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Hungersnot in Jemen: EU verdoppelt humanitäre Hilfe

European Commission - IP/12/855   26/07/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 26. Juli 2012

Hungersnot in Jemen: EU verdoppelt humanitäre Hilfe

Die Europäische Kommission stockt ihre humanitäre Hilfe für Jemen um 20 Mio. EUR auf, um zu verhindern, dass sich die ohnehin schon kritische Lage im ärmsten arabischen Land noch weiter verschlechtert.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, erklärte: „Bedenkt man, wie rasch sich die Lage zuspitzt und wie viele Menschen davon betroffen sind, so droht in Jemen wegen akuter Unterernährung eine der größten humanitären Katastrophen weltweit. Diese Katastrophe gehört aber auch zu jenen, die von internationalen Gebern leicht übersehen werden. Das dürfen wir nicht zulassen. Die Europäische Kommission stockt deshalb jetzt ihre humanitäre Hilfe auf, um noch größere Teile der notleidenden Bevölkerung – in der Mehrzahl Frauen, Kinder und Flüchtlinge – zu erreichen. Wir helfen denen, die sich nicht selber helfen können, aber wir helfen Jemen auch dabei, wieder auf eigenen Beinen stehen – denn nur so kann das Land die Talsohle überwinden, in die es durch seine immerwährenden Probleme geraten ist.“

Von dem Konflikt im Norden des Landes sind rund eine Million Menschen betroffen, im Süden sind über eine Viertelmillion Menschen Opfer der Konflikte, und die Unterernährung ist in Jemen so schlimm wie sonst kaum in der Welt: Eine Million Kinder leiden dort unter akuter Unterernährung.

10 Millionen Jemeniten (d. h. 40 % der Gesamtbevölkerung) leben hauptsächlich von Brot und Tee. In einigen Gouvernoraten wie Al-Hudaida an der Westküste von Jemen sind 32 % der Bevölkerung akut unterernährt: Das ist mehr als das Doppelte der international anerkannten kritischen Grenze von 15 %. Der anhaltende Flüchtlingsstrom vom Horn von Afrika macht die humanitäre Lage noch prekärer. Hinzu kommt, dass die notleidende Bevölkerung aufgrund der Kämpfe und der wiederholten Angriffe auf humanitäre Helfer, die zum Teil verschleppt werden, schwer zu erreichen ist.

Mit den zusätzlichen Hilfsgeldern steigt die humanitäre Hilfe der Kommission für Jemen 2012 auf 40 Millionen Euro an. Die EU verknüpft die humanitären Maßnahmen so weit wie möglich mit Wiederaufbau- und Entwicklungsprogrammen (vor allem in den Bereichen Ernährungssicherheit und öffentliche Gesundheit).

Hintergrund

Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel. Über 43 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze von weniger als zwei Dollar am Tag. Jemen hat die dritthöchste Unterernährungsrate weltweit.

Armut, Konflikt, Dürre, Flüchtlingsströme und steigende Nahrungsmittelpreise haben die seit letztem Jahr ohnehin schon prekäre humanitäre Lage weiter verschärft.

Seit 2004 ist es im Rahmen des bewaffneten Konflikts im Norden des Landes schon mehrfach zu längeren Kampfhandlungen gekommen, vor denen Hunderttausende geflohen sind. Über 300 000 Menschen konnten bislang noch nicht in ihre Heimat zurückkehren. Der Wiederaufbau geht nur schleppend voran und für diejenigen, die zurückkehren, fehlt es am Nötigsten. Der Konflikt hatte zudem gravierende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen von rund einer Million Menschen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den ehemaligen Kampfgebieten leben.

Auch im Süden des Landes wurden durch gewalttätige Auseinandersetzungen mehr als 170 000 Menschen vertrieben, die derzeit nicht in ihre Heimat zurückzukehren können und keine Aussicht auf Arbeit haben.

Jemen ist außerdem von der humanitären Krise am Horn von Afrika unmittelbar betroffen. Über 250 000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus Somalia und Äthiopien, sind in Jemen gestrandet und leben dort unter prekären Bedingungen entweder in Kharaz, dem einzigen Flüchtlingslager, oder in städtischen Armenvierteln.

Es ist jedoch äußerst schwierig, die Bedürftigen in Jemen zu erreichen, da die humanitären Helfer aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage oftmals Schwierigkeiten haben, in die betreffenden Gebiete vorzudringen. Dadurch ist eine große Zahl von Flüchtlingen von lebenswichtiger humanitärer Hilfe abgeschnitten.

Die Europäische Kommission setzt ihr langfristiges Engagement in Jemen fort, um mitzuhelfen, die dringendsten humanitären Bedürfnisse des Landes zu befriedigen. Seit 1994 hat sie für die notleidende Bevölkerung über 93 Mio. EUR an lebenswichtiger Hilfe bereitgestellt.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Kontakt:

David Sharrock (+32 2 296 89 09)

Irina Novakova (+32 2 295 75 17)


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