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Handelsabkommen EU-Korea: Ein Jahr danach

European Commission - IP/12/708   27/06/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 27. Juni 2012

Handelsabkommen EU-Korea: Ein Jahr danach

Die EU und Südkorea konnten am 1. Juli 2012 den ersten Jahrestag der Anwendung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Korea begehen. Dieses Abkommen war das erste einer neuen Generation von Freihandelsabkommen. Damit werden Handelshemmnisse in nie dagewesenem Umfang abgebaut. Seither können europäische und koreanische Unternehmen leichter Geschäfte miteinander machen. Mit dem Freihandelsabkommen wurden die Einfuhrzölle auf europäische Waren an der koreanischen Grenze gesenkt. Dadurch haben EU-Unternehmen in nur9 Monaten schätzungsweise bereits 350 Mio. EUR an Zöllen eingespart.

„Die erfolgreiche Anwendung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea zeigt, dass die EU-Handelspolitik auf dem richtigen Weg ist. Es hat bereits wesentlich zur wirtschaftlichen Erholung Europas beigetragen“, erklärte EU-Handelskommissar Karel De Gucht. „Dieses Handelsabkommen der neuen Generation ist zusammen mit den anderen anstehenden Abkommen ein wichtiger Eckstein der Wachstumsstrategie für Europa.“

Das Freihandelsabkommen EU-Korea trat am 1. Juli 2011 in Kraft.

Damit werden Zölle auf gewerbliche Waren und landwirtschaftliche Erzeugnisse Schritt für Schritt abgebaut. Die ersten Zollsenkungen wurden am 1. Juli 2011 wirksam. Bis zum 1. Juli 2016 werden (gemessen am Handelswert) 98,7 % der Einfuhrzölle der EU und Südkoreas auf gewerbliche Waren und landwirtschaftliche Erzeugnisse abgebaut sein. Im Juli 2031 werden 99,9 % des bilateralen Handels zwischen der EU und Südkorea zollfrei abgewickelt werden. Alles in allem ist nur eine begrenzte Zahl landwirtschaftlicher Erzeugnisse vom Zollabbau ausgeschlossen.

Da die meisten Zollvorteile erst zu einem späteren Zeitpunkt spürbar werden und die meisten Änderungen im Regulierungsbereich noch umzusetzen sind, lassen sich die positiven Ergebnisse des Abkommens erst nach fünf bis zehn Jahren mit Gewissheit bewerten. Daher kann ein Jahr nach Beginn der Anwendung des Abkommens lediglich ein erster Eindruck von seiner Wirkung vermittelt werden.

Da die Daten für ein volles Jahr erst im Herbst 2012 vorliegen werden, wurden bei der Bewertung des EU-Handels mit Korea die Zahlen aus den neun Monaten ab dem Inkrafttreten im Juli 2011 bis Ende März 2012 mit dem Durchschnitt der Zahlen aus den gleichen Monaten der vier vorausgegangenen Jahre verglichen, um den Handelsschwankungen aufgrund der Krise Rechnung zu tragen1.

Dem zufolge erhöhten sich die Ausfuhren der EU nach Südkorea in den ersten 9 Monaten seit Anwendungsbeginn gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 um 6,7 Mrd. EUR, d. h. um 35 %. Zwar stiegen die Ausfuhren der EU in andere Länder in diesem Zeitraum ebenfalls an (+25 %). Die Zunahme der Ausfuhren nach Korea (+35 %) zeigt aber doch, dass die erste Runde des Zollabbaus bereits Früchte trägt.

Dies wird daran deutlich, dass die Ausfuhren der EU nach Korea genau in den Bereichen stärker zulegten, in denen die Zölle aufgrund des Abkommens bereits abgeschafft oder zumindest teilweise abgebaut wurden:

  • Die Ausfuhr von Waren, deren Zölle am 1. Juli 2011 abgeschafft wurden (darunter Wein, einige chemische Erzeugnisse, Textilwaren und Bekleidung, Eisen- und Stahlerzeugnisse, Maschinen und Geräte, die 34 % der Ausfuhren der EU nach Südkorea ausmachten) legte um 2,7 Mrd. EUR, d. h. um  46 %, zu.

  • Bei den Erzeugnissen, die am 1. Juli 2011 nur teilweise liberalisiert wurden (wie Kraftfahrzeuge und landwirtschaftliche Erzeugnisse, auf die 44 % der Ausfuhren der EU nach Korea entfielen), lag der Anstieg bei 3 Mrd. EUR, d. h. bei 36 %.

