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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 27. Juli 2012

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 2,7 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte von Talk Talk in Irland vor

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, Irland einen Finanzbeitrag in Höhe von 2,7 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, damit 592 bei Talk Talk Broadband Services und bei drei seiner Zulieferer entlassene Arbeitskräfte Hilfe beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erhalten. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sagte: „Die vorgeschlagene Bereitstellung von 2,7 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds würde diese ehemaligen Talk-Talk-Beschäftigten dabei unterstützen, sich weiterzuqualifizieren und dadurch einen neuen Arbeitsplatz zu finden.“

Irland hat einen Finanzbeitrag aus dem EGF für 592 Arbeitskräfte beantragt, die nach der Schließung des gesamten Talk-Talk-Standorts in Waterford bei Talk Talk Broadband Services und bei drei seiner Zulieferer entlassen wurden. Für 432 der betroffenen Personen ist eine Unterstützung aus dem EGF vorgesehen. Das Maßnahmenpaket umfasst unter anderem Berufsberatung und -planung, verschiedene Arten von Schulungsprogrammen, Hochschulprogramme, Schulungsbeihilfen, Unterstützung im Hinblick auf Unternehmensgründungen/Selbständigkeit sowie Schulungs-, Bildungs- und Unternehmensbeihilfen.

Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt etwa 5,4 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF 2,7 Mio. EUR bereitstellt.

Hintergrund

Die Fähigkeit, aus der Entfernung Dienstleistungen für Kunden zu erbringen, wurde durch Verbesserungen der globalen technologischen Infrastruktur ermöglicht. Unternehmen lagern zahlreiche, zunehmend komplexe Geschäftsabläufe aus. Kostengünstigere Standorte außerhalb der EU mit technisch gut ausgebildeten, englischsprachigen Arbeitskräften gewinnen weiter neue Marktanteile am BPO-Geschäft („Business Process Outsourcing“).

Die Entlassungen in Waterford waren das unmittelbare Ergebnis der Entscheidung von Talk Talk, seine Tätigkeit im Vereinigten Königreich und mit drei ausgewählten Outsourcing-Anbietern zu konsolidieren. Im Jahr 2011 ging das Unternehmen strategische Allianzen mit drei wichtigen Nicht-EU-Anbietern ein, denen in erheblichem Umfang Arbeiten übertragen werden. Bei diesen Drittlandanbietern handelt es sich um Wipro in Indien, Transcom auf den Philippinen und CCI in Südafrika. Daher werden nach eigenen Schätzungen von Talk Talk nunmehr etwa 80 % seines Anrufvolumens außerhalb der EU abgewickelt. Das Unternehmen verfolgt inzwischen ein hauptsächlich auf Outsourcing basierendes Modell für Anrufdienste, bei dem nur einige spezialisierte Tätigkeiten im Vereinigten Königreich verblieben sind, und dies hat zur Aufgabe des gesamten Standorts Waterford geführt.

Die Stadt Waterford befindet sich in der irischen Region South-East. Im Gegensatz zu anderen Regionen hat die Industrie in der Region South East keine starken Cluster in spezifischen Bereichen entwickelt, die dazu beitragen könnten, neue Investitionen anzuziehen. Der multinationale Sektor ist im Verhältnis kleiner als in anderen Regionen. Die Region und insbesondere die Stadt Waterford waren in den letzten Jahren von einer Reihe umfangreicher Entlassungen betroffen, darunter mehr als 650 Entlassungen beim Unternehmen Waterford Crystal in Kilbarry und bei seinen Zulieferern, die Gegenstand eines separaten EGF-Antrags waren (EGF/2009/012 IE/Waterford Crystal – siehe IP/10/541).

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 102 Anträge über ca. 438,4 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 91 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden für zunehmend mehr Branchen und von zunehmend mehr Mitgliedstaaten gestellt.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt sehr förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die ganz plötzlich mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 31. Dezember 2011 gestellt wurden. Da im Rat kein Einvernehmen erzielt wurde, konnte die Funktion des EGF als Kriseninstrument nicht über das Jahr 2011 hinaus verlängert werden.

Ausgehend von den seit 2007 gewonnenen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen

Website von László Andor:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Videos:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised (nur in englischer Sprache verfügbar)

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund (nur in englischer Sprache verfügbar)

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/laszloandoreu

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Nadège Defrère (+32 229-64544)


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