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Kommission, Parlament und Europäischer Rat diskutieren mit führenden Vertretern der Religionsgemeinschaften über Solidarität zwischen den Generationen und demografischen Wandel in Europa

Commission Européenne - IP/12/773   12/07/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 12. Juli 2012

Kommission, Parlament und Europäischer Rat diskutieren mit führenden Vertretern der Religionsgemeinschaften über Solidarität zwischen den Generationen und demografischen Wandel in Europa

Brüssel, 12. Juli 2012 – Über zwanzig hochrangige Vertreter des Christentums, des Islam, des Judentums, des Hinduismus und der Bahá'í aus ganz Europa kamen heute in Brüssel zusammen, um über das Thema „Solidarität zwischen den Generationen: Weichenstellung für die europäische Gesellschaft von morgen“ zu diskutieren. Eingeladen hatten José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, und László Surján, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, in Vertretung von Präsident Martin Schulz. Offen und freimütig diskutierten die Vertreter über die Solidarität zwischen den Generationen und andere zentrale demografische Herausforderungen für Europa wie die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Förderung eines aktiven Alterns und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Präsident Barroso ermutigte die führenden Vertreter der Religionen, in einen öffentlichen Dialog einzutreten und den besonderen Beitrag deutlich zu machen, den Kirchen und Religionsgemeinschaften leisten können, um die Notwendigkeit von Solidarität zu vermitteln.

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, erklärte: „In Zeiten der Wirtschaftskrise tun wir alles, um das rechte Gleichgewicht zwischen Solidarität und Verantwortlichkeit zwischen den Mitgliedstaaten zu gewährleisten. Wir benötigen allerdings mindestens ebenso viel Solidarität und Verantwortlichkeit zwischen der jüngeren und der älteren Generation. Letztendlich können wir nur aus der Krise herausfinden und den Grundstein für eine gedeihliche Zukunft legen, wenn wir bei all unseren Unternehmungen die Solidarität zwischen Menschen und Generationen nicht vergessen. Sie ist das Bindeglied unserer Gemeinschaften.“ Die Kirchen und Religionsgemeinschaften sind in besonderem Maße geeignet, in unseren Gesellschaften Brücken zu schlagen.“

EU-Ratspräsident Van Rompuy betonte: „Wir können uns eine ‚verlorene Generation’ in Europa weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich und am allerwenigsten menschlich leisten. Genauso wenig können wir es uns leisten, ältere Menschen aufs Abstellgleis zu schieben, weil sie ‚weniger produktiv’ sind. Die Produktivität von Erfahrung und Know-how ist natürlich nicht so messbar wie die Produktivität bei der Herstellung von Verbrauchsgütern, aber eine afrikanische Weisheit lehrt uns, dass mit dem Tod eines alten Mannes eine ganze Bibliothek verlorengeht. In Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempeln und ihren NRO, in Schulen und Verbänden kommen auf lokaler Ebene Menschen zusammen. Auch deshalb können sie eine zentrale Rolle für ein besseres Verständnis und ein gegenseitiges Lernen zwischen den Generationen spielen.“

László Surján, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, bemerkte: „Solidarität zwischen den Generationen ist nicht nur in der jüdischen-christlichen Tradition eine Verpflichtung, sondern auch in anderen Religionen. Heutzutage ist es aber nicht nur eine Frage der Religion, denn die Solidarität zwischen den Generationen hat darüber hinaus konkrete finanzielle Auswirkungen: Die Schulden von heute können als potentielle Steuern von morgen gesehen werden. Der Schuldenabbau ist deshalb eine Frage der Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Schulden sind nicht nur eine Bürde für die nachfolgenden Generationen; aufgrund der Verzinsung vermehren sie sich noch. Die Europäer könnten sich nach Zeiten ohne Zinsen zurücksehnen oder andere Kulturen beneiden, denen Zinsen unbekannt sind. Es mag unrealistisch sein, über ein zinsfreies Finanzsystem nachzudenken, aber die alarmierenden Nachrichten aus der City of London sorgen mittlerweile für einen starken Wunsch nach etwas völlig Neuem.“

Während des Treffens forderten die Teilnehmer einhellig eine stärkere Sensibilisierung für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen und mehr Verantwortung in zentralen Bereichen. Hierzu gehört eine größere Solidarität zwischen Jung und Alt, die Bekämpfung von Diskriminierungen und ein effektiver Beitrag zur Gesamtstrategie der Kommission für mehr Wachstum in Europa. Voraussetzung hierfür ist ein Streben nach besserer Bildung, weniger Armut und einer faireren Gesellschaft.

Hintergrund

Das Thema der Tagung, „Solidarität zwischen den Generationen: Weichenstellung für die europäische Gesellschaft von morgen“, setzt einige Ziele der Kommissionsstrategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum insofern praktisch um, als es um ehrgeizige Ziele in den Bereichen Beschäftigung, Innovation, Bildung, Armutsbekämpfung und Klima/Energie geht. Darüber hinaus hat die Europäische Union das Jahr 2012 zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen erklärt. Diskriminierung aufgrund des Alters ist nicht nur eine Frage der Grundrechte, sondern auch ein wirtschaftliches Problem, da fähige und gut ausgebildete Menschen daran gehindert werden, Arbeit zu finden. Das Europäische Jahr bietet die Möglichkeit, neue Initiativen auf eine breitere Basis, zu der auch die Religionsgemeinschaften gehören, zu stellen.

Das heutige Treffen mit hochrangigen Vertretern der Religionsgemeinschaften war das achte in einer Reihe, die Kommissionspräsident Barroso 2005 ins Leben rief. Durch den Vertrag von Lissabon (2009) wurde der offene, transparente und regelmäßige Dialog mit den Kirchen und den religiösen, philosophischen und nichtkonfessionellen Organisationentransparent zum Primärrecht (Artikel 17 AEUV). Neben regelmäßigen Seminaren mit verschiedenen Gesprächspartnern finden jährlich ein Treffen mit führenden Vertretern der Religionen sowie ein Treffen mit Vertretern philosophischer und nichtkonfessioneller Organisationen statt.

Die Tagung fand am Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel statt. Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Europäischen Kommission, und Kommissionsmitglied Connie Hedegaard nahmen ebenfalls teil.

Teilnehmerverzeichnis: siehe MEMO/12/546

Europa 2020 Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum

Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen

Mehr zum Dialog der Europäischen Kommission mit Kirchen, Religionsgemeinschaften sowie mit philosophischen und nichtkonfessionellen Organisationen

Website von José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission

Kontakt:

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Jens Mester (+32 2 296 39 73)

Dirk Volckaerts (+32 2 299 39 44)


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