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Beschäftigung: Quartalsbericht bestätigt weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes in der EU und der sozialen Lage

European Commission - IP/12/695   27/06/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 27. Juni 2012

Beschäftigung: Quartalsbericht bestätigt weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes in der EU und der sozialen Lage

Laut dem heute veröffentlichten Vierteljährlichen Bericht bleiben die Beschäftigungssituation und die soziale Lage in der EU weiterhin getrübt. Die Situation stellt sich in den Mitgliedstaaten weiter sehr unterschiedlich dar: in etwa der Hälfte wächst die Wirtschaft noch, andere Länder verzeichnen negatives Wachstum oder allenfalls ein Stagnieren der Wirtschaft.

Der Bericht bestätigt, dass die Beschäftigung insgesamt stagniert und in der Eurozone sogar leicht zurückgeht. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten verzeichnet steigende Arbeitslosigkeit, die Quote stieg im Frühjahr 2012 auf über 10%. Der Bericht beleuchtet einige Teilbereiche genauer: Arbeitsmarktsegmentierung, Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen und junger Menschen, Wanderungsströme innerhalb der EU, die Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaftssektoren, die Ausgaben für die soziale Sicherheit, finanzielle Notlagen und Lebensbedingungen.

"Diese aktuellen Daten zeigen, dass sich die Lebensbedingungen der Europäer in einigen Mitgliedsländern deutlich verschlechtert haben. Die Erkenntnisse unterstreichen noch einmal, wie wichtig es ist, dass es eine robuste Lösung zur Wirtschafts- und Finanzkrise gibt und dass die Mitgliedsländer die Länderspezifischen Empfehlungen wie auch die Maßnahmen aus dem Beschäftigungspaket umsetzen müssen", bestätigt der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, László Andor. "Wir müssen Wachstum schaffen, das auch am Arbeitsmarkt ankommt. Nur so können wir verhindern, dass Menschen dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt werden."

Arbeitsmarktsegmentierung

Der Quartalsbericht zeigt, dass obwohl die Mitgliedstaaten versuchen, die Lücke zwischen befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen mit aktiver Arbeitsmarktpolitik zu verringern, weiterhin bedeutende Unterschiede zwischen den Beschäftigungsbedingungen in vielen Ländern bestehen. . In den Entwürfen der 2012er Länderspezifischen Empfehlungen wird das Problem Segmentierung deutlich aufgezeigt, und einige Mitgliedsländer werden dazu aufgefordert, die Einstellung junger Leute und von Frauen und von älteren Arbeitskräften zu erleichtern, indem die Gesetze zur Beschäftigungssicherung entsprechend angepasst werden. Das Beschäftigungspaket unterstützt auch Maßnahmen für eine angemessene Vertragsgestaltung, um dem Problem der Segmentierung vorzubeugen und Übergänge zu erleichtern.

Beteiligung von Frauen und von jungen Menschen am Arbeitsmarkt

Ein Lichtblick ist, dass die Quote der Nichtbeteiligung am Arbeitsmarkt zuletzt gefallen ist. Dies ist vor allem einem deutlichen Anstieg der Beteiligung von Frauen zu verdanken. Auf der anderen Seite ging die Beteiligung junger Menschen zurück. Dieser Trend ist vor allem dadurch erklärt, dass junge Menschen länger in (Aus-)Bildung bleiben. Aber auch die Zahl derjenigen jungen Menschen, die weder in Bildung, Ausbildung oder in Beschäftigung sind (sog. NEET - Not in Employment, Education or Training), ist im Jahr 2011 weiter gestiegen: auf 12,9% der Bevölkerung im Alter von 15 bis 24 Jahren, 2,0% höher als im Jahr 2008. In den Entwürfen der 2012er Länderspezifischen Empfehlungen wird den Mitgliedstaaten nahegelegt, sich auf die Stärkung der Arbeitsmarktbeteiligung unterrepräsentierter Gruppen zu konzentrieren: ältere Arbeitskräfte, Frauen, Jüngere, niedrig Qualifizierte und Einwanderer. Die Empfehlungen plädieren besonders für Maßnahmen zur verbesserten Beschäftigungsfähigkeit durch effiziente und maßgeschneiderte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen; die Verbesserung des Übergangs vom Schul- zum Erwerbsleben durch eine Verringerung der Schulabbruchquoten; die Förderung der Ausbildung; das Verfügbarmachen bezahlbarer Betreuungssysteme; die Reduzierung der Steuerbelastung des Faktors Arbeit, damit die Arbeitskosten mit der Produktivitätsentwicklung im Einklang stehen. Die Kommission wird gegen Ende 2012 auch einen Vorschlag für eine Ratsempfehlung zur "Jugendgarantie" machen und Aktivierungsmaßnahmen für junge Menschen im Zusammenhang mit Jugendgarantie-Systemen fördern.

