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Europäische Kommission unterzeichnet heute Rohstoffkooperationsabkommen mit Grönland

Commission Européenne - IP/12/600   13/06/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. Juni 2012

Europäische Kommission unterzeichnet heute Rohstoffkooperationsabkommen mit Grönland

Um der EU-Industrie einen besseren Zugang zu erschwinglichen Rohstoffen zu sichern, möchte die Europäische Kommission die Zusammenarbeit mit Grönland zum beiderseitigen Nutzen intensivieren; dazu zählen gemeinsame Infrastruktur- und Investitionsmaßnahmen oder auch der Ausbau von Kapazitäten im Bereich der Rohstofferkundung und -gewinnung. Vizepräsident Antonio Tajani und der für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Kommissar Andris Piebalgs haben heute mit dem Premierminister Grönlands Kuupik Kleist in Nuuk (Grönland) eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet unterzeichnet. Derzeit kommen rund 58 % der in Grönland tätigen Explorationsunternehmen aus Kanada oder Australien, auf EU-Unternehmen entfällt lediglich 15 % (aus Dänemark, Deutschland, der Tschechischen Republik und dem Vereinigte Königreich). Obschon europäische Unternehmen Inhaber von drei der vier Schürfrechte sind, sind sie kaum an laufenden Erkundungsmaßnahmen beteiligt; sie halten nur einige Erkundungslizenzen (überwiegend Firmen aus dem Vereinigten Königreich, aus Deutschland und aus Dänemark).

Der für Industrie und Unternehmen zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani erklärte: „Unsere engen politischen Beziehungen haben es uns ermöglicht, unsere Zusammenarbeit bei Rohstoffen auszuweiten. Wir können nun schnell vorangehen und mit der Unterzeichnung weiterer Abkommen über konkrete Projekte einen besseren Rohstoffzugang für die EU-Industrie sicherstellen. Bei dieser Kooperation gewinnen alle Beteiligten. Für Europa bedeutet es, dass wir sicherstellen können, dass die europäische Industrie im Bereich der neuen Techniken und der Innovationen führend bleibt.“

Kommissar Andris Piebalgs fügte noch hinzu: „Mit dem heutigen Abkommen bekräftigt die EU ihre Zusagen, Grönland bei seinen Bestrebungen zu unterstützen, das Potenzial eines Sektors voll auszuschöpfen, der bei der künftigen Diversifikation der grönländischen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen kann. Dieses gute Einvernehmen verdeutlicht die Reife unseres Dialogs im Rahmen der Partnerschaft zwischen der EU und Grönland. Wir möchten Grönland dabei unterstützen, sich nachhaltig zu entwickeln. Ich werde im September nach Grönland reisen, um unsere Kooperation zu erörtern.

Internationale Aspekte der EU-Rohstoffstrategie

The Development and Cooperation website on EU relations with Greenland

The Bureau of Minerals and Petroleum of Greenland

Hintergrund

2009 hat die grönländische Regierung eine neue Bergbaustrategie vorgelegt, die sich schwerpunktmäßig mit neuen Gebieten und Themen befasst, um Grönland zu einem attraktiven Erkundungsgebiet zu machen. Der Absichtserklärung zufolge sollen Möglichkeiten für eine Vertiefung des Dialogs über Erzvorkommen erörtert werden und zwar im Rahmen des Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Grönland „über die Beziehungen zwischen der Europäischen Gemeinschaft einerseits und Grönland und dem Königreich Dänemark andererseits“.

Die EU-Industrie hängt stark von wichtigen Rohstoffeinfuhren ab. Sie sind wesentliche Grundstoffe für die Erzeugung vieler Verbrauchsgüter, wie Elektronikgeräte. Gleichzeitig sind sie unabdingbar für hochtechnische Anwendungen, vor allem in der umweltverträglichen Energieerzeugung. Grönland, das durch seinen Sonderstatus als eines der überseeischen Länder und Gebiete der EU in einer speziellen Beziehung zur EU steht, verfügt über gewaltige Rohstoffquellen. Seine geostrategische Lage in der Arktis und sein ökonomisches Potenzial bei der Gewinnung und Verarbeitung von fossilen Brennstoffen (Rohöl) und Erzen (Eisen, Zink, Niob, Tantal, Seltenerdmetalle, Rubin und Molybdän) lassen Grönland langfristig zu einem strategischen Partner werden.

Auf Grönland dürften sich insbesondere erhebliche Mengen der von der Europäischen Kommission in ihrer Rohstoffstrategie ermittelten 14 kritischen Rohstoffe (Niob, Metalle der Platingruppe, Seltenerdmetalle und Tantal) sowie geringere Mengen von drei weiteren Stoffen finden lassen. In der 2010 von der EU aufgestellten Liste kritischer Rohstoffe werden diese 14 Stoffe anhand mehrere Risikofaktoren aufgeführt: Verfügt ein Stoff über eine hohe Bedeutung in der Wertschöpfungskette und ist die Gefahr möglicher Lieferengpässe groß, kann er als kritisch eingestuft werden (beispielsweise wenn er nur in wenigen Staaten weltweit erzeugt wird, die sich nicht immer durch große politische oder wirtschaftliche Stabilität auszeichnen, wenn er nur schwer zu ersetzen ist oder wenn er nur eine niedrige Recyclingquote aufweist).

Grönland ist bekannt für seine geologischen Gegebenheiten, die ein großes Potenzial für Lagerstätten von Seltenerdmetallen aufweisen. Die Erkundung einer Reihe bedeutender Lagerstätten ist in einem fortgeschrittenen Stadium. Es wird als wahrscheinlich angesehen, dass Grönland in der Lage ist, sich als mittelgroßer Anbieter auf dem Seltenerdmarkt zu etablieren, der von großen Akteuren beherrscht wird. Der grönländische Anteil an den Seltenerdvorkommen insgesamt beträgt zurzeit 3,44 % bzw. rund 4,89 Mio. Tonnen. Es wird jedoch geschätzt, dass sich dieser Anteil in den kommenden Jahren verdreifacht, wenn man die jüngsten Projektzahlen von 5 Bergbauvorhaben betrachtet (9,16 % der weltweiten Seltenerdvorkommen).

Mehrere Projekte sind bereits in die Abbauphase eingetreten:

  • die Gold- und Silbergrube in Nalunaq (das zurzeit einzige fördernde Bergwerk),

  • die Blei-/Zinkgrube in Maarmorilik (Förderbeginn 2012),

  • die Molybdängrube in Malmbjerg und

  • die Olivingrube in Fiskefjord.

Das internationale Interesse an Grönland ist in letzter Zeit stark gestiegen, wie die exponentiell wachsende Zahl von Erkundungslizenzen der Regierung von Grönland belegt. Von den Projekten, die sich noch in ihrer Erkundungsphase befinden (74 Lizenzen) sind mehrere bereits weit fortgeschritten und nehmen möglicherweise in den nächsten ein bis fünf Jahre den Erzabbau auf. Drei Anträge auf Abbaugenehmigung werden bereits 2012 erwartet.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 2 295 17 52)

Catherine Ray (+32 296 99 21)

Sara Tironi (+32 2 299 04 03)

Wojtek Talko (+32 297 85 51)


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