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EU stockt humanitäre Hilfe für Sudan und Südsudan um 40 Mio. EUR auf

European Commission - IP/12/852   26/07/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 26. Juli 2012

EU stockt humanitäre Hilfe für Sudan und Südsudan um 40 Mio. EUR auf

Die Europäische Kommission erhöht ihre Unterstützung für die Opfer der sich verschärfenden humanitären Krise in Sudan und Südsudan. Damit will sie Hunderttausenden von Menschen in Südsudan helfen, die vor dem Konflikt in den Bundesstaaten Südkordofan und Blauer Nil geflohen sind, sowie den 37 000 Flüchtlingen in Äthiopien, die größtenteils ebenfalls aus letzterem Bundesstaat stammen.

Um den steigenden Bedarf zu decken, stockt die Kommission ihre humanitäre Hilfe für Sudan und Südsudan um 40 Mio. EUR auf. Damit beläuft sich die Soforthilfe, die die Kommission beiden Ländern dieses Jahr gewährt hat, auf 127 Mio. EUR.

„Unsere Experten für humanitäre Hilfe in den Krisengebieten haben Alarm geschlagen, weil die Lage sich rapide verschlechtert und der Bedarf wächst. Wir müssen unsere Soforthilfe in den Grenzgebieten verstärken“, sagte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

In Südsudan hat sich die humanitäre Situation 2012 drastisch verschlechtert. Durch den Zustrom von Flüchtlingen in die bereits vollen Lager hat sich die Ernährungsunsicherheit erhöht und die Gefahr, dass Cholera, Malaria oder andere Krankheiten ausbrechen, steigt. Schlechte Ernten haben die Nahrungsmittelknappheit verschärft – beim Welternährungsprogramm geht man davon aus, dass dieses Jahr 4,7 Millionen Menschen (die Hälfte der Bevölkerung von Südsudan) von mangelnder Ernährungssicherheit betroffen ist, während es im Vorjahr noch 3,8 Millionen gewesen waren. Die Lage droht sich noch weiter zu verschlimmern, nachdem die Regierung beschlossen hat, die Erdölproduktion einzustellen, aus der 98 % der Einnahmen des Landes stammten.

Der Teufelskreis von Krankheit und Unterernährung lässt die Sterblichkeitsraten in die Höhe schießen, vor allem bei Kindern. Der Zugang zu den Bedürftigen ist durch die mangelnde Sicherheit und die Regenzeit eingeschränkt. Viele Straßen sind nicht mehr passierbar, so dass unentbehrliche Hilfsgüter nicht geliefert werden können.

Der Zustrom von sudanesischen Flüchtlingen aus dem Staat Blauer Nil nach Äthiopien hält an und die Besorgnis der humanitären Organisationen über den Gesundheits- und Ernährungszustand in den Flüchtlingslagern und Transitzentren wächst. Die Unterernährungsraten bei den Flüchtlingen, vor allem im Lager Bambasi, sind Berichten zufolge alarmierend hoch.

In Sudan dauert der Konflikt in den Staaten Südkordofan und Blauer Nil an. Neutralen humanitären Organisationen wird der Zugang verweigert und sie müssen darum kämpfen, den Bedürftigen zu helfen. Die Kommission verfolgt die Entwicklung und hält sich bereit, um aktiv zu werden, sobald ein Zugang möglich ist. In Darfur, wo es zu immer neuen Vertreibungen kommt, erhalten die Opfer des Konflikts trotz Zugangsbeschränkungen humanitäre Hilfe.

Kommissarin Georgieva hat erneut an die Regierung von Sudan appelliert, zuzulassen, dass die Hilfe alle Sudanesen in Not erreicht, wo auch immer sie sich aufhalten.

Hintergrund

Die Europäische Kommission finanziert lebensrettende Maßnahmen in Sudan und Südsudan. 2011 wurden insgesamt 140 Mio. EUR bereitgestellt. Die Hilfe kommt Binnenvertriebenen, Flüchtlingen und Rückkehrern zugute und umfasst: Basisgesundheitsversorgung, sauberes Trinkwasser, Sanitärversorgung, Nahrungsmittelhilfe und Schutzvorkehrungen.

Ein vor Ort eingesetztes Team humanitärer Experten der Kommission überwacht die Lage, den Bedarf und den Einsatz der EU-Gelder. Die Europäische Kommission arbeitet mit denjenigen humanitären Organisationen zusammen, die am besten für die Bereitstellung der Hilfe in den betreffenden Ländern positioniert sind (UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge, Welternährungsprogramm, und Internationales Komitee vom Roten Kreuz). Die Kommission finanziert Maßnahmen, die höchste Priorität haben, darunter Schutzvorkehrungen, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Ernährung.

Darüber hinaus leistet die EU umfassende Entwicklungshilfe für Sudan und Südsudan, die auf die grundlegendsten Bedürfnisse der am stärksten benachteiligten Menschen in Konfliktgebieten eingeht.

Von 2010 bis 2013 wird die EU für Südsudan Entwicklungshilfe von 285 Mio. EUR bereitgestellt haben, die für den Agrarsektor bestimmt ist, um zum einen Zubringerstraßen zu bauen, die die Farmen mit größeren Straßen und den Märkten verbinden, und zum anderen Kleinbauern bei der Sicherung ihres Lebensunterhalts zu unterstützen. Weitere Hilfe fließt in den Bildungssektor für die Ausbildung von Lehrern, die Bereitstellung von Textmaterialien und den Bau von Schulen. Außerdem werden der Bau von Gesundheitseinrichtungen und die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften finanziert. Schließlich wird Unterstützung für die Staatsführung geleistet, die unter anderem dem Justizwesen und dem Parlament zugute kommt.

Für Sudan stellt die EU bis 2013 Entwicklungshilfe von knapp 60 Mio. EUR bereit. Mit diesem Paket wird allerdings nur die Bevölkerung und nicht die öffentliche Hand unterstützt (da die Regierung von Sudan die geänderte Fassung des Cotonou-Abkommens, das die Grundlage für die Zusammenarbeit der EU mit dem Land bildet, nicht unterzeichnet hat). Die EU-Hilfe fließt in den Agrarsektor (Bereitstellung technischer Hilfe für Kleinbauern zwecks Sicherung ihres Lebensunterhalts), das Bildungswesen (Ausbildung von Lehrern und Bereitstellung von Textmaterialien, um die Schulabbruchquoten in der Grundschule zu reduzieren) und das Gesundheitswesen (Ausbildung von Krankenpflegepersonal und Hebammen, Bau von Gesundheitseinrichtungen und Einführung von Paketen für die Basisgesundheitsversorgung).

Kontakt:

David Sharrock (+32 22968909)

Irina Novakova (+32 2 2957517)


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