Wanderungsströme

Wegen der hohen Arbeitslosigkeit in südeuropäischen Ländern ist die Zahl derjenigen Europäer, die in anderen Ländern leben und arbeiten möchten, deutlich gestiegen. Dies gilt vor allem für junge Menschen. Die jüngsten Zahlen bestätigen, dass die Arbeitsmobilität von Menschen aus diesen Ländern gestiegen ist - vor allem Deutschland ist das Ziel. Im Februar 2012 war die Anzahl der in Deutschland tätigen südeuropäischen Bürger im Vergleich zum Jahr zuvor um 22.000 gestiegen. Jedoch sind diese Ströme immer noch gering im Verhältnis zur Zahl der Arbeitslosen in südeuropäischen Ländern (8,7 Millionen im Jahr 2011). Wanderungen aus Osteuropa bleiben beachtlicher und sind ebenfalls gestiegen. Die Auswanderung von EU-Bürgern in nicht-EU Länder bleibt gering, obwohl sich für einige Länder neue Muster abzeichnen: die Zahl der australischen Beschäftigungs-Visa an irische Staatsbürger hat sich im Vergleich zum letzten Jahrzehnt verdreifacht.

Die Auswirkung der Krise auf die verschiedenen Sektor

Große Unterschiede tun sich auf zwischen den Industriesektoren, wobei der Bausektor die meisten Jobs verloren hat (-15% Beschäftigung seit Krisenbeginn im Jahr 2008). Im öffentlichen Dienst ist die Beschäftigung wegen der schlechten Haushaltslagen jäh gesunken. Dagegen bleiben Jobs im Bereich Gesundheit und Soziale Dienste weiterhin Triebkräfte für mehr Beschäftigung - und dies wird im Lichte der Bevölkerungsalterung und der steigenden Nachfrage nach solchen Dienstleistungen auch so bleiben. Das Beschäftigungspaket unterstreicht die Dringlichkeit weiterer Investitionen sowohl in den Gesundheitssektor als auch in Jobs, die eng verlinkt sind mit der Verringerung von Kohlenstoff-Emissionen, dem Umweltschutz und der Kommunikationstechnologien.

Sozialschutzausgaben

In der frühen Phase der Krise sind die Ausgaben für soziale Sicherung in den meisten Mitgliedstaaten gestiegen. Seit 2009 gab es jedoch in fast allen Mitgliedstaaten ein Sinken der Sozialschutzausgaben - insbesondere bei Sachleistungen. Besonders im Bereich Gesundheit und Soziale Dienste sind Ausgaben rückläufig - vermutlich mit entsprechend negativen langfristigen Auswirkungen für die Bevölkerung. In vielen Mitgliedstaaten sind die verfügbaren Bruttoeinkommen zwischen 2007 und 2012 gefallen, insbesondere in den südlichen EU-Mitgliedstaaten und Ungarn, wo der Rückgang im Verhältnis zum Sinken des BIP besonders stark war. Im Einklang mit den Länderspezifischen Empfehlungen werden die Mitgliedstaaten die Zielgerichtetheit, den Grad der Abdeckung und die Effizienz ihrer Sozialen Dienste verbessern müssen, um dem Problem der Armut nachhaltig gerecht werden zu können

Finanzielle Notlagen und Lebensbedingungen

Die Zahl der Haushalte, die ihre Ersparnisse auflösen oder sich verschulden müssen, um laufende Ausgaben zu decken, ist zu Beginn des Jahres 2012 stark gestiegen. Der Anstieg bei den Haushalten mit finanziellen Notlagen betrifft insbesondere Haushalte mit niedrigen oder mittleren Einkommen, für welche die Situation schwieriger geworden ist. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang ärmere Haushalte in Italien und Spanien, wo die Quote der Menschen in finanziellen Notlagen im Verlauf der zwölf Monate bis April von 16% auf 26% bzw. von 23% auf 33% gestiegen ist.

Die Lebensbedingungen der Europäer haben sich in einigen Mitgliedstaaten deutlich verschlechtert. Zwischen 2008 und 2010 ist Quote derjenigen, die Rechnungen nicht mehr bezahlen können, im EU-Durchschnitt um einen Prozentpunkt auf 9% gestiegen. In zehn Ländern betrug der Anstieg mehr als drei Prozentpunkte. Mehrere Länder verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Zahl der Menschen, die sich eine Mahlzeit mit Fleisch (oder äquivalenten Proteinen) jeden zweiten Tag nicht leisten können. Dem vierteljährlichen Bericht zufolge sind Frauen von Entbehrungen stärker betroffen als Männer. Das Problem der Obdachlosigkeit ist in der EU ebenfalls gravierender geworden, da viele Menschen mit Arbeitslosigkeit und sinkenden Einkommen konfrontiert sind. Junge Leute und Menschen ausländischer Nationalität sind hiervon am meisten betroffen.

Weitere Informationen

Quartalsbericht über soziale Lage und Beschäftigungssituation in der EU:

http://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=7830&langId=en

Länderspezifische Empfehlungen

- IP/12/513, MEMO/12/386 und SPEECH/12/401

Beschäftigungspaket

IP/12/380, MEMO/12/256 und MEMO/12/252

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Website von László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/#!/LaszloAndorEU

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Nadège Defrère (+32 229-64544)


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