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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 9. Juli 2012

Cyberkriminalität: EU-Bürger besorgt über die Sicherheit personenbezogener Daten und Online-Zahlungen

Einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage zufolge sind Internetnutzer sehr besorgt über die Cyber-Sicherheit: 89 % vermeiden die Offenlegung personenbezogener Daten im Internet, und 74 % sind der Meinung, dass das Risiko, ein Opfer der Cyberkriminalität zu werden, in den vergangenen Jahren gestiegen ist.

12 % der Internetnutzer in der EU haben bereits Erfahrungen mit Online-Betrug gemacht, 8 % sind Opfer von Identitätsdiebstahl geworden. Dennoch haben 53 % der User während des vergangenen Jahres keines ihrer Online-Passworte geändert.

Immer mehr Menschen holen das Meiste aus dem Internet heraus und profitieren von der digitalen Wirtschaft. Deshalb darf es nicht verwundern, dass für sie die Sicherheit von personenbezogenen Daten und Online-Zahlungen oberste Priorität hat. Umso erstaunlicher ist, dass lediglich die Hälfte der Europäer wirksame Maßnahmen ergreift, um sich gegen Cyberkriminalität zu schützen“, erklärte Cecilia Malmström, das für Inneres zuständige Kommissionsmitglied.

Die Umfrage, die unter fast 27 OOO EU-Bürgern in sämtlichen Mitgliedstaaten durchgeführt wurde, zeigt: Je besser die User über die Risiken der Cyberkriminalität informiert sind, umso sicherer fühlen sie sich im Internet. Die Mehrzahl derer, die sich beim Online-Banking oder Online-Shopping sicher fühlen, bekundet, auch gut über Cyberkriminalität informiert zu sein.

Es darf nicht sein, dass wir uns durch Cyberkriminelle von der Nutzung des Internets abhalten lassen. Je mehr wir darüber wissen, welche Risiken bestehen und wie wir uns schützen können, umso mehr können wir von unserem digitalen Leben profitieren“, so Frau Malmström.

Weitere wichtige Ergebnisse der Umfrage:

  • 53 % der Internetnutzer geben an, Waren und Dienstleistungen online zu kaufen, 52 % nutzen Websites zur sozialen Vernetzung, 48 % betreiben Online-Banking und 20 % verkaufen Waren oder Dienstleistungen im Internet.

  • 29 % der Befragten fehlt die Zuversicht, das Internet für Angelegenheiten wie Online-Banking oder Einkäufe im Internet nutzen zu können.

  • 59 % fühlen sich unzureichend über die Risiken der Cyberkriminalität informiert.

  • 40 % befürchten, dass ihre personenbezogenen Daten gestohlen oder missbräuchlich verwendet werden könnten, und 38 % bezweifeln die Sicherheit von Zahlungen im Internet.

Im März dieses Jahres schlug die Kommission die Schaffung eines Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität vor, das ab 2013 die europäischen Bürger und Unternehmen gegen die zunehmenden Cyber-Bedrohungen schützen soll. Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (IP/12/317 und MEMO/12/221) wird sich vor allem der Bekämpfung illegaler Online-Aktivitäten der organisierten Kriminalität widmen, insbesondere Angriffen auf automatisierte Bankdienstleistungen und auf sonstige finanzielle Tätigkeiten im Internet. Das Zentrum wird auch prüfen, wie Profile in sozialen Netzwerken besser vor kriminellen Eingriffen geschützt werden können, und Informations- und Analysematerial für die nationalen Strafverfolgungsbehörden bereitstellen. Hierdurch sollen die Behörden besser in die Lage versetzt werden, zur Bekämpfung von Identitätsdiebstahl im Internet, von sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung von Kindern sowie von Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen und Informationssysteme in Europa beizutragen.

Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität soll im Januar kommenden Jahres seinen Betrieb aufnehmen. Der Aufbau des Zentrums ist am Europol-Sitz in Den Haag voll im Gange. Zu den wichtigsten Aspekten gehören die Errichtung eines Cybercrime-Labors, die Schaffung von etwa 30 Vollzeitstellen sowie Kontakte zu den Mitgliedstaaten, die durch Sachverständige am Zentrum vertreten sein werden. In den vergangenen Monaten hat Europol auch seine praktische Unterstützung für Ermittlungen im Zusammenhang mit Cyberkriminalität in den Mitgliedstaaten intensiviert. Im Rahmen der Entwicklung des Zentrums werden Kontakte mit nationalen Cybercrime-Stellen bei Strafverfolgungsbehörden und mit Akteuren im Bereich Cyber-Sicherheit und Virusbekämpfung aus dem Privatsektor aufgebaut.

Im September 2010 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie zur Bekämpfung neuer Formen von Cyberkriminalität wie Cyber-Großangriffen vor. Konkret wird vorgeschlagen, die Herstellung und den Verkauf von Schadprogrammen unter Strafe zu stellen und die polizeiliche Zusammenarbeit in Europa zu verbessern. Mit dem Vorschlag sollen Europas Reaktion auf Internetstörungen gestärkt sowie neue erschwerende Umstände und höhere strafrechtliche Sanktionen eingeführt werden, um die steigende Bedrohung und die zunehmenden Großangriffe auf Informationssysteme wirksamer zu bekämpfen.

Über diese Maßnahmen hinaus ist es an der Zeit, dass die EU eine Vision präsentiert, wie sich aus einem breiteren Blickwinkel betrachtet die Sicherheit im Cyberraum erhöhen lässt. Vor diesem Hintergrund arbeiten derzeit die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) an einer europäischen Strategie für Cyber-Sicherheit. Ein umfassendes Konzept für Cyber-Sicherheit muss neben den betreffenden Behörden auch den Privatsektor mit einbeziehen, der die meisten Internet-Infrastrukturen besitzt und betreibt. Die Strategie muss sich einer Vielzahl von Politikbereichen widmen, die durch Risiken und Bedrohungen der Cyber-Sicherheit beeinträchtigt werden können. Sie wird Maßnahmen umfassen, die unter anderem auf den Schutz von Infrastrukturen und auf Cyberkriminalität gerichtet sind und externen Aspekten wie der Bedeutung des Cyberraums für Demokratiebewegungen sowie dem Kapazitätenaufbau in Drittstaaten Rechnung tragen.

Nützliche Links

Das vollständige Eurobarometer zur Cyberkriminalität mit Einzelergebnissen für jeden EU-Mitgliedstaat:

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_399_380_en.htm#390

http://ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htm

Website von Cecilia Malmström

Kommissarin Malmström auf Twitter

Website der Generaldirektion Inneres

Generaldirektion Inneres auf Twitter

Kontakt:

Michele Cercone (+32 2 298 09 63)

Tove Ernst (+32 2 298 67 64)


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