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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 19. Juli 2012

Tourismus: Kommission begrüßt OECD-Bericht über Wachstumsbelebung

Die internationalen Touristenzahlen haben schnell wieder ein stetiges Wachstum erreicht und zeigen, dass der Tourismus nicht den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise unterliegt. Das geht aus einem neuen OECD-Bericht („OECD Tourism Trends and Policies 2012“) hervor. Der Bericht zeigt, dass 2010 66 % der Reisen weltweit die OECD-Länder als Ziel hatten, davon entfielen 50,2 % auf die EU-Länder.

2010 belief sich die Gesamttouristenzahl in allen Ländern auf 940 Millionen und lag damit um 6,7 % über dem Ergebnis von 2009; das größte Wachstum war in Asien und den Ländern im Pazifischen Ozean zu verzeichnen. Insgesamt stiegen die internationalen Touristenzahlen in den OECD-Ländern um 4 % und in der EU um 2,7 %.

In dem Bericht wird festgestellt, dass der Tourismus einen beträchtlichen Anteil am Dienstleistungsgewerbe der OECD- und EU-Mitgliedstaaten hat – auf ihn entfallen bis zu einem Drittel der Dienstleistungsausfuhren und bis zu 10 % des BIP.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, begrüßte den OECD-Bericht und die darin enthaltenen Empfehlungen. Er erklärte dazu: „Die OECD-Zahlen bestätigen, dass wir modernisieren und mehr in Qualität, neue Technologien und Know-how investieren müssen, wenn Europa weltweit das Reiseziel Nummer eins bleiben soll. Die Tourismusindustrie muss eine älter werdende Klientel, sich ändernde Lebensstile und Verbraucherbedürfnisse bedienen, neue Wege finden, um mehr internationale Besucher anzulocken und mehr Europäer davon zu überzeugen, ihren Urlaub in der EU zu verbringen. Vor diesem Hintergrund haben wir das Pilotprojekt „50 000 Touristen“ initiiert, um Reisen zwischen Südamerika und der Europäischen Union zu fördern und darüber hinaus haben wir eine Informationskampagne eingeleitet, um auf ausgewählten aufstrebenden Langstreckenmärkten für Europa zu werben.“

Yves Leterme, der Stellvertretende Generalsekretär der OECD, sagte dazu: „Mehr als 5 % der Beschäftigung in den OECD-Mitgliedstaaten hängen unmittelbar mit dem Tourismus zusammen. Aber in vielen Ländern sind Arbeitsplätze in der Tourismusindustrie nach wie vor unbesetzt, weil entsprechend ausgebildete Arbeitnehmer fehlen. Die Regierungen müssen mehr Verantwortung bei der Gestaltung der Bildungs- und Ausbildungsagenda übernehmen. Eine nationale Tourismusstrategie einschließlich einer Strategie zur Entwicklung des Arbeitskräftepotenzials ist erforderlich, um Defizite an Arbeitskräften und Qualifikationen in vollem Umfang auszugleichen.

Zunehmende Bedeutung neuer Reiseziele

In dem Bericht wird auf die Bedeutung neuer Reiseziele hingewiesen.

  • Viele der neuen Reiseländer verzeichnen ein deutliches Wachstum bei den Einreisen und liegen beim BIP und der Beschäftigung über den Durchschnittswerten für die OECD und die EU sowie den weitweiten Durchschnittswerten.

  • Zwar entfällt auf sie nach wie vor nur ein relativ kleiner Prozentsatz der internationalen Touristenzahlen, doch über die potenzielle Auswirkung des Tourismus auf diese Volkswirtschaften besteht kein Zweifel.

  • Reisende aus Ländern wie Argentinien, Brasilien, Ägypten, Indien, Indonesien und Südafrika weisen ein großes Potenzial als Quellen des Wachstums für traditionelle Reiseziele auf.

Das verfügbare Einkommen und Ausgaben für Reisen und Mahlzeiten stehen in unmittelbarem Zusammenhang, ebenso wie die Nachfrage nach Qualität, Spezialisierung und Einzigartigkeit. Während die Globalisierung es ermöglicht, mehr Märkte zu gewinnen, erhöht sie gleichzeitig auch die internationale Konkurrenz.

Drei gesamtpolitische Empfehlungen

Um die führende Position zu bewahren, Anpassungen an innovative Verbraucherbedürfnisse vorzunehmen und das Wachstum der Tourismusbranche zu ermöglichen, billigt der Bericht drei gesamtpolitische Empfehlungen, die an nationale Behörden gerichtet sind:

  • Die Regierungen sollten einen integrierten regierungsweiten Ansatz für die Entwicklung des Tourismus, die bessere Festlegung der Funktionen und Zuständigkeiten der Tourismusorganisationen und die Förderung der besseren Koordinierung innerhalb des Wirtschaftszweigs annehmen. Die Governance-Methoden sollten die Veränderungen des Wirtschaftszweigs widerspiegeln und damit ein stärkeres, umweltfreundlicheres und stärker integratives Wachstum des Tourismus unterstützen.

  • In dem Bericht wird auf den Bedarf an einer wirksamen Bewertung politischer Maßnahmen hingewiesen, die dazu dienen sollen, den Wirtschaftszweig zu unterstützen und die Bedeutung des Tourismus aufzuzeigen, insbesondere in Zeiten der Mittelknappheit, in denen politische Entscheidungsträger eine starke und eindeutige faktengesicherte Grundlage benötigen.

  • In vielen Ländern werden Arbeitsplätze in der Tourismusbranche nicht besetzt, weil es nicht genügend angemessen ausgebildete Arbeitnehmer gibt. Daher müssen die Regierungen bei der Gestaltung der Bildungs- und Ausbildungsagenda eine stärkere Führungsrolle übernehmen. Eine nationale Tourismusstrategie einschließlich einer Strategie für die Entwicklung der Arbeitnehmer ist erforderlich, um Defizite an Arbeitskräften und Qualifikationen in vollem Umfang auszugleichen.

Hintergrund

Link zum OECD-Bericht: www.oecd.org/cfe/tourism

Tourismuspolitik der Europäischen Kommission

Tourismus: Austausch mit Südamerika

Kontakt :

Carlo Corazza (+32 229-51752)

Sara Tironi (+32 229-90403)


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