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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 17 Juli 2012

Schaffung von Arbeitsplätzen: Erfolg für Progress-Mikrofinanzierung bei der Gründung von Kleinstunternehmen

Durch die Förderung der Gründung von Kleinstunternehmen hat sich das europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument als erfolgreiches Instrument zur Schaffung von Arbeitsplätzen erwiesen – besonders bei Gruppen, die nur schwer Zugang zu herkömmlichen Finanzierungsquellen erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt der heute veröffentlichte zweite Umsetzungsbericht. Zwanzig Mikrokreditanbieter aus ganz Europa haben Bürgschaften oder Finanzmittel (Schuldtitel oder Beteiligungen) aus dem Instrument erhalten, mit deren Hilfe sie in den nächsten zwei bis drei Jahren Darlehen im Gesamtwert von 170 Mio. EUR an künftige Kleinstunternehmer vergeben sollen.

László Andor, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, kommentierte den Bericht: „Die Progress-Mikrofinanzierung hilft eindeutig sowohl Mikrokreditanbietern als auch Unternehmern. Indem sie den Zugang zu Mikrokrediten erleichtert, die der Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem für benachteiligte Gruppen dienen, erweist sie sich als ein wichtiges soziales Investitionsinstrument, das auch in Zukunft fortbestehen sollte.“

Das Instrument, das Ende 2010 gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank-Gruppe ins Leben gerufen wurde, hilft Mikrokreditanbietern, die vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) ausgewählt werden, ihr Mikrokreditvolumen zu erhöhen. Es sieht außerdem Anreize für die Vergabe von Darlehen an „Risikogruppen“ vor, z. B. junge Menschen, die für einen herkömmlichen Bankkredit nicht über ausreichend Sicherheiten verfügen.

Die Europäische Kommission beabsichtigt, die Mikrofinanzförderung im nächsten Finanzplanungszeitraum im Rahmen des von ihr vorgeschlagenen Programms für sozialen Wandel und soziale Innovation (PSCI – siehe IP/11/1159 und MEMO/11/663) fortzusetzen. Der entsprechende Vorschlag sieht auch den Kapazitätsaufbau für Mikrofinanzinstitute vor. Das PSCI würde – wie bereits das Progress-Mikrofinanzierungsinstrument – die Strategien des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Förderung inklusiven Unternehmertums ergänzen. Der ESF kann beispielsweise der Finanzierung von Dienstleistungen für die Unternehmensentwicklung dienen, mit deren Hilfe Existenzgründer die notwendigen Kompetenzen für die Leitung ihres Unternehmens erwerben können.

Hintergrund

Das europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument wurde 2010 ins Leben gerufen, um Menschen Zugang zu Finanzquellen zu verschaffen, die normalerweise nur schwer einen Kredit zur Gründung oder zum Ausbau ihres Unternehmens erhalten würden. Das Instrument bietet Bürgschaften und finanzierte Instrumente für Mikrofinanzintermediäre an. Die Finanzmittel für diese Initiative in Höhe von 203 Mio. EUR für den Programmplanungszeitraum 2010–2013 stammen von der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank.

Die Progress-Mikrofinanzierung soll den Zugang von Kleinstunternehmern, einschließlich Selbständigen, zu Krediten verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt unter anderem auf Gruppen mit eingeschränktem Zugang zum herkömmlichen Kreditmarkt, z. B. Unternehmerinnen, Jungunternehmer, Unternehmer, die Minderheiten angehören, Unternehmer mit Behinderung, Einpersonenunternehmen usw.

Die Progress-Mikrofinanzierung bietet Kredite von bis zu 25 000 EUR und soll bis 2019 ein Gesamtkreditvolumen von 500 Mio. EUR für 46 000 Mikrokreditnehmer in ganz Europa generieren. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) verwaltet die Progress-Mikrofinanzierung im Namen der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank und wählt in den Mitgliedstaaten die Mikrokreditanbieter aus, die den Mikrokreditnehmern die Darlehen gewähren. Bei den Mikrokreditanbietern kann es sich um private oder öffentliche Banken oder bankfremde Mikrofinanzeinrichtungen handeln, die auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene tätig sind.

Konkrete Beispiele für die Erfolge des Progress-Mikrofinanzierungsinstruments:

  • Ein junger portugiesischer Kellner, der jahrelang unter prekären Bedingungen in einem Restaurant gearbeitet hatte, konnte dank eines von der Progress-Mikrofinanzierung garantierten Mikrokredits von Millenium BCP im Süden Portugals sein eigenes Restaurant eröffnen.

  • Ein rumänisches Paar, das seine Arbeitsplätze in einem Bergbauunternehmen verloren hat, bewirtschaftet nun mithilfe eines Mikrokredits von Patria Credit erfolgreich einen Bauernhof.

  • Eine Spanierin konnte dank eines kleinen Darlehens von ICREF/Mare Nostrum einen Friseursalon in Murcia eröffnen und hat sich so nach mehrjähriger Kindererziehungszeit wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert.

EU-Programm für sozialen Wandel und soziale Innovation

Im Oktober 2011 hat die Europäische Kommission im Rahmen ihres Legislativpakets für die Kohäsionspolitik für den Zeitraum 2014 bis 2020 ihr neues EU-Programm für sozialen Wandel und soziale Innovation vorgeschlagen, mit dem die Unterstützung für Mikrokreditanbieter im Rahmen des europäischen Progress-Mikrofinanzierungsinstruments ausgeweitet werden soll. Neben dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bildet das Programm den dritten Pfeiler der EU-Initiative für Beschäftigung und soziale Eingliederung 2014–2020.

Im Programm für sozialen Wandel und soziale Innovation sollen drei bestehende Programme zusammengefasst und ausgeweitet werden: Progress (Programm für Beschäftigung und soziale Solidarität), EURES (European Employment Services) und das europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument. Die Kommission könnte so die Kohärenz der politischen Strategien und die Wirkung ihrer Instrumente mit gemeinsamen Zielen verbessern und damit zur europäischen Strategie für Beschäftigung und Wachstum „Europa 2020“ beitragen.

Im Rahmen des Programms für sozialen Wandel und soziale Innovation sind Investitionen zur Gründung und Entwicklung von Unternehmen der Sozialwirtschaft vorgesehen, d. h. Unternehmen mit sozialer Zielsetzung, deren Hauptzweck nicht die Erwirtschaftung größtmöglicher Gewinne für private Eigentümer oder Anteilseigner ist. Es soll auch die Koordinierung der Politik, die Weitergabe bewährter Praktiken, den Kapazitätsaufbau von Mikrofinanzinstituten und die Erprobung innovativer Strategien fördern, damit die erfolgreichsten Maßnahmen mit Unterstützung des ESF in größerem Maßstab durchgeführt werden können.

Weitere Informationen

Jahresbericht 2011 über die Umsetzung der Progress-Mikrofinanzierung:

http://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=7886&langId=en

Informationen über die Progress-Mikrofinanzierung (einschließlich einer Liste der ausgewählten Mikrofinanzanbieter):

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=836

Informationen für potenzielle Mikrokreditanbieter:

www.eif.org/progress

+ MEMO/12/567

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/laszloandoreu

Website von László Andor:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Kontakt :

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Nadège Defrère (+32 2 296 45 44)


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