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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 13. Juli 2012

Ernährungssicherheit: EU hilft mehr als 310 000 Menschen in Senegal

Als Reaktion auf die Ernährungskrise in der Sahelzone hat die EU beschlossen, in Partnerschaft mit dem Welternährungsprogramm Ernährungshilfe für Senegal bereitzustellen, die 314 000 besonders bedürftigen Menschen in den am stärksten gefährdeten Regionen Casamance (Ziguinchor, Sedhiou and Kolda), Tambacounda, Kédougou und Matam zugute kommen soll.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „In Senegal sind Hunderttausende von Menschenleben durch die Ernährungskrise bedroht. Es ist unsere solidarische Pflicht, die senegalesische Regierung bei der Bewältigung dieser Lage nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig zu unterstützen. Die heute bereitgestellte Hilfe ergänzt unsere Bemühungen um den Ausbau der landwirtschaftlichen Systeme der Sahelländer und die Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks.“

Im Rahmen des mit 5 Mio. EUR dotierten Programms, das die humanitären Programme von ECHO (Dienst der Europäischen Kommission für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz) ergänzen wird, werden bis März 2013 drei Arten von Maßnahmen durchgeführt:

• Gezielte Verteilung von Nahrungsmitteln: Angesichts des vorzeitigen Einsetzens der Hungerperiode, die es bis zur nächsten Ernte zu überbrücken gilt und in der es an Saatgut aus der vorhergehenden Ernte zu fehlen droht, werden für 58 000 Empfänger vollständige Nahrungsmittelrationen bereitgestellt.

• Verteilung von Gutscheinen: 70 000 Empfänger erhalten Gutscheine, die gegen Grundnahrungsmittel eingetauscht werden können. 180 000 Kinder und Erwachsene werden durch die Verteilung von Nahrungsmitteln an 30 000 Schwangere und Mütter von Kindern unter fünf Jahren unterstützt. Diese Frauen werden außerdem in gesunder Ernährung und Lebensmittelhygiene unterwiesen.

• „Nahrungsmittel für Arbeit“: 34 500 Empfänger erhalten Nahrungsmittelhilfe gegen die Mitarbeit beim Bau oder bei der Instandsetzung von Infrastrukturen für die landwirtschaftliche Erzeugung oder die Lagerung von Nahrungsmitteln.

Hintergrund

Senegal leidet unter den spärlichen und unregelmäßigen Regenfällen des Jahres 2011, die zu geringen Ernten im Zeitraum 2011/2012 geführt haben. Die Getreideerzeugung lag um 36 % unter der des Vorjahres und um 20 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Bei Erdnüssen, den wichtigsten Hülsenfrüchten des Landes, betrug diese Differenz 59 % bzw. 31 %.

Die Nahrungsmittelvorräte der am stärksten betroffenen Gemeinschaften sind fast vollständig aufgebraucht. In Ziguinchor, Kolda, Sédhiou, Kédougou, Fatick und Kaolack, also in 6 von 14 Regionen, ist mehr als die Hälfte der Menschen nicht ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt, womit die Ernährungsunsicherheit bei über 50% liegt. Dieser Prozentsatz dürfte sich noch erhöhen, da die Hungerperiode statt im Juli bereits im März begonnen hat.

Insgesamt 739 000 Menschen in ländlichen Gebieten leiden unter der mangelnden Ernährungssicherheit und sind bis zur nächsten Ernte im Oktober auf Unterstützung angewiesen. Auch 67 000 Stadtbewohner sind Schätzungen zufolge von der Krise betroffen und benötigen dringend Ernährungshilfe.

Die EU und die Sahelzone

Die Europäische Kommission ist nicht nur der führende Geber für die Bewältigung dieser Krise, sondern hat auch Ende 2011 als erste Institution darauf reagiert. Dank dieser raschen Reaktion auf die ersten Warnzeichen konnte sie bereits Tausenden von den 18 Millionen Menschen, die in acht Sahelländern von der Ernährungskrise betroffen sind, das Leben retten. Die Kommission setzt ihre Hilfe als Präventivmaßnahme für die schwächsten Gruppen ein: eine Million Kinder unter zwei Jahren und 500 000 Schwangere und stillende Mütter.

Neben den 337 Mio. EUR, die für die Ernährungskrise und den Konflikt in Mali gewährt wurden, stehen bereits weitere 208 Mio. EUR für die Finanzierung laufender Projekte zur Verfügung, mit denen die chronische Ernährungsunsicherheit in der Sahelzone bekämpft wird. Damit belaufen sich die Gesamtmittel der Kommission für die Erhöhung der Ernährungssicherheit in der Region auf 500 Mio. EUR.

Kontakt:

Catherine Ray (+322 29-69921)

Wojtek Talko (+322 29-78551)


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