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Kommission startet neuen Dialog über die Hochschulbildung mit den Ländern im südlichen Mittelmeerraum

European Commission - IP/12/732   02/07/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 2. Juli 2012

Kommission startet neuen Dialog über die Hochschulbildung mit den Ländern im südlichen Mittelmeerraum

Brüssel, 2. Juli 2012 – Die Europäische Kommission hat einen neuen Dialog mit den Ländern im südlichen Mittelmeerraum zu Hochschulpolitik und ‑programmen eingeleitet. Dies geschieht im Rahmen des Fahrplans zur Konsolidierung der Fortschritte in der Region nach dem „Arabischen Frühling“ im Jahre 2011. Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, führt den Vorsitz bei einer zweitägigen Abschlussveranstaltung in Brüssel (2./3. Juli) mit Ministern und höheren Beamten aus Ländern des südlichen Mittelmeerraums, bei der es darum geht, die Herausforderungen in der Hochschulbildung zu bewerten und zu erörtern, wie die EU ihre Zusammenarbeit mit und Unterstützung für diese Länder in der Zukunft ausbauen kann. George Demosthenous, der zyprische Minister für Bildung und Kultur, wird den EU-Ratsvorsitz vertreten. Teilnehmen wird auch Fathi Akkari, Libyens stellvertretender Minister für Hochschulbildung.

Bei der Veranstaltung erklärte die Kommissarin: „Die Zukunft der Länder des südlichen Mittelmeerraums liegt selbstverständlich in den Händen ihrer Bevölkerung und ihrer politischen Führung. Aber die Europäische Union ist bereit, die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu unterstützen. Wir haben daher Schritte unternommen, um unsere neuen Partnerschaften in einem gemeinsamen Engagement für die Werte zu konsolidieren, die uns allen so am Herzen liegen: Demokratie, Menschenrechte, verantwortungsvolle Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit. Bildung ist von zentraler Bedeutung für unsere Anstrengungen. Um unser Ziel eines demokratischen und blühenden südlichen Mittelmeerraums zu erreichen, müssen wir uns auf die jungen Menschen konzentrieren.“

Die Europäische Kommission hat über ihre internationalen Programme für Hochschulbildung, Tempus und Erasmus Mundus, deutlich mehr Mittel für den südlichen Mittelmeerraum bereitgestellt. Tempus, das die Modernisierung des Hochschulwesens fördert, erhielt zusätzliche 12,5 Mio. EUR für die Jahre 2012 und 2013, wodurch die Gesamtausgaben auf 29 Mio. EUR jährlich steigen. Erasmus Mundus zur Förderung der europäischen Hochschulbildung und der interkulturellen Zusammenarbeit durch Kooperation mit Drittländern wird 2012-2013 in den südlichen und östlichen Nachbarländern 80 Mio. EUR bereitstellen, mehr als doppelt so viel wie ursprünglich vorgesehen.

Der neue politische Dialog bezieht Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Tunesien und die besetzten palästinensischen Gebiete ein. Zu einem späteren Zeitpunkt kann auch Syrien zur Teilnahme eingeladen werden.

Hintergrund

Ziele des Dialogs mit den Ländern im südlichen Mittelmeerraum zu Hochschulpolitik und -programmen:

  • Schaffung einer regionalen Plattform für politischen Dialog zu Bildung, Hochschulbildung, beruflicher Bildung, Weiterbildung und Jugendthemen

  • Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren, insbesondere auf der Grundlage der Erfahrungen im Rahmen von Tempus und Erasmus Mundus

  • Bewertung der EU-Unterstützung und Ermittlung des weiteren Bedarfs

  • Förderung der regionalen Zusammenarbeit

  • Unterstützung der Partner bei der Modernisierung und Reform der Hochschulsysteme und Förderung ihrer freiwilligen Annäherung an den Bologna-Prozess und den Europäischen Forschungs- und Hochschulraum

  • deutliche Verbesserung der Kenntnis und Nutzbarmachung der von der EU unterstützten Programme (Erasmus Mundus, Tempus, Jean Monnet, Marie Curie) für die Förderung der Reform der Hochschulsysteme

