Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR NL

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Juli 2012

Beschäftigung: Kommission schlägt die Bereitstellung von 2,9 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für entlassene Bauarbeiter in der niederländischen Provinz Gelderland vor

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, den Niederlanden einen Finanzbeitrag von 2,9 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, damit 435 entlassene Arbeitskräfte aus dem Baugewerbe, das von der Wirtschafts- und Finanzkrise stark getroffen wurde, Hilfe bei der beruflichen Wiedereingliederung erhalten. Der Vorschlag muss jetzt noch vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat gebilligt werden.

Der für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständige EU-Kommissar László Andor erklärte: „Das Baugewerbe in Gelderland wurde besonders hart von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Mitleidenschaft gezogen, und für Arbeitsuchende ist es schwierig, neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Die vorgeschlagene Unterstützung von 2,9 Mio. EUR aus dem EGF soll ihnen einen reibungslosen Übergang in eine neue Beschäftigung ermöglichen.“

Der Antrag der Niederlande betrifft 516 Entlassungen bei 54 kleinen und mittleren Unternehmen des Baugewerbes in Gelderland. Gelderland ist mit etwa zwei Millionen Einwohnern die größte Provinz der Niederlande, wo viele Arbeitsplätze von der Baubranche abhängen.

Von den insgesamt 516 entlassenen Arbeitskräften sollen 435, die es bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz besonders schwer haben, aus dem EGF unterstützt werden. Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket umfasst Unterstützung bei der Arbeitsuche, berufsbildende Maßnahmen, Schulungen in Unternehmensführung und einen Flexpool – einen flexiblen Pool für Arbeitsuchende und Arbeitgeber im Baugewerbe, die eine zeitlich befristete Beschäftigung anbieten können, so dass die umgeschulten Arbeitskräfte die Gelegenheit bekommen, neue Berufserfahrung zu sammeln.

Die geschätzten Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket belaufen sich auf etwa 4,5 Mio. EUR, von denen 2,9 Mio. EUR aus dem EGF bereitgestellt werden sollen.

Hintergrund

In der EU ist infolge der Krise die Nachfrage im Baugewerbe eingebrochen. Die jüngsten Daten bestätigen den massiven Rückgang der Nachfrage im Baugewerbe in den 27 EU-Mitgliedstaaten (EU-27) über acht Quartale in Folge (Q1/2009 bis Q4/2010), verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres, was vor allem auf rückläufige private Investitionen in Wohngebäude zurückzuführen war.

Im niederländischen Baugewerbe war von 2008 bis 2010 ein drastischer Produktionsrückgang von 12,9 % zu verzeichnen. Zwar gab es im ersten Quartal 2011 mit einem Anstieg um 9,3 % eine Erholung, doch im zweiten und dritten Quartal 2011 war die Entwicklung erneut rückläufig, und die Prognosen für 2012 waren nicht positiv.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte Ausgabenkürzungen zur Folge, durch die das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit verringert werden sollte. Der Rückgang der öffentlichen Ausgaben hatte unmittelbare negative Auswirkungen auf die Investitionen in Infrastruktur- und Wohnungsbauprogramme. Da das Baugewerbe in hohem Maße vom regionalen Inlandsmarkt abhängig ist, wird es durch Kürzungen öffentlicher Ausgaben und Programme stark geschwächt. Außerdem sank das Niveau der Häuserpreise 2011 um weitere 3,6 % im Vergleich zu 2010 und erreichte damit den Stand von 2005; dies wirkte sich ebenfalls negativ auf das Baugewerbe aus.

Im Jahr 2011 lag die Arbeitslosenquote in Gelderland bei 5,9 % und damit geringfügig über dem niederländischen Durchschnitt. Im Jahr 2010 betrug der Anteil der Beschäftigung im Baugewerbe 6,5 % an der Gesamtbeschäftigung in Gelderland, und es gingen im Baugewerbe etwa 4100 Arbeitsplätze verloren. 2011 war zunächst eine leichte Erholung zu verzeichnen (500 Arbeitsplätze), doch im vierten Quartal 2011 gab es wieder zahlreiche Entlassungen in dieser Branche.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 101 Anträge über insgesamt ca. 435,3 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 90 481 entlassenen Arbeitskräften ein. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für eine zunehmende Anzahl von Branchen gestellt.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die ganz plötzlich mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von den seit 2007 gewonnenen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen

Website von László Andor:
http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Videos:
Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund (nur in englischer Sprache verfügbar)

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/laszloandoreu

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Nadège Defrère (+32 229-64544)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website