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Eurobarometer: 98 % finden das Erlernen von Fremdsprachen gut für ihre Kinder, während Tests Kompetenzdefizite offenbaren

Commission Européenne - IP/12/679   21/06/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 21. Juni 2012

Eurobarometer: 98 % finden das Erlernen von Fremdsprachen gut für ihre Kinder, während Tests Kompetenzdefizite offenbaren

Fast 9 von 10 EU-Bürgerinnen und -Bürgern halten die Fähigkeit, Fremdsprachen zu sprechen, für sehr nützlich und 98 % sagen, die Beherrschung von Fremdsprachen sei gut für die Zukunft ihrer Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Eurobarometer-Umfrage über die Ansichten der EU-Bürgerinnen und -Bürger zu Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenerwerb.

Eine getrennte Studie der Europäischen Kommission, die erste europäische Erhebung zur Sprachenkompetenz, verdeutlicht jedoch die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität, wenn es in der Praxis um Fremdsprachenkenntnisse geht: Tests bei Schülerinnen und Schülern im Teenageralter in 14 europäischen Ländern zeigen, dass nur 42 % ihre erste Fremdsprache wirklich beherrschen, bei der zweiten Fremdsprache sind dies nur 25 %. Ein signifikanter Anteil, nämlich 14 % bei der ersten Fremdsprache und 20 % bei der zweiten, erreicht nicht einmal das Niveau „Grundkenntnisse“.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, kommentierte: „Dieses Eurobarometer zeigt, dass Mehrsprachigkeit und Sprachenerwerb den Menschen sehr wichtig sind, worüber wir uns freuen sollten. Allerdings müssen wir auch mehr dafür tun, das Lehren und Lernen von Fremdsprachen zu verbessern. Die Fähigkeit, in einer fremden Sprache zu kommunizieren, erweitert den Horizont und öffnet Türen; sie verbessert die Beschäftigungsfähigkeit und öffnet Unternehmen mehr Chancen auf dem Binnenmarkt.“

Zehn Jahre, nachdem die Staats- und Regierungschefs 2002 in Barcelona erklärt hatten, dass mindestens zwei Fremdsprachen ab einem sehr frühen Alter unterrichtet werden sollten, sind den Menschen in Europa die Vorteile der Mehrsprachigkeit weitgehend bewusst. Fast drei Viertel (72 %) sind mit dieser Zielsetzung einverstanden und 77 % sind der Meinung, sie sollte politische Priorität genießen. Mehr als die Hälfte der Menschen in Europa (53 %) verwenden Fremdsprachen am Arbeitsplatz und 45 % meinen, sie haben dank ihrer Fremdsprachenkenntnisse eine bessere Arbeitsstelle in ihrem eigenen Land bekommen.

Der Anteil der Menschen in Europa, die angeben, in einer Fremdsprache kommunizieren zu können, ist jedoch leicht von 56 % auf 54 % zurückgegangen. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass Russisch und Deutsch nicht mehr als Pflichtfächer auf den Lehrplänen in den Ländern Mittel- und Osteuropas stehen.

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die in ihrer ersten Fremdsprache wirklich sattelfest sind, liegt zwischen 82 % in Malta und Schweden (wo Englisch die erste Fremdsprache ist) und nur 14 % in Frankreich (Englisch) und 9 % in England (Französisch). Eine der auffälligsten Änderungen seit 2005 liegt darin, dass die Menschen durch das Internet angeregt wurden, ihrer passiven Lese- und Hörverständnisfähigkeiten in Fremdsprachen zu erweitern. Die Anzahl der Europäerinnen und Europäer, die regelmäßig im Internet Fremdsprachen verwenden, beispielsweise über soziale Medien, ist um 10 Prozentpunkte von 26 % auf 36 % gestiegen.

Die nächsten Schritte

Die Europäische Kommission möchte das Sprachenlernen durch das neue Programm „Erasmus für alle“ (IP/11/1398) noch stärker fördern. Der Fremdsprachenerwerb ist eines der sechs Einzelziele des Programms und die Kommission beabsichtigt, mehr Mittel für Sprachkurse für Menschen bereitzustellen, die im Ausland studieren, sich aus- und weiterbilden oder Freiwilligendienst leisten möchten. Die Kommission wird bis Ende 2012 eine europäische Benchmark für Sprachkompetenz vorschlagen, an der die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Verbesserung des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen gemessen werden können.

Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage über die Menschen in Europa und ihre Sprachen sowie der europäischen Erhebung zur Sprachenkompetenz werden auf einer internationalen Konferenz in Limassol (Zypern) erörtert, die zeitgleich mit dem nächsten Europäischen Tag der Sprachen am 26. September stattfindet.

