Sélecteur de langues
Chemin de navigation

Europäische Kommission
Pressemitteilung
Brüssel, 7. Juli 2012
Von der EU unterstützte Forscher mit im Team bei der Entdeckung des Higgs-Bosons oder „Gottes-Teilchens“
30 Wissenschaftler, die im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen der Europäischen Union für Weiterbildung und Mobilität in der Forschung unterstützt wurden, waren an der Entdeckung des Higgs-Bosons oder „Gottes-Teilchens“ beteiligt, wie die Europäische Kommission heute bestätigte. Das Elementarteilchen, von dem Experten glauben, dass es die Grundlage aller Materie im Universum darstellt, wurde in der Europäischen Organisation für Teilchenforschung CERN in Genf entdeckt. Diese Entdeckung gilt als einer der wichtigsten Durchbrüche in der Geschichte der Wissenschaft. Die 30 Forscher arbeiten im Rahmen zweier von der EU unterstützter Initiativen, die 6,5 Mio. EUR an Fördergeldern erhalten haben.
„Wir sind äußerst stolz darauf, dass dem für die Entdeckung verantwortlichen Team 30 unserer Forscher angehören. Es muss der Traum eines jeden Wissenschaftlers sein, an einem Erfolg wie diesem beteiligt zu sein; ich hoffe, dass dies die Wissenschaftler ermutigen wird, in ihren Bestrebungen, die Grenzen der Erkenntnis immer weiter hinauszuschieben, nicht nachzulassen. Möge ihre Arbeit auch die Mädchen und Jungen inspirieren, die unsere nächste Wissenschaftlergeneration bilden werden“, kommentierte Androulla Vassiliou, die für die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) zuständige EU-Kommissarin.
Die 30 Forscher arbeiten im Rahmen der Projekte „ACEOLE“ und „TALENT“, die entscheidend zum Durchbruch beigetragen haben. ACEOLE half bei der Entwicklung der Datenauswertungssysteme, die beim Large Hadron Collider des CERN zum Einsatz kamen, wo das Teilchen entdeckt wurde. Das Projekt TALENT, das praktische Unterstützung für die Experimente bot, entwickelt Messinstrumente für ein besseres Verständnis der genauen Art des neuen Teilchens.
Forscher nutzen den mit 27 km Länge größten Teilchenbeschleuniger der Welt, den Large Hadron Collider des CERN, dazu, sogenannte Protonen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit aufeinander prallen zu lassen. Dann untersuchen sie die winzigen Trümmer auf Spuren von Partikeln, die nur für Sekundenbruchteile existieren, bevor sie wieder zerfallen. Diese flüchtigen Partikel waren Gegenstand einer 45 Jahre dauernden Suche, die Professor Peter Higgs, ein renommierter britischer Physiker, angestoßen hatte; es geht darum zu erklären, wie Materie – von Sternen und Planeten bis zu Menschen und allen anderen Geschöpfen in der Welt – zusammengehalten wird und „Masse“ erhält.
Die 30 EU-geförderten Forscher, die an der Entdeckung beteiligt waren, wurden aus zwei spezifischen EU-Beihilfesystemen im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen unterstützt: im Rahmen der Forscher-Erstausbildungsnetze, die führende öffentliche und private Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, Spitzenforschung und hochwertige Ausbildung für Wissenschaftler zu Beginn ihrer Karriere anzubieten, und im Rahmen von „COFUND“ zur Kofinanzierung regionaler, nationaler und internationaler Fellowship-Programme. Die EU stellt im Zeitraum 2007-2013 mehr als 4,5 Mrd. EUR für Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen bereit.
Hintergrund
Im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA, früher Marie-Curie-Maßnahmen) wurden seit der Einrichtung des Programms 1996 60 000 Forscher aus fast 130 Nationen gefördert. Mehr als die Hälfte der geförderten Forschungsprojekte beschäftigte sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Kampf gegen Krebs, Klimawandel und Energieknappheit. 38 % der unterstützten Personen sind weiblich und mehr als die Hälfte der an den Projekten beteiligten Unternehmen sind KMU.
Investiert wird in die Ausbildung und Karriereentwicklung von Wissenschaftlern in jeder Phase nach dem Studienabschluss. So werden hochwertige Promotionsstudien angeboten, um international wettbewerbsfähige Forscherkarrieren in Europa zu fördern. Die MSCA fördern auch die sektor-, fach- und länderübergreifende Mobilität von Wissenschaftlern und tragen damit zu den Zielen der EU-Initiative „Jugend in Bewegung“ und der Strategie Europa 2020 für Beschäftigung und Wachstum bei.
Im Rahmen des Vorschlags der Europäischen Kommission für das neue EU-Forschungsprogramm 2014-2020 „Horizont 2020“ werden die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen mit 5,75 Mrd. EUR für die Ausbildung von 50 000 neuen Forschenden ausgestattet.
Das Programm wird von der Exekutivagentur für die Forschung verwaltet, die der Europäischen Kommission seit 2009 angeschlossen ist.
Weitere Informationen
Website der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
Website von Androulla Vassiliou
Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU
Kontakt: Dennis Abbott (+32 229-59258) Dina Avraam (+32 229-59667) |