  • Information der Partnerländer über verstärkte künftige Möglichkeiten im Rahmen von „Erasmus für alle“, das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (2014-2020)

  • Unterstützung der Zusammenarbeit und Mobilität innerhalb der Region

Wichtigste Herausforderungen für die Hochschulbildung in den südlichen Mittelmeerländern

Es gibt nicht genügend gut ausgebildete Lehrkräfte für die zunehmende Zahl von Studierenden. In einigen Ländern haben niedrige Gehälter die Lehrkräfte veranlasst, Nebentätigkeiten aufzunehmen, was sich negativ auf die Qualität des Unterrichts sowie auf Umfang und Qualität der Forschung auswirkt. Die berufliche Entwicklung des Personals ist begrenzt, und Programme zur Verbesserung ihrer Qualifikation und ihrer pädagogischen Fähigkeiten sind rar. Auch die unzureichende Anpassung der von den Hochschulen angebotenen Studiengänge an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ist derzeit ein zentrales Thema in allen nationalen Entwicklungsprogrammen und ‑projekten.

Die Studierendenzahlen sind in den letzten Jahren stark angestiegen, insbesondere in Ägypten, Jordanien und Tunesien. Zu wenig Lehrer für zu viele Studierende sind einer der Gründe für das sinkende Niveau der Lehre und des Lernens. Die unzureichende Mittelausstattung hat schwerwiegende Auswirkungen auf Qualität und Relevanz der Hochschulbildung.

Mittel der EU für die Zusammenarbeit mit den Ländern im südlichen Mittelmeerraum

Tempus begann 1990 in Mitteleuropa; acht Länder des südlichen Mittelmeerraums (Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Marokko, die besetzten palästinensischen Gebiete, Syrien, Tunesien) schlossen sich 2002 an. Israel kam 2008 hinzu, Libyen 2010. Seitdem wurden 143 Mio. EUR für die Region bereitgestellt, davon 87 Mio. EUR (61 %) für den Nahen Osten und 56 Mio. EUR (39 %) für Nordafrika.

Die bereitgestellten Mittel wurden genutzt für die Finanzierung (2002 – 2011) von

  • 221 Projekten zum Aufbau von Institutionen (ca. 60 % im Nahen Osten, 40 % in Nordafrika);

  • 63 Strukturmaßnahmen auf nationaler Ebene (rund 55 % im Nahen Osten und 45 % in Nordafrika);

  • 632 Stipendien für individuelle Mobilität (nur bis 2006).

Erasmus Mundus: Zwischen 2007 und 2011 hat die Kommission Studienmöglichkeiten in Europa für 1385 Studierende (einschließlich Doktoranden und Postdoktoranden) aus Nordafrika und dem Nahen Osten sowie Studien-/Lehraufenthalte für 203 Wissenschaftler finanziert. Von den 1385 Studierenden kamen 267 aus Ägypten, 169 aus Tunesien, 179 aus Algerien, 213 aus Marokko, 181 aus Israel, 165 aus den besetzten palästinensischen Gebieten, 94 aus Jordanien, 64 aus Syrien und 53 aus dem Libanon.

Für den Zeitraum 2004-2011 hat die Kommission ebenfalls Stipendien (zwei bis drei Jahre) für 275 Studierende aus der Region zur Teilnahme an gemeinsamen ERASMUS-MUNDUS-Masterstudiengängen und Promotionsprogrammen bereitgestellt. Die Masterstudierenden kamen aus Ägypten (57), Israel (46), Algerien, Marokko, Libanon und Tunesien (jeweils rund 30).

Nähere Informationen

„Erasmus Mundus“

http://eacea.ec.europa.eu/erasmus_mundus/

http://ec.europa.eu/education/external-relation-programmes/mundus_de.htm

Tempus

http://eacea.ec.europa.eu/tempus/

http://ec.europa.eu/education/external-relation-programmes/tempus_de.htm

Androulla Vassilious Website

Androulla Vassiliou auf Twitter folgen: @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258)

Dina Avraam (+32 229-59667)


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