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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. Juli 2012

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme der europäischen Papiertuchsparte von Georgia-Pacific durch schwedischen Konkurrenten SCA mit Auflagen

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der europäischen Verbrauchsgütersparte des US-amerikanischen Herstellers Georgia-Pacific (Georgia-Pacific Europe – GPE) durch den schwedischen Konzern Svenska Cellulosa Aktiebolaget SCA AB (SCA) nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Sowohl SCA als auch GPE produzieren Toilettenpapier und andere Papiertuchprodukte. Die Freigabe erfolgt unter der Auflage, dass einzelne Geschäftsbereiche im Vereinigten Königreich, in Irland, Schweden und in den Niederlanden veräußert werden, wo ansonsten durch die Übernahme wesentlicher Wettbewerbsdruck auf das zusammengeschlossene Unternehmen ausgeschaltet werden würde. Die am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen haben mit Verpflichtungszusagen auf die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission reagiert.

„Diese Übernahme führt zwei große Papiertuchhersteller zusammen, deren Produkte auf der Einkaufsliste eines jeden Verbrauchers in Europa stehen. Die Zusagen der beteiligten Unternehmen stellen sicher, dass nach dem Zusammenschluss keine höheren Preise auf die Verbraucher zukommen“, so der für Wettbewerbsfragen zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia.

Nach Auffassung der Kommission führte die geplante Übernahme, so wie sie ursprünglich angemeldet worden war, zu Wettbewerbsproblemen im Vereinigten Königreich und in Irland, denn dort hätte es bei Produktion und Angebot der beiden Unternehmen hinsichtlich der Marken- und Eigenmarkenprodukte für Toilettenpapier und Haushaltstücher (die bekannten Küchenrollen) keinen ausreichenden Wettbewerbsdruck mehr seitens anderer Wettbewerber gegeben. Die Kommission hatte ähnliche Bedenken in Bezug auf die Produktion und das Angebot von Toilettenpapier und Haushaltstüchern, die in Schweden unter Eigenmarken verkauft werden, und in Bezug auf die Produktion und das Angebot von Markenhaushaltstüchern in den Niederlanden.

Um die Bedenken der Kommission hinsichtlich der Wettbewerbslage im Vereinigten Königreich und in Irland auszuräumen, boten die beteiligten Unternehmen an, eine Produktionsstätte sowie einige Toiletten- und Haushaltstüchermarken, u. a. Thirst Pockets, Inversoft, Kittensoft, Nouvelle und Dixcel, zu veräußern. Bei den Einzelhandelsmarken werden die beteiligten Unternehmen eine Produktionsanlage für Papiertücher und damit verbundene Papierproduktionskapazitäten veräußern. Durch diesen Verkauf wird der durch den geplanten Zusammenschluss hervorgerufene Zuwachs in diesen Bereichen ausgeglichen. Den Bedenken der Kommission hinsichtlich des Wettbewerbs in Schweden begegnen die beteiligten Unternehmen mit der Veräußerung einer ihrer integrierten Produktionsstätten in Skandinavien, in der Papier produziert und auf mehreren Produktionslinien Papier zu Papiertuchprodukten weiterverarbeitet wird. Auf die Wettbewerbsbedenken der Kommission betreffend die Niederlande reagierten die Unternehmen mit der Zusage, für ihre Marken Lotus und Lotus Moltonel Lizenzen an einen Käufer zu vergeben, der die Produkte dann unter einem anderen Markennamen anbieten würde. Um die nötige Rentabilität zu gewährleisten, soll die Verpflichtung zur Lizenzvergabe auch für Belgien und Luxemburg gelten.

Die Kommissionsuntersuchung ergab, dass die veräußerten Unternehmensteile rentabel wirtschaften könnten und die Zusagen geeignet sind, sämtliche wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen.

Für die übrigen Märkte, auf denen sich die Tätigkeitsbereiche der beteiligten Unternehmen überschneiden, hat die Untersuchung ergeben, dass das zusammengeschlossene Unternehmen nach wie vor mit mehreren ernstzunehmenden Wettbewerbern konkurrieren müsste und der geplante Zusammenschluss somit wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist.

Angesichts der angebotenen Abhilfemaßnahmen kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass der geplante Zusammenschluss in der geänderten Form den Wettbewerb weder im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem Teil des EWR erheblich behindern wird. Der Genehmigungsbeschluss ergeht unter der Auflage, dass die Verpflichtungszusagen strikt eingehalten werden.

Der geplante Zusammenschluss wurde am 15. Mai 2012 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Sowohl SCA als auch Georgia Pacific-Europe sind im Bereich Hygienepapier und Verpackungen tätig.

SCA ist ein internationaler Hersteller von Zellulose- und Papierprodukten und entwickelt, produziert und vermarktet Körperpflegemittel, Papiertücher, Druckpapier und feste Holzprodukte. SCA-Marken sind Edet, Zewa, Plenty und Tork.

Georgia-Pacific Europe gehört zur US-amerikanischen Unternehmensgruppe Georgia-Pacific, die wiederum eine 100%ige Tochtergesellschaft der Koch Industries, Inc. ist. GPE-Marken sind Lotus und Lotus Professional.

Beide Unternehmen produzieren Markenpapiertücher wie auch Eigenmarkenprodukte. Markenpapiertücher sind Produkte, die unter dem Markennamen des Herstellers verkauft werden, z. B: Plenty von SCA. Demgegenüber werden Eigenmarkenprodukte von den Papiertuchherstellern im Auftrag großer Einzelhandelsunternehmen produziert, die die Rechte an der betreffenden Marke besitzen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Das Vorhaben wurde am 15. Mai 2012 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6455

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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