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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 17. Juli 2012

Europäische Kommission beseitigt Hindernisse für den Binnenmarkt für Forschung und Innovation

Die Europäische Kommission hat heute konkrete Schritte festgelegt, die die Mitgliedstaaten zur Vollendung des Europäischen Forschungsraums (EFR)– eines Binnenmarktes für Forschung und Innovation in Europa – ergreifen sollten. Ziel dabei ist, es Forscherinnen und Forschern, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu ermöglichen, leichter in andere Staaten zu wechseln und über Grenzen hinweg in Wettbewerb zu treten und zusammenzuarbeiten. Dadurch werden die Forschungsgrundlagen der Mitgliedstaaten gestärkt, ihre Wettbewerbsfähigkeit wird erhöht und es wird ihnen ermöglicht, effektiver die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – wie Klimawandel, Ernährungs- und Energieversorgungssicherheit sowie Gesundheit der Bevölkerung – gemeinsam anzugehen. Um zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums beizutragen, hat die Kommission heute eine gemeinsame Erklärung und Vereinbarungen (MoUs) mit Organisationen geschlossen, die wichtige Forschungs- und entsprechende Fördereinrichtungen vertreten. Damit soll die Vorgabe der Staats- und Regierungschefs der EU, den Europäischen Forschungsraum bis 2014 zu verwirklichen, erfüllt werden.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Wir können nicht so weitermachen wie bisher, denn die Forschungsmittel werden nicht durchgängig im Wettbewerb vergeben, die Stellen werden nicht immer leistungsbezogen besetzt, Forscherinnen und Forscher können ihre Stipendien nur selten in andere Länder mitnehmen und haben kaum Zugang zu den dortigen Forschungsprogrammen und große Teile Europas sind noch völlig außen vor. Gleichgültig, mit welchem Unternehmer Sie sprechen, Sie werden stets hören, dass bei Investitionsentscheidungen die Qualität der Forschungsgrundlage ein ausschlaggebender Faktor ist. Unter den heutigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann es sich kein Mitgliedstaat und keine Region leisten, die eigene Wissensbasis zu vernachlässigen.“

Auf Nachfrage gaben fast 80 % der Forschungsvertreter an, dass der Mangel an Offenheit und Transparenz bei den Einstellungsverfahren die internationale Mobilität behindert. Daher werden die Mitgliedstaaten ersucht, die Hindernisse abzubauen, die grenzüberschreitenden Forschungslaufbahnen in Europa entgegenstehen, gemeinsame Forschungspläne intensiver zu verfolgen, die wettbewerbsgestützte Vergabe von Finanzmitteln für Einrichtungen und Projekte auszubauen und effizient in Anlagen von Weltklasse zu investieren.

Die Organisationen der Forschungsakteure werden nachdrücklich aufgefordert, Grundsätze für die Zugänglichkeit und Übertragbarkeit staatlicher Stipendien festzulegen und umzusetzen, Stellenausschreibungen auf einem gemeinsamen Internetportal zu veröffentlichen, Forschungsposten nach transparenten, offenen und leistungsbezogenen Einstellungsverfahren zu besetzen und die Querverbindungen zwischen der Industrie und den Hochschulen zu stärken.

In Ergänzung der heutigen Vorschläge stellt die Kommission außerdem eine Initiative zur Förderung des Zugangs und der Bewahrung wissenschaftlicher Erkenntnisse vor. Damit soll der freie Zugang zu Forschungsveröffentlichungen gefördert werden, die aus von der EU finanzierten Projekten sowie aus von den einzelnen Mitgliedstaaten geförderter Forschung entstanden sind (siehe IP/12/790 und MEMO/12/565).

Hintergrund

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben wiederholt betont, wie wichtig die Vollendung des Europäischen Forschungsraums ist, und in ihren Schlussfolgerungen anlässlich des Europäischen Rates im Februar 2011 und März 2012 dafür eine Frist bis zum Jahr 2014 gesetzt. Die Rolle des Europäischen Forschungsraums bei Europas Streben nach Wettbewerbsfähigkeit wird auch im Pakt für Wachstum und Beschäftigung hervorgehoben, auf den sich der Europäische Rat am 28./29. Juni geeinigt hat.

Die Vorschläge der Kommission zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums heben auf fünf Schwerpunktbereiche ab, in denen Fortschritte erzielt werden müssen:

  • eine erhöhte Effektivität nationaler Forschungssysteme

  • verbesserte länderübergreifende Zusammenarbeit und entsprechender Wettbewerb, einschließlich der Errichtung und des effektiven Betriebs wichtiger Forschungsinfrastrukturen;

  • ein offenerer Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher;

  • Gleichstellung der Geschlechter und Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts in Einrichtungen, die Forschungsprojekte durchführen bzw. diese auswählen,

  • optimaler Austausch und Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse, auch über digitale Mittel, sowie ein breiterer und schnellerer Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Daten.

Für jeden Schwerpunktbereich werden in der Mitteilung konkrete Schritte genannt, die die Mitgliedstaaten, die Organisationen der Forschungsakteure und die Europäische Kommission ergreifen sollten. Ihre Zusammenarbeit sollte künftig von einer verstärkten Partnerschaft geprägt sein.

Der Europäische Forschungsraum ist ein wichtiger Bestandteil des Bestrebens, die Europäische Union in eine wahre Innovationsunion zu verwandeln. Die Steigerung der Forschungsinvestitionen wie auch die Erhöhung wissenschaftlicher Qualität und Relevanz sind für die Entwicklung neuer wissensintensiver Produkte und Dienstleistungen entscheidend – und ohne diese wird es weder Wachstum noch Beschäftigung geben.

Siehe MEMO/12/564

Innovationsunion: http://ec.europa.eu/innovation-union

Ansprechpartner:

Michael Jennings (+32 2 296 33 88)

Monika Wcislo (+32 2 295 56 04)


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