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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 4 Juni 2012

Beschäftigung: Kommission schlägt vor, 6,4 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds für dänische Werftarbeiter bereitzustellen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, Dänemark mit 6,5 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu unterstützen, damit 550 entlassenen Arbeitskräften im Schiffsbau bei ihrer Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt geholfen werden kann. Der Vorschlag muss jetzt vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat gebilligt werden.

Der für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständige EU-Kommissar László Andor erklärte: „Die Krise hat die Zukunft des Schiffbaus verändert. Ein großer Teil dieser Industrie wandert in Niedriglohngebiete, insbesondere in Asien, ab, deren Marktanteil seit Beginn der Krise enorm gewachsen ist. Die vorgeschlagene Unterstützung von 6,5 Mio. EUR aus dem Europäischen Globalisierungsfonds würde den entlassenen Arbeitskräften helfen, sich auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten in aussichtsreichen Branchen vorzubereiten.“

Der dänische Antrag betrifft 968 entlassene Arbeitskräfte aus der Odense Steel Shipyard und vier Zulieferbetrieben. Die Unterstützung durch den EGF richtet sich an die 550 der 968 entlassenen Arbeitskräfte, die am schwersten wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern sind. Im Rahmen des Pakets werden der Zielgruppe Berufsausbildungsmaßnahmen in Bereichen mit Beschäftigungspotenzial angeboten, wie Fremdenverkehr, Energietechnologie, Robotik, Landschaftspflege und Design; vorgesehen sind auch Unternehmensgründungskurse sowie laufende Beratung und regelmäßiges Mentoring für Unternehmer, Anreize für Existenzgründungen, Anreize für junge Arbeitskräfte, die ihnen eine Rückkehr in das Bildungssystem ermöglichen sollen, sowie die Zahlung von Tagegeld.

Diese sorgfältig ausgearbeiteten Maßnahmen sollen den betroffenen Arbeitskräften dabei helfen, einen Arbeitsplatz in Branchen mit Zukunftsaussichten zu finden. Überdies gehen sie über die Unterstützung hinaus, die im Rahmen des dänischen Systems derzeit für Arbeitslose möglich ist; falls sie erfolgreich sind, sollen sie auf breiterer Basis durchgeführt werden.

Die geschätzten Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket belaufen sich auf etwa 10 Mio. EUR, von denen 6,4 Mio. EUR aus dem EGF bereitgestellt würden.

Hintergrund

Die Entscheidung, Odense Steel Shipyard zu schließen, fiel am 10. August 2009, und es wurde mit allen Beschäftigten ein Programm vereinbart, das regelt, welche Schiffe auf der Werft noch fertiggebaut werden und wie der Zeitplan für die nötigen Kündigungen aussieht. Einen ersten Antrag auf Finanzmittel aus dem EGF im Zusammenhang mit der ersten Entlassungswelle (1356 Arbeitskräfte) hatten die dänischen Behörden am 6. Oktober 2010 gestellt, und nach der Genehmigung des Vorschlags der Kommission durch das Europäische Parlament und den Rat wurden die Mittel am 2. August 2011 ausgezahlt. Zum Zeitpunkt des ersten Antrags war man davon ausgegangen, dass ein zweiter Antrag im Zusammenhang mit der späteren und abschließenden Entlassungswelle folgen würde, die auch Arbeitskräfte betrifft, die bei einigen Zulieferern der Werft entlassen werden.

Die Werften in Europa haben in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Marktanteile an Asien verloren. Infolge der globalen Wirtschaftskrise ist dann der weltweite Schiffbaumarkt noch weiter eingebrochen, so dass nach Angaben der Community of European Shipyards' Associations (CESA) das globale Auftragsvolumen in den Jahren 2008 und 2009 um 20 % zurückging, während gleichzeitig auch Neuaufträge um 37 % rückläufig waren. Durch diesen Nachfragerückgang wurde die Schließung der Werft mit den nachfolgenden Entlassungen ausgelöst.

Odense Steel Shipyard liegt auf der Insel Fünen, im Ostteil der Region Süddänemark. Auf der Insel gibt es nur geringe Beschäftigungsmöglichkeiten, und in Dänemark insgesamt herrscht kein Arbeitskräftemangel in der Metallbranche. Für die entlassenen Arbeitskräfte ist es schwer, neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden, vor allem, weil viele von ihnen ihr gesamtes Berufsleben auf der Werft verbracht haben. Es werden daher größere Anstrengungen erforderlich sein, um die entlassenen Arbeitskräfte auf einen Übergang in neue Branchen vorzubereiten.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 99 Anträge über insgesamt ca. 417,3 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 89 000 entlassenen Arbeitskräften ein. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für eine zunehmende Anzahl von Branchen gestellt.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt sehr förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die ganz plötzlich mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von den seit 2007 gewonnenen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen

Website von László Andor: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Video-Nachrichten:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/#!/LaszloAndorEU

Kontakt :

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Nadège Defrère (+32 2 296 45 44)


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