Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

EU-Kommissar Piebalgs kündigt neue Maßnahmen zur Unterstützung der Familienplanung an: „Frauen müssen das Recht haben, über die Zahl ihrer Kinder zu entscheiden“

Commission Européenne - IP/12/759   10/07/2012

Autres langues disponibles: FR EN LV

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 10. Juli 2012

EU-Kommissar Piebalgs kündigt neue Maßnahmen zur Unterstützung der Familienplanung an: „Frauen müssen das Recht haben, über die Zahl ihrer Kinder zu entscheiden“

Heute hat EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs neue Unterstützungsmaßnahmen angekündigt, die zur Bereitstellung zusätzlicher lebensrettender und erschwinglicher Informationen, Dienstleistungen und Hilfsmittel im Bereich der Empfängnisverhütung für Frauen und Mädchen in den ärmsten Ländern der Welt beitragen sollen.

Das neue Finanzierungspaket in Höhe von 23 Mio. EUR ist Teil einer Zusage der Europäischen Kommission, die morgen anlässlich des Gipfeltreffens zur Familienplanung bestätigt werden soll, das gemeinsam von der britischen Regierung und der Bill and Melinda Gates Foundation in Partnerschaft mit dem UNFPA (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen), Regierungen der Partnerländer, zivilgesellschaftlichen Gruppen, dem Privatsektor und Forschungs- und Entwicklungsinstituten veranstaltet wird. Mit dieser Zusage leistet die Europäische Kommission einen Beitrag zur Erreichung des Ziels des Gipfeltreffens, das darin besteht, bis zum Jahr 2020 zusätzlichen 120 Mio. Frauen in den ärmsten Entwicklungsländern Zugang zu Familienplanungsdiensten zu verschaffen.

Bei der Ankündigung dieser Unterstützung erklärte Entwicklungskommissar Andris Piebalgs: „In jedem Land stellt die Unterstützung von Familienplanungsdiensten eine der besten Zukunftsinvestitionen dar. In der heutigen Welt müssen alle Frauen die Möglichkeit haben, über die Zahl ihrer Kinder zu entscheiden. Hier geht es nicht nur um die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Frauenrechte, sondern auch um den Schutz der Gesundheit von Müttern und ihren Kindern.“

Vom Gesamtbetrag werden 8 Mio. EUR für den UNFPA bereitgestellt, der damit einigen der ärmsten Länder der Welt dabei helfen wird, dort, wo sie am dringendsten benötigt wird, gezielte Unterstützung im Bereich der Familienplanung zu leisten. Dazu gehört die Bereitstellung von Informationen und von Verhütungsmitteln wie z. B. Kondomen.

Auch in den Fällen, in denen ein Land den Bedarf unterschätzt hat und über keine Reserven mehr verfügt, wird mit diesem Geld die Bereitstellung von Verhütungsmitteln unterstützt.

Die restlichen Mittel in Höhe von 15 Mio. EUR werden NRO und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen für die Förderung von Familienplanungsdiensten zur Verfügung gestellt. Ziel dabei ist es u. a, die Menschen über die besten Möglichkeiten zur Familienplanung aufzuklären, sie darüber zu informieren, wo und wie sie Verhütungsmittel bekommen können, und sie für die Risiken für die Gesundheit von Müttern und Kindern zu sensibilisieren, die von unsicheren Verhütungsmethoden ausgehen.

Hintergrund

Zwischen 2007 und 2011 stellte die Europäische Kommission jedes Jahr durchschnittlich über 500 Mio. EUR für Gesundheitsprojekte und –programme bereit. Davon flossen 86 Mio. EUR in die Familienplanung.

In Entwicklungsländern verwenden mehr als 200 Mio. Frauen und Mädchen, die nicht bzw. noch nicht schwanger werden wollen, keine wirksame Verhütungsmethode. Folge sind über 75 Mio. ungewollte Schwangerschaften pro Jahr.

Würden die 215 Mio. Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern, die keinen Zugang zu Empfängnisverhütungsmitteln haben, moderne Methoden der Familienplanung verwenden, so würde die Zahl der ungewollten Schwangerschaften um mehr als 70 % zurückgehen. Jedes Jahr würden knapp 100 000 weniger Mütter und knapp 600 000 weniger Säuglinge sterben.

Wäre jede Frau in der Lage, nach einer Geburt mindestens zwei Jahre bis zur nächsten Schwangerschaft zu warten, so würde die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren um 13 % sinken. Betrüge der zeitliche Abstand zwischen Schwangerschaften drei Jahre, so würde die Kindersterblichkeit um 25 % zurückgehen.

Ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Tätigkeit der EU im Bereich der Familienplanung positiv auf das Leben von Frauen auswirkt, liefert das Projekt für sexuelle und reproduktive Gesundheit, das die EU gemeinsam mit dem UNFPA und der Internationalen Vereinigung für Familienplanung (IPPF) in 22 Ländern Afrikas, der Karibik und des pazifischen Raums durchführte. Im Rahmen dieses Projekts, das dem Ziel diente, besonders bedürftigen Bevölkerungsgruppen Zugang zu Diensten für sexuelle und reproduktive Gesundheit zu verschaffen, wurden mehr als 30 000 Ärzteteams, Fachkräfte von außerhalb des Gesundheitssektors und Freiwillige in diesem Bereich ausgebildet. Durch dieses Projekt erhielten mehr als 1,6 Mio. Menschen Unterstützung und Beratung zu Fragen der Familienplanung.

Weitere Informationen

Über die Arbeit der Europäischen Kommission im Gesundheitsbereich:

http://ec.europa.eu/europeaid/what/health/index_en.htm

Über das vom britischen Entwicklungshilfeministerium (DFID) veranstaltete Gipfeltreffen zum Thema Familienplanung:

http://www.dfid.gov.uk/News/Latest-news/2012/Family-planning-UK-to-host-summit-with-Gates-Foundation/

Über das Projekt für sexuelle und reproduktive Gesundheit:

http://ec.europa.eu/europeaid/documents/case-studies/acp_health-care_en.pdf

Beispiele für erfolgreiche Projekte im Rahmen früherer Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen in diesem Bereich:

http://ec.europa.eu/europeaid/documents/case-studies/srilanka_fight-against-aids_en.pdf

Kontakt:

Catherine Ray (+32 2 296 99 21)

Wojtek Talko (+32 2 297 85 51)


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site