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Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone – Kommission stockt Hilfe auf und richtet eine Partnerschaft für Widerstandsfähigkeit in der Sahelzone ein

European Commission - IP/12/613   18/06/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 18. Juni 2012

Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone – Kommission stockt Hilfe auf und richtet eine Partnerschaft für Widerstandsfähigkeit in der Sahelzone ein

Die Europäische Kommission erhöht die humanitäre Hilfe für die Sahelzone um 40 Mio. EUR, wodurch ihre Unterstützung im Rahmen der Ernährungskrise auf 337 Mio. EUR steigt. Die zusätzlichen Mittel werden bereitgestellt, da die Nahrungsmittelkrise in der Region, in der 18 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind, in wenigen Wochen ihren Höhepunkt erreichen soll.

Die Mittelaufstockung erfolgt parallel zu einer hochrangigen Konferenz zur Hungerkrise in der Sahelzone, die von der Europäischen Kommission ausgerichtet wird. Unter den Teilnehmern sind internationale Geber, Vertreter von Senegal, Gambia, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Tschad und Nigeria – sowie lokale und internationale Organisationen. Zu den Delegierten zählen die UN-Untergeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten Valerie Amos und die USAID-Verwaltungsdirektorin für Demokratie Nancy Lindborg.

Das Ziel des Treffens besteht darin, eine neue Partnerschaft ins Leben zu rufen, um die Widerstandsfähigkeit der Sahelzone gegenüber künftigen Krisen zu stärken. Die Initiative mit dem Namen AGIR Sahel (Alliance Globale pour l'Initiative Resilience) verfolgt ein Kernziel: sicherzustellen, dass die Menschen in der Sahelzone künftige Dürren besser bewältigen können.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, erklärte: „Bei dieser Hilfe geht es darum, in einer Notsituation Leben zu retten. Es ist unsere letzte Möglichkeit, zu den Menschen vorzudringen, wenn die Krise ihren Höhepunkt erreicht. Zurzeit sind die Menschen in der Sahelzone dabei, die kärglichen Reste aus den fast leeren Getreidevorräten zusammenzukratzen. Ihre letzten Optionen bestehen darin, Tiere und landwirtschaftliche Werkzeuge zu verkaufen sowie das Getreide zu essen, das sie jetzt eigentlich für die nächste Ernte aussäen sollten. Mit unserer Hilfe wollen wir verhindern, dass Menschen solche verzweifelten Entscheidungen treffen müssen. Im Endergebnis soll dadurch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber möglichen künftigen Schocks gesteigert werden.“

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „In der heutigen Zeit ist es schwierig zu akzeptieren, dass manche Menschen nicht genug zu essen haben. Dies kann verhindert werden, indem mit den Sahelländern und internationalen Partnern zusammengearbeitet wird, um tragfähige landwirtschaftliche Systeme aufzubauen und somit künftige Krisen zu vermeiden. Allerdings kann eine solche Widerstandsfähigkeit nicht über Nacht entwickelt werden. Die Initiative AGIR Sahel wird alle wichtigen Akteure auf diesem Gebiet zusammenbringen und den Menschen in der Region auf lange Sicht Hoffnung auf eine stabilere Zukunft geben. Die EU wird ihren Teil leisten und in den kommenden Jahren die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit in den Mittelpunkt ihrer Unterstützung stellen. Damit wird eine fundamentale Grundlage geschaffen, um auf nachhaltiges und breitenwirksames Wachstum hinzuarbeiten.

Die Europäische Kommission ist in der diesjährigen Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone der führende Geber von humanitärer Hilfe, mit der sie fast 7 Millionen Menschen erreicht hat. Sie hat sofort Unterstützung geleistet, als die Alarmzeichen für eine Hungerkrise vergangenes Jahr auf Rot schalteten.

Die heute vorgeschlagenen Finanzmittel von 40 Mio. EUR sollen in Pauschalspeisungsprogramme für Kinder und in die Verteilung von Nahrungsmitteln an die ärmsten Haushalte fließen. Wo noch Nahrungsmittel auf den lokalen Märkten erhältlich sind, werden die Mittel als Bargeld an die Bedürftigen verteilt, damit sie selbst einkaufen können. Ein weiterer Teil der Mittel soll für die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Unterkünften sowie für die medizinische Versorgung von rund 400 000 Maliern eingesetzt werden, die durch den Konflikt vertrieben wurden.

Hintergrund

Veranstaltung

Die Europäische Kommission hat zu der oben genannten Konferenz Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, der USA, Norwegens, Brasiliens, der Vereinten Nationen, der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit sowie Botschafter der Sahelländer, Vertreter zweier regionaler Organisationen (ECOWAS und UEMOA) und Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen. Das Treffen dient der Ermittlung langfristiger Lösungen für die Nahrungsmittel- und Ernährungskrisen in der westafrikanischen Sahelregion.

Die EU und die Sahelzone

Die Europäische Kommission ist nicht nur der führende Geber für diese Krise, sondern hat auch in deren Frühstadium im November 2011 als erste mit einer Unterstützung von 10 Mio. EUR reagiert. Dank dieser raschen Reaktion auf die ersten Warnzeichen konnten unter den 18 Millionen Menschen, die in acht Sahelländern von der Nahrungsmittelkrise betroffen sind, bereits Tausende von Leben gerettet werden. Die Kommission setzt ihre Hilfe gezielt für die Bedürftigsten ein: eine Million Kinder unter zwei Jahren und 500 000 Schwangere und stillende Mütter.

Um die chronische Ernährungsunsicherheit in der Sahelzone zu bekämpfen, stehen neben den 337 Mio. EUR, die für die derzeitige Ernährungskrise und den Konflikt in Mali gewährt wurden, bereits weitere 208 Mio. EUR für die Finanzierung laufender Projekte für Ernährungssicherheit zur Verfügung. Damit belaufen sich die Gesamtmittel der Kommission für die Erhöhung der Ernährungssicherheit in der Sahelregion auf 500 Mio. EUR.

Kontakt:

David Sharrock (+32 229-68909)

Catherine Ray (+32 229-69921)

Irina Novakova (+32 229-57517)

Wojtek Talko (+32 229-78551)


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