Hintergrund

Auf der Ratstagung von Barcelona 2002 wurden konkrete Maßnahmen zur „Verbesserung der Aneignung von Grundkenntnissen, insbesondere durch Fremdsprachenunterricht in mindestens zwei Sprachen vom jüngsten Kindesalter an“ sowie die „Erstellung eines Indikators für Sprachenkompetenz“ gefordert.

Die Umfrage für das Eurobarometer Spezial (386) über die Menschen in Europa und ihre Sprachen wurde im Frühjahr 2012 durchgeführt. Fast 27 000 Menschen wurden in ihrer Muttersprache persönlich befragt. Alle 27 Mitgliedstaaten waren erfasst und die Befragten repräsentierten unterschiedliche soziale und demografische Gruppen.

Die am häufigsten gesprochene Muttersprache ist Deutsch (16 %), gefolgt von Italienisch und Englisch (je 13 %), Französisch (12 %) und Spanisch und Polnisch (je 8 %).

Der Anteil der Befragten, die nach eigenen Angaben mindestens eine Fremdsprache gut genug sprechen, um sich unterhalten zu können, ist im Vergleich zu den Daten der Eurobarometer-Umfrage von 2005 in folgenden Ländern am stärksten gestiegen: Österreich (+16 Prozentpunkte auf 78 %), Finnland (+6 Prozentpunkte auf 75 %) und Irland (+6 Prozentpunkte auf 40 %).

Der Anteil der Befragten mit Kenntnissen in mindestens einer Fremdsprache hat dagegen besonders abgenommen in der Slowakei (-17 Prozentpunkte auf 80 %), der Tschechischen Republik (-12 Prozentpunkte auf 49 %), Bulgarien (-11 Prozentpunkte auf 48 %), Polen (-7 Prozentpunkte auf 50 %) und Ungarn (-7 Prozentpunkte auf 35 %). In diesen Ländern gibt es im Vergleich zu 2005 einen Abwärtstrend beim Anteil der Befragten, die Fremdsprachen wie Russisch und Deutsch sprechen können.

Die fünf am häufigsten gesprochene Fremdsprachen sind nach wie vor Englisch (38 %), Französisch (12 %), Deutsch (11 %), Spanisch (7 %) und Russisch (5 %).

Auf nationaler Ebene ist Englisch in 19 der 25 Mitgliedstaaten, in denen es nicht Amtssprache ist (also ohne VK und Irland), die am meisten gesprochene Fremdsprache.

Erstmals wurden auch Meinungen zur Rolle der Übersetzung in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit, Bildung, Arbeitssuche, Information und Freizeitaktivitäten wie Filme anschauen und lesen untersucht. Bereits in den Jahren 2001 und 2005 hatte die Kommission Eurobarometer-Umfragen zu Fremdsprachen durchgeführt.

Die Ergebnisse der im Frühjahr 2011 durchgeführten europäischen Erhebung zur Sprachenkompetenz werden heute nach einer detaillierten Analyse veröffentlicht. Getestet wurden fast 54 000 Schülerinnen und Schüler aus 14 Ländern und 16 Bildungssystemen (die drei Sprachgemeinschaften Belgiens, Bulgarien, England, Estland, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien und Spanien). Die Auswertung bietet vergleichbare Daten zu dem Niveau der Fremdsprachenkompetenz von Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 15 Jahren. In allen Ländern wurden die Fähigkeiten im Lesen, Hören und Schreiben in zwei der fünf am häufigsten unterrichteten Amtssprachen der EU getestet: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch. Außerdem wurde auf der Grundlage der von den Schülerinnen und Schülern sowie auch von knapp 5000 Sprachlehrerinnen und Sprachlehrern sowie 2250 Schulleiterinnen und Schulleitern ausgefüllten Fragebögen ermittelt, dass die Sprachlernfähigkeiten in engem Zusammenhang mit einem Gefühl der Motivation stehen, das wiederum mit der Situation in Familie, Bildung und Gesellschaft insgesamt zusammenhängt.

Weitere Informationen

Eurobarometer Spezial 386 „Europeans and their languages"

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_en.htm

Eurobarometer Zusammenfassung

Länderübersichten

http://ec.europa.eu/languages/eslc/index/html

European Survey on Language Competences project

http://ec.europa.eu/languages/eslc/docs/en

European Survey on Language Competences: Final report

http://ec.europa.eu/languages/eslc/docs/en/executive-summary-eslc_en.pdf

European Survey on Language Competences: Executive summary

Europäische Kommission: Allgemeine und berufliche Bildung

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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