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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. Juli 2012

8,1 Mrd. EUR für Forschung und Innovation, um Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen

Die Europäische Kommission kündigte heute die letzte und zugleich umfangreichste Runde von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen innerhalb des Siebten Forschungsrahmenprogramms (RP7) an. Insgesamt 8,1 Mrd. EUR werden für Projekte und Ideen bereitgestellt, mit denen Europas Wettbewerbsfähigkeit gesteigert wird, Fragen wie die menschliche Gesundheit und der Umweltschutz angegangen werden und neue Lösungen für die zunehmenden Herausforderungen der Verstädterung und der Abfallbewirtschaftung gesucht werden. Diese Förderung – die Organisationen und Unternehmen in allen EU-Mitgliedstaaten und Partnerländern offensteht – stellt den Löwenanteil des vorgeschlagenen Forschungshaushalts der EU für 2013 dar, der insgesamt 10,8 Mrd. EUR beträgt. Diese Ankündigung erfolgte nur wenige Tage, nachdem die führenden Köpfe der EU im Pakt für Wachstum und Beschäftigung die Bedeutung von Forschung und Innovation hervorgehoben hatten.

Hierzu die für Forschung, Innovation und Wissenschaft zuständige EU-Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn: „Wissen ist das, was in der globalen Wirtschaft zählt. Wenn Europa im 21. Jahrhundert wettbewerbsfähig bleiben will, müssen wir die Forschungs- und Innovationsprojekte unterstützen, die jetzt und in Zukunft Wachstum und Arbeitsplätze sichern. Die starke Konkurrenz bei der Beantragung von EU-Fördermitteln stellt sicher, dass das Geld der Steuerzahler für die besten Projekte verwendet wird, die sich mit Fragen befassen, die uns alle betreffen.”

Die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen sind sowohl auf Innovationen als auch auf eine Reihe gesellschaftlicher Herausforderungen ausgerichtet und schaffen somit einen Übergang zu Horizont 2020, dem nächsten Forschungsförderungsprogramm der EU von 2014-2020. Insgesamt sind 4,8 Mrd. EUR für bestimmte thematische Forschungsprioritäten ausgewiesen. Industrielle Innovationen werden durch marktnahe Maßnahmen wie Pilot- und Demonstrationsprojekte, Standardisierung und Technologietransfer gefördert. Besonderes Augenmerk gilt den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), für die Fördermittel von bis zu 1,2 Mrd. EUR vorgesehen sind. Rund 2,7 Mrd. EUR werden dazu beitragen, Europas Reputation als Standort allererster Klasse in der Forschung zu festigen, hauptsächlich durch Einzelzuschüsse des Europäischen Forschungsrats (1,75 Mrd. EUR) und durch Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (963 Mio. EUR) für Ausbildung und Mobilität in der Forschung.

Damit die Spitzenforschung gleichmäßiger über Europa verteilt wird, wird eine neue Initiative für „Lehrstühle im Europäischen Forschungsraum (EFR)” ausgearbeitet. Bei einer 12 Mio. EUR umfassenden Pilot-Aufforderung werden insgesamt fünf EFR-Lehrstühle ausgewählt, die an Universitäten oder anderen förderfähigen Forschungsinstitutionen in weniger entwickelten Regionen in fünf verschiedenen EU-Ländern ansässig sein müssen. Um den Zuschlag für einen EFR-Lehrstuhl zu erhalten, müssen die betreffenden Institutionen ihre Fähigkeit zur Beherbergung von Spitzenforschung unter Beweis stellen; das heißt, dass sie über die notwendigen Einrichtungen verfügen und Grundsätze des Europäischen Forschungsraums wie z. B. offene Einstellungsverfahren beachten müssen.

Die meisten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen (Ausschreibungen zur Beantragung von Geldern) werden am 10. Juli veröffentlicht. Weitere spezifische Aufforderungen folgen noch im Herbst.