  • Die Ausfuhr von Erzeugnissen, bei denen die Zölle unverändert blieben (beispielsweise einige landwirtschaftliche Erzeugnisse, die 18 % der EU-Ausfuhren ausmachten), stieg um 1 Mrd. EUR, d. h. um 23 %.

Somit lag der Ausfuhrwert der Waren, die von der abkommensbedingten Liberalisierung der koreanischen Zölle profitierten, um 1,7 Mrd. EUR über dem Wert, der ohne die Liberalisierung erreicht worden wäre.

Die Ausfuhren einiger ganz bestimmter Erzeugnisse wuchsen schneller als der Durchschnitt. Hier einige Beispiele:

  • Die Schweinefleischausfuhren stiegen um fast 120 %, was einem zusätzlichen Absatz im Wert von fast 200 Mio. EUR entspricht.

  • Die Ausfuhr von Taschen und Reiseartikeln aus Leder legte um über 90 % zu, was einem zusätzlichen Absatz von 150 Mio. EUR entspricht.

  • EU-Maschinen zur Halbleiterfertigung waren offensichtlich sehr erfolgreich, denn die Einfuhren nach Korea stiegen um 75 %, das entspricht einem Ausfuhrzuwachs im Wert von 650 Mio. EUR.

  • Die Ausfuhr von Kraftfahrzeugen aus der EU erhöhte sich um über 70 %, was einem zusätzlichen Fahrzeugabsatz in Korea im Wert von 670 Mio. EUR entspricht.

Das Abkommen zielt jedoch nicht nur auf die Abschaffung der Zölle auf beinahe den gesamten Warenhandel ab, sondern auch auf die Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse, die sich in vielen Fällen als besonders hinderlich erwiesen. Es enthält außerdem Bestimmungen zu vielen anderen Feldern; diese reichen von Dienstleistungen und Investitionen über öffentliche Ausschreibungen, Rechte des geistigen Eigentums und Regulierungstransparenz bis hin zu nachhaltiger Entwicklung. Damit zugesagte Rechte auch durchgesetzt werden können, wurden wirksame Schlichtungs‑ und Streitbeilegungsmechanismen eingeführt. Schließlich wurden mit dem Abkommen verschiedene Gremien institutionalisiert, die dessen Durchführung überwachen; dazu zählt der Freihandelsausschuss EU-Korea, in dem Kommissar De Gucht und der koreanische Handelsminister gemeinsam den Vorsitz führen, ferner verschiedene Unterausschüsse und Arbeitsgruppen wie der Zollausschuss oder die Arbeitsgruppen für Kraftfahrzeuge, Arzneimittel bzw. chemische Erzeugnisse, die alle mit der Umsetzung des Abkommens befasst sind.

Hintergrundinformationen zum Handel zwischen der EU und Südkorea

Südkorea ist der sechstgrößte Handelspartner der EU außerhalb Europas (hinter den USA, China, Japan, Indien und Brasilien) und der zehntgrößte insgesamt. Die EU zählt zu den vier größten Ausfuhrmärkten Südkoreas neben China, Japan und den USA.

2010 erreichte der Wert der EU-Dienstleistungsausfuhren nach Südkorea 7,5 Mrd. EUR; gleichzeitig nahm der EU-Markt koreanische Dienstleistungen im Wert von 4,5 Mrd. EUR auf.

Europäische Unternehmen zählen außerdem unverändert zu den größten Investoren in Südkorea. Daten aus dem Jahr 2010 zufolge beläuft sich der Wert ihrer Investitionen seit 1962 (als die Aufzeichnungen begannen) auf nahezu 40 Mrd. EUR.

Weiterführende Informationen:

Rede des EU-Handelskommissars Karel De Gucht: EU-Korea FTA: A Solid Foundation for Growth and Jobs, Brüssel, 26. Juni 2012

SPEECH/12/501

Der Handel zwischen der EU und Südkorea:

http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/bilateral-relations/countries/korea/

Wortlaut des Abkommens:

http://eur-lex.europa.eu/JOHtml.do?uri=OJ:L:2011:127:SOM:DE:HTML

Kontakt :

John Clancy (+32 229-53773)

Helene Banner (+32 229-52407)

1 :

1. Juli 2011 bis 31. März 2012 verglichen mit dem Durchschnitt für den gleichen Zeitraum in den letzten 4 Jahren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen Eurostat-Daten bis zum 31. März 2012 vor.


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