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Bericht und Umfrage über Migration, Asyl und Freizügigkeit in der EU

European Commission - IP/12/552   01/06/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Bericht und Umfrage über Migration, Asyl und Freizügigkeit in der EU

Brüssel, 1 Juni 2012 – Heute veröffentlicht die Kommission einen Bericht über die Entwicklungen in den Bereichen Einwanderung und Asyl im Jahr 2011, begleitet von einem Eurobarometer zur Einstellung der europäischen Bürger zu grenzübergreifender Mobilität, Migration und Sicherheit. Der Umfrage zufolge finden acht von zehn Europäern, dass die Mitgliedstaaten der EU Bedürftigen Schutz und Asyl gewähren sollten und dass es europaweit einheitliche Vorschriften für die Aufnahme von Asylbewerbern geben sollte. Für eine große Mehrheit der Europäer (67 %) ist es wichtig, ohne interne Grenzkontrollen innerhalb der EU reisen zu können.

“Die Zahlen des Berichts und das Ergebnis der Meinungsumfrage bestätigen die Ansicht der Kommission, dass die Europäische Union eine starke und einheitliche Migrationspolitik braucht, die sowohl kurzfristigen als auch langfristigen Bedürfnissen Rechnung trägt. Wir müssen unsere Außengrenzen wirksam verwalten, die Freizügigkeit innerhalb der EU wahren und Bedürftigen echten Schutz bieten. Gleichzeitig müssen wir Kanäle für legale Migration und Mobilität gewährleisten“, erklärte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström.

Nachstehend finden sich einige Ecksteine des Berichts und des Eurobarometers:

Legale Migration

BERICHT: In der EU halten sich etwa 20,2 Millionen Drittstaatsangehörige auf. Dies entspricht 4 % der gesamten EU-Bevölkerung (502,5 Millionen) und 9,4 % der geschätzten 214 Millionen Migranten weltweit.

EUROBAROMETER: 68 % der Befragten sind der Ansicht, dass legale Einwanderer dieselben Rechte haben sollten wie die Staatsbürger des Einwanderungslandes. Vier von zehn Europäern (42 %) denken, dass die EU die Arbeitskräftemigration aus Nicht-EU-Ländern fördern sollte, um demografische Herausforderungen und Arbeitskräftemangel zu bewältigen – 46 % sind indessen anderer Meinung.

Irreguläre Migration

BERICHT: 2011 wurde etwa 343 000 Personen die Einreise in die EU verweigert, was gegenüber 2010 einen Rückgang um 13 % bedeutet. Im gleichen Jahr wurden rund 468 500 Personen aufgegriffen (weniger als 2010, als diese Zahl bei rund 505 000 lag). Rund 190 000 Drittstaatsangehörige (15 % weniger als 2010) wurden aus Mitgliedstaaten in ihr Land zurückgeführt.

EUROBAROMETER: Acht von zehn Europäern (80 %) sprechen sich dafür aus, dass die EU die Mitgliedstaaten verstärkt bei der Bekämpfung irregulärer Migration unterstützen sollte. 78 % sind der Meinung, dass die Kosten für die Bekämpfung irregulärer Migration zwischen den Mitgliedstaaten geteilt werden sollten.

Integration

BERICHT: 2010 lag die durchschnittliche Beschäftigungsquote von Drittstaatsangehörigen zwischen 20 und 64 Jahren mit 58,5 % unter der Beschäftigungsquote der gleichaltrigen EU-Gesamtbevölkerung (68,6 %).

EUROBAROMETER: 53 % der Befragten betrachten Einwanderer als eine wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung für die EU-Länder. 60 % der Europäer sehen mögliche Integrationsschwierigkeiten für Einwanderer aufgrund von Diskriminierung.

Asyl

BERICHT: 2011 wurden in den EU-Mitgliedstaaten über 302 000 Asylanträge gestellt, was im Vergleich zu 2010 einen erheblichen Anstieg um 16,2 % darstellt. Allerdings bleibt diese Zahl weit unter dem Spitzenwert von 425 000 Anträgen im Jahr 2001.

EUROBAROMETER: Laut 80 % der Befragten sollten die EU-Mitgliedstaaten Bedürftigen Schutz und Asyl gewähren. Acht von zehn Europäern sprechen sich für eine gleichmäßigere Verteilung der Zahl der Asylbewerber auf die EU-Mitgliedstaaten aus.

Schengen und Freizügigkeit

BERICHT: 2011 wurden etwa 12,7 Millionen Schengen-Visa ausgestellt, mehrheitlich in der Russischen Föderation (40,7 %), gefolgt von der Ukraine (8,7 %), China (8,1 %) und der Türkei (4,7 %).

EUROBAROMETER: Fast sechs von zehn Europäern (57 %) meinen, dass Touristen und Geschäftsreisenden aus Drittstaaten die Einreise in die EU erleichtert werden sollte. Für 67 % der Befragten ist es wichtig, ohne interne Grenzkontrollen innerhalb der EU reisen zu können.

Hintergrund

Jahresberichte über Einwanderung und Asyl sind Bestandteil des 2008 vom Europäischen Rat angenommenen Pakts zu Einwanderung und Asyl. Im dritten Jahresbericht über Einwanderung und Asyl (für 2011) werden die wesentlichen Entwicklungen auf EU- und nationaler Ebene zur Bewältigung der Herausforderungen in diesem Bereich herausgestellt. Insbesondere soll gewährleistet werden, dass

  • die Möglichkeiten für legale Migration und Mobilität auf die Bedürfnisse der EU ausgerichtet werden.

  • weiter an einer wirksamen Integration gearbeitet wird, um nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und kulturell vom Potenzial der Migranten zu profitieren.

  • der Migrationsdruck durch die wirksame Durchführung bestehender Maßnahmen zur Bekämpfung irregulärer Migration verringert wird. Diese Maßnahmen umfassen den Dialog und die Kooperation mit Drittstaaten, die Solidarität mit besonders betroffenen Mitgliedstaaten sowie gut funktionierende Grenzkontrollen und Visaverfahren.

  • im Jahr 2012 ein Gemeinsames Europäisches Asylsystem existiert, das Bedürftigen Schutz bieten soll. Nur über eine einheitliche Politik, die all diese Aspekte berücksichtigt, kann die EU in vollem Umfang von der Migration profitieren.

In diesem Kontext bleibt die EU-Finanzhilfe für Migration und Mobilität ein wichtiger Aspekt der Solidarität innerhalb der EU und der Zusammenarbeit mit Drittstaaten (siehe MEMO/12/399).

Weitere Informationen

Dritter Jahresbericht über Einwanderung und Asyl:

https://webgate.ec.testa.eu/docfinder/extern/aHR0cDovLw==/ZXVyLWxleC5ldXJvcGEuZXU=/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0250:FIN:DE:PDF

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zum Bericht:

http://ec.europa.eu/home-affairs/doc_centre/immigration/docs/SWD%202012%20139%20final%201_EN_autre_document_travail_service_part1_v3.pdf

MEMO/12/399: Finanzhilfe für Drittstaaten im Bereich Migration und Mobilität

Eurobarometer-Bericht: 'Awareness of home Affairs'

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_399_380_en.htm

Website von Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für Inneres

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/malmstrom/welcome/

Website der Generaldirektion Inneres

http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/

Europäisches Migrationsnetzwerk

http://www.emn.europa.eu

Kontakt :

Michele Cercone (+32 2 298 09 63)

Tove Ernst (+32 2 298 67 64)


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