Hintergrund

Zu den thematischen Forschungsprioritäten des RP7 im Bereich der Innovation gehören: „Der Ozean von morgen” mit etwa 155 Mio. EUR zur Unterstützung des nachhaltigen Wachstums in der Meereswirtschaft; „Intelligente Städte und Gemeinden” mit etwa 365 Mio. EUR für Technologien zur Förderung der Nachhaltigkeit städtischer Gebiete; die Bekämpfung der Zunahme antibiotikaresistenter Bakterien mit etwa 147 Mio. EUR und innovative Lösungen zur Bewirtschaftung der Süßwasserressourcen mit nahezu 100 Mio. EUR.

Ein Teil der Aufforderungen ist auf die Förderungsziele der digitalen Agenda für die IKT‑Forschung ausgerichtet: Fast 1,5 Mrd. EUR sind für den Themenbereich Informations- und Kommunikationstechnologie vorgesehen.

Für KMU stehen im Rahmen der thematischen Forschungsprioritäten etwa 970 Mio. EUR zur Verfügung. Außerdem werden unter anderem weitere 150 Mio. EUR für Bürgschaften bereitgestellt, mit deren Hilfe über eine Hebelwirkung Kredite für KMU und mittelgroße Unternehmen (mit bis zu 500 Beschäftigten) in Höhe von insgesamt 1 Mrd. EUR verfügbar werden.

Es wird erwartet, dass die heute angekündigten 8,1 Mrd. EUR weitere 6 Mrd. EUR öffentlicher und privater Forschungsinvestitionen nach sich ziehen. Außerdem wird kurzfristig eine Beschäftigungszunahme von 210 000 Arbeitsplätzen angenommen und langfristig – über einen Zeitraum von 15 Jahren – eine Steigerung des Wachstums um 75 Mrd. EUR.1

Das seit 2007 laufende Rahmenprogramm RP7 ist mit insgesamt 55 Mrd. EUR für Forschung und Innovation ausgestattet. Bisher wurden mit ihm 19 000 Projekte mit insgesamt über 79 000 Beteiligten (Universitäten, Forschungsorganisationen und Unternehmen) in allen EU-Mitgliedstaaten gefördert. Alles in allem hat die EU auf diesem Weg bis jetzt 25,3 Mrd. EUR beigetragen. Schätzungen zufolge werden mit dem Programm bis 2013 etwa 55 000 berufliche Laufbahnen einzelner Forscherinnen und Forscher unmittelbar unterstützt worden sein.

Der gesamte Forschungshaushalt der EU enthält darüber hinaus Mittel, die nicht in den heute angekündigten Aufforderungen enthalten sind. Hierzu gehören die Förderung gemäß dem Euratom-Vertrag im Bereich der Kernenergieforschung (993 Mio. EUR) sowie die Unterstützung gemeinsamer Technologieinitiativen mit der Industrie (751 Mio. EUR) oder gemeinsamer Programme der Mitgliedstaaten. Außerdem fließen in den Haushalt Mittel für die Gemeinsame Forschungsstelle der Kommission und der Beitrag der Kommission zur Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis (RSFF) ein, die von der Gruppe der Europäischen Investitionsbank verwaltet wird.

Siehe auch MEMO/12/528

FP7: www.ec.europa.eu/research/fp7

Innovationsunion: http://ec.europa.eu/innovation-union (auf Englisch)

Europa 2020: http://ec.europa.eu/europe2020/index_de.htm

Horizont 2020: http://ec.europa.eu/research/horizon2020/index_en.cfm (auf Englisch)

Digitale Agenda: http://ec.europa.eu/digital-agenda (auf Englisch)

Kontakt:

Michael Jennings (+32 229-63388)

Monika Wcislo (+32 229-86595)

1 :

Siehe hierzu die Forschungsprojekte DEMETER, SIMPATIC, WIOD und NEUJOB: http://ec.europa.eu/research/social-sciences/index_en.html


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