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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 8. August 2012

Madagaskar: Wiederaufnahme der EU-Hilfe mit Schwerpunkt auf Gesundheitsversorgung und Bildung der benachteiligtsten Bevölkerungsgruppen

Nach drei Jahren andauernder politischer Untruhen in Madagaskar ist mittlerweile ein Ende der Krise in Sicht, so dass die EU ihre Entwicklungshilfeprogramme wieder aufnehmen kann. Sie hat für diese Unterstützung einen neuen Rahmenplan angenommen, der den Schwerpunkt auf die Gesundheitsversorgung, Bildung und Stärkung der Zivilgesellschaft legt. Die Hilfe wird auf regionaler Ebene über lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen (NRO), über internationale Organisationen - insbesondere UNICEF – und direkt von der Europäischen Union bereitgestellt.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Die politische Instabilität und die Wirtschaftskrise haben dramatischer Folgen für die Bevölkerung von Madagaskar. Im Rahmen dieser neuen Programme werden wir unsere Maßnahmen auf die Förderung der Gesundheitsversorgung, des Bildungssystems und der Rolle der Zivilgesellschaft konzentrieren. Diese Unterstützung wird vorrangig den Bedürftigsten zugute kommen und die Voraussetzungen für eine neue Entwicklungsdynamik schaffen."

Der Zugang zu Gesundheit und Bildung soll vor allem in den Regionen Sava, Analanjirofo, Menabe, Atsimo-Andrefana und Anosy verbessert und insbesondere durch die Ausbildung und Einstellung zusätzlicher Fachkräfte und die bessere Ausstattung der Gesundheitseinrichtungen in den besonders schwer zu erreichenden Gebieten sichergestellt werden.

Was den Bildungssektor anbetrifft, so verfügen die Gemeindeschulen allzu oft weder über das notwendige Personal noch über die materielle Grundausstattung. Im Mittelpunkt der EU-Programme steht daher die Qualifikation des Lehr- und Verwaltungspersonals, die Finanzierung der Gehälter für 9 000 Lehrer (vor allem der von den Eltern der Schüler angestellten Lehrkräfte) und der Erwerb von pädagogischen Hilfsmitteln (Schulmaterialien, Lehrmittel usw.).

Das Programm zur Unterstützung der Zivilgesellschaft soll zivilgesellschaftliche Akteure begleiten und insbesondere Frauenverbände und Jugendorganisationen fördern. Letztere sollen die Möglichkeit erhalten, verstärkt Einfluss auf politische Fragen zu nehmen, die sie direkt betreffen, wie Bildung, Zugang zu Gesundheitsdiensten, Staatsführung und Verwaltung der öffentlichen Finanzen.

Hintergrund

Der Gesamtbetrag des neuen Unterstützungsrahmens beläuft sich auf 54 Mio. EUR, die wie folgt aufgeteilt werden: 22 Mio. EUR für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, 22 Mio. EUR für Bildung und 10 Mio. EUR für die Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen.

2009 ist nach dem erzwungenen Machtwechsel, der unter Missachtung der Verfassung erfolgte, die öffentliche Entwicklungshilfe für Madagaskar von fast allen Gebern ausgesetzt worden. Dies wirkte sich insbesondere auf die Finanzierung von Leistungen der sozialen Grundversorgung aus. Zudem verzeichnete das Land einen deutlichen Konjunkturabschwung aufgrund der internationalen Finanzkrise.

Seit der Krise sind das Gesundheits- und das Bildungssystem chronisch unterfinanziert. Die hat u.a. eine hohe Müttersterblichkeit von 500 Todesfällen auf 100 000 Geburten zur Folge, die sich damit auf das Dreifache der im Rahmen der MDG für 2015 angestrebten Zahl von „nur“ 165 Todesfällen auf 100 000 Geburten beläuft.

Auch im Bildungssektor sind die Ergebnisse wenig zufriedenstellend: rund 10 % aller Siebenjährigen sind noch nie zur Schule gegangen, ein Viertel aller Kinder besucht keine Grundschule und nur die Hälfte aller Schulanfänger schließt die fünfjährige Grundschule auch ab.

Kontakt:

Catherine Ray (+32 229-69921)

Wojtek Talko (+32 229-78551)


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