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Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für die Übernahme des Verbundwerkstoffherstellers Umeco durch US-Konkurrenten Cytec Industries

European Commission - IP/12/793   16/07/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16 Juli 2012

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für die Übernahme des Verbundwerkstoffherstellers Umeco durch US-Konkurrenten Cytec Industries

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des im Vereinigten Königreich ansässigen Unternehmens Umeco, das moderne Verbundwerkstoffe produziert und vertreibt, durch den US-amerikanischen Anbieter von Spezialchemikalien und ‑materialien, Cytec, nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Bei modernen Verbundstoffen handelt es sich meist um Faser-Kunststoff-Verbunde, die bei der Herstellung von Flugzeug‑ oder Automobilkomponenten Metalle wie Aluminium oder Stahl ersetzen. Die Kommission stellte fest, dass das zusammengeschlossene Unternehmen auf den Märkten, auf denen es vertreten ist, weiterhin mit einer Reihe starker Wettbewerber konkurrieren müsste. Das Vorhaben würde somit keine Wettbewerbsprobleme aufwerfen.

Die Tätigkeiten der am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen überschneiden sich in erster Linie bei der Produktion und dem Vertrieb sogenannter Prepregs, einer besonderen Art von Verbundstoffen. Prepregs werden in vielen Wirtschaftszweigen zur Herstellung von Komponenten verwendet, u. a. in der Luft‑ und Raumfahrtindustrie und in der Automobilindustrie, und darüber hinaus für andere Anwendungen eingesetzt, wo sie konventionelle metallische Werkstoffe wie Aluminium oder Stahl ersetzen können. Überschneidungen gibt es auch bei der Herstellung und dem Vertrieb bestimmter Klebstoffe.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass das Vorhaben bei keinem der genannten Märkte zu wettbewerbsrechtlichen Problemen führen würde, weil es sich nicht erheblich auf die dortigen Marktstrukturen auswirken würde und genügend Wettbewerber auf diesen Märkten vorhanden wären.

Die Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich beeinträchtigen würde.

Der geplante Zusammenschluss wurde am 11. Juni 2012 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Cytec ist ein in den USA ansässiges und an der New Yorker Börse notiertes Unternehmen, das Spezialchemikalien und Spezialmaterialien herstellt. Cytec hat rund 5500 Mitarbeiter und bietet seine Produkte in mehr als 115 Ländern der Welt an.

Umeco ist ein in England und Wales eingetragenes Unternehmen, das an der Londoner Börse notiert ist und weltweit in der Herstellung und im Vertrieb von Verbundstoffen für Luftfahrt, Raumfahrt, industrielle Anwendungen, die Verteidigungs-, Automobil- und Freizeitindustrie tätig.

Moderne Verbundstoffe sind eine Verbindung aus faserverstärkten Hochleistungswerkstoffen (in der Regel Kohlenstoff) und Spezialkunstharz, der die Verbundfasern festigt und verbindet. Moderne Verbundstoffe haben zahlreiche positive Eigenschaften, u. a. geringes Gewicht, hohe Steifigkeit, hohe Festigkeit, Formbeständigkeit und die Möglichkeit, komplexe Formen herzustellen, Temperatur‑ und Chemikalienbeständigkeit, Flex-Performance, hohe Korrosionsbeständigkeit und geringe Wärmeausdehnung. In der Herstellung von Komponenten für militärische und zivile Luft- und Raumfahrtanwendungen, industrielle Anwendungen einschließlich Automobilkomponenten und die Anwendungen in der Freizeitindustrie (z. B. Skier, Tennisschläger) ersetzen diese modernen Verbundstoffe zunehmend die konventionellen metallischen Werkstoffe wie Aluminium und Stahl.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6561

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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