass sich die EU in diesen schwierigen Zeiten solidarisch zeigt und Unterstützung anbietet.“

Die Niederlande haben aufgrund von 616 Entlassungen bei Zalco Aluminium Zeeland Company NV und bei zwei seiner Zulieferer im Anschluss an den Konkurs von Zalco Ende 2011 einen Finanzbeitrag aus dem EGF beantragt. Das personalisierte Paket von Maßnahmen, die durch den EGF kofinanziert werden sollen, umfasst Berufsberatung, Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, Outplacement sowie Förderung unternehmerischer Initiative. Außerdem werden Anreize für ältere Arbeitskräfte geboten, damit sie auf dem Arbeitsmarkt verbleiben. Die Unterstützung aus dem EGF richtet sich an alle 616 entlassenen Arbeitskräfte.

Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt etwa 2,3 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF 1,5 Mio. EUR bereitstellt.

Hintergrund

Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise wurden die Bau- und die Transportindustrie, zwei Branchen, die den größten Endnutzermarkt für Aluminiumerzeugnisse darstellen, schwer getroffen. In der Folge wurde die europäische Aluminiumbranche durch einen plötzlichen Einbruch der Verbrauchernachfrage in Mitleidenschaft gezogen und es kam zu Entlassungen.

Die Entlassungen bei Zalco waren eine direkte Folge des Rückgangs der Nachfrage nach Aluminiumprodukten und insbesondere nach Strangpressbolzen, die im Bausektor und in der Automobilbranche verwendet werden. Die EU-Bauindustrie sieht sich einem krisenbedingten Nachfrageeinbruch gegenüber. Für die Dauer von acht Quartalen in Folge (Q1/2009 bis Q4/2010) war bei der Produktion im Baugewerbe in allen 27 EU-Mitgliedstaaten im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum in den vorhergehenden Jahren ein Rückgang zu verzeichnen. Infolge der stark rückläufigen Nachfrage sank im Jahr 2009 die Kraftfahrzeugproduktion in der EU gegenüber 2008 um 17 % und gegenüber 2007 um 23 %. Dieser Abwärtstrend setzte sich 2010 fort. In den ersten drei Quartalen 2010 lag die Kraftfahrzeugproduktion in der EU 14,6 % unter derjenigen desselben Zeitraums im Jahr 2008.

Die Aluminiumproduktion in der EU ging entsprechend der abflauenden Nachfrage zurück. So war von 2008 bis 2009 ein Rückgang um 21 % zu verzeichnen. Die rückläufige Nachfrage sowie die Energiekosten, die vor allem im Zeitraum von April 2010 bis Oktober 2011 gestiegen waren, schlugen sich erheblich auf die Einnahmen des Unternehmens Zalco Aluminium Zeeland Company NV nieder, das schließlich für zahlungsunfähig erklärt wurde.

Das von den Entlassungen betroffene Gebiet liegt in der Region Zeeland. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt wird die Arbeitslosigkeit infolge der Entlassungen bei Zalco beträchtlich ansteigen, da die Zahl offener Stellen bereits beschränkt ist und voraussichtlich weiter sinken wird. Die Randlage dieser Region innerhalb der Niederlande, die Lage als Grenzregion mit großen Wasserflächen und die relative Ausdehnung von Zeeland mit seiner Inselstruktur bedingen, dass Zugang und Mobilität recht eingeschränkt sind. Insofern werden die Entlassungen die Situation noch weiter verschärfen.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 102 Anträge über insgesamt ca. 438,4 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 91 000 entlassenen Arbeitskräften ein. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für eine zunehmende Anzahl von Branchen gestellt. Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte.

Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die ganz plötzlich mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden. Da im Rat kein Einvernehmen erzielt wurde, konnte die Funktion des EGF als Kriseninstrument nicht über das Jahr 2011 hinaus verlängert werden.

Ausgehend von den seit 2007 gewonnenen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen

Website von László Andor:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/laszloandoreu

EGF-Website

Videos:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Kontakt :

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Nadège Defrère (+32 229-64544)

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