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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Verbraucherbarometer zeigt, wo die Bedingungen für die Verbraucher am besten sind

Brüssel, 29. Mai 2012 – Aus der heute anlässlich des Europäischen Verbrauchergipfels 2012 veröffentlichten Frühjahrsausgabe des Verbraucherbarometers geht hervor, dass das Jahr 2011 – nach einem Rückgang im Jahr 2009 – das zweite in Folge war, in dem die Bedingungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher in vielen EU-Ländern besser geworden sind. Die Lage der Verbraucher wird unter anderem daran gemessen, wie groß ihr Vertrauen in Behörden, Händler und Verbraucherorganisationen, in die Produktsicherheit sowie in die Effektivität der Streitbeilegung und der Abwicklung von Beschwerden ist. Das Barometer zeigt auch, dass die Verbraucher jenseits der Grenzen noch immer nicht so problemlos einkaufen können wie im eigenen Land; dadurch entgehen ihnen eine größere Auswahl und Sparmöglichkeiten (der potenzielle Gewinn würde sich auf 204 Mrd. EUR pro Jahr belaufen).

Dazu sagte John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik: „Ich appelliere an die nationalen Entscheidungsträger und Akteure, die aktuellen Barometer-Ergebnisse als Grundlage für die Entwicklung qualitativ hochwertiger Rahmenbedingungen für Verbraucher zu nutzen. Nur Verbraucher, die ihre Rechte kennen und die wissen, wie man sie anwendet, können die Möglichkeiten des Binnenmarkts in vollem Umfang wahrnehmen und so Innovation und Wachstum voranbringen. Es ist daher von zentraler Bedeutung, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dieses Potenzial zum Wohl der europäischen Wirtschaft, der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der europäischen Unternehmen auszuschöpfen.“

Das Verbraucherbarometer

Mit dem Verbraucherbarometer wird ermittelt, wie gut (oder schlecht) der Binnenmarkt für die EU-Verbraucher im Hinblick auf Angebot und Preise sowie Schutz von Verbraucherrechten funktioniert. In der Frühjahrsausgabe des Verbraucherbarometers, die der Lage der Verbraucher gewidmet ist, werden die Integration des Einzelhandels und die Verbrauchersituation in den einzelnen Ländern untersucht. Ein Bestandteil dieser Barometer-Ausgabe ist der Verbraucherlage-Index, in den folgende Parameter einfließen: Qualität der Rechtsvorschriften für Verbraucher und Unternehmen; Effektivität der Streitbeilegung und des Umgangs mit Beschwerden; Verbrauchervertrauen in Behörden, Händler, Werbung und Verbraucherorganisationen; Grad des Vertrauens in die Sicherheit der auf dem Markt erhältlichen Produkte. Anhand dieser Daten können die Mitgliedstaaten feststellen, wie sie im Vergleich mit anderen abschneiden. Die Angaben im Barometer beruhen hauptsächlich auf Umfragen bei Verbrauchern und Händlern sowie auf Eurostat-Daten und Informationen aus den Mitgliedstaaten.

Wichtigste Ergebnisse

Fortschritte hinsichtlich der Lage der Verbraucher in den verschiedenen Ländern

Der Index 2011 belegt, dass das Jahr das zweite in Folge war, in dem sich die Verbraucherbedingungen verbessert haben; im Jahr 2009 hatte es eine rückläufige Entwicklung gegeben. Die Länder mit den besten Bedingungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sind Luxemburg, das Vereinigte Königreich, Dänemark, Österreich, Irland, Finnland, die Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich und Schweden; sie alle liegen über dem EU-Durchschnitt.

Die Schere beim Internethandel

Das Barometer bestätigt, dass der Internethandel zwar zunimmt, sich aber nach wie vor weitgehend im Inland abspielt, obwohl die Auswahl und das Sparpotenzial bei grenzübergreifenden Einkäufen durchaus größer sein können. Es sind verstärkte Anstrengungen erforderlich, um die Vorteile eines echten digitalen Binnenmarkts voll auszuschöpfen.

Da sich die Sorgen der Verbraucher hinsichtlich ausländischer Unternehmer alles in allem als unbegründet erweisen und der grenzübergreifende elektronische Handel offenbar auch mindestens ebenso sicher ist wie der inländische, könnten die Verbraucherinnen und Verbraucher vertrauensvoller in anderen EU-Ländern einkaufen.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass es ganz wichtig ist, wirksamer über die bestehenden grenzübergreifenden Beratungs-, Durchsetzungs- und Rechtsschutzmöglichkeiten zu informieren (Netz der nationalen Durchsetzungsbehörden1; Europäische Verbraucherzentren, die Verbrauchern im Binnenmarkt kostenlos mit Rat und Tat zur Seite stehen).

Kenntnisstand bezüglich der Verbraucherrechte erschreckend niedrig

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kennen ihre Rechte nicht. EU-weit konnten nur 12 % derer, die sich an der Erhebung beteiligten, Fragen zur Garantie, zu den Bedenkzeiten (Widerrufsrecht) und zum Vorgehen bei Erhalt unbestellter Waren richtig beantworten. Vielen Unternehmen waren ihre gesetzlichen Pflichten gegenüber Verbrauchern nicht klar. Nur 27 % wussten zum Beispiel, wie viel Zeit den Verbrauchern zusteht, um ein mangelhaftes Produkt zurückzugeben.

Unlautere Geschäftspraktiken gibt es nach wie vor

Immer noch sind illegale Praktiken zu verzeichnen. Seit dem Jahr 2010 hat die Zahl der Verbraucher und Händler zugenommen, die irreführende, täuschende oder sogar betrügerische Werbung und Angebote bemerkt haben; noch größer ist die Zunahme derer, die nicht bestellte Waren erhalten haben.

Dies gibt sieben Jahre nach dem Erlass der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken zu denken, und es muss Anlass sein, das Problem aktiver anzugehen. Die Behörden müssen die bestehenden Vorschriften umsetzen, um die Verbraucher und insbesondere die schutzbedürftigen unter ihnen vor solchen Praktiken zu bewahren. Die Verbraucher müssen in die Lage versetzt werden, diese Praktiken zu erkennen und ihnen aus dem Weg zu gehen. Und es muss schnellere, einfachere und kostengünstigere Online- und Offline-Verfahren zur Beilegung von Streitigkeiten mit Unternehmen geben (siehe IP/11/1461). Die Kommission wird prüfen, inwieweit sich das Verbrauchervertrauen in grenzübergreifende Rechtsgeschäfte mittels einer strengeren Umsetzung stärken ließe. Hierzu wird sie sich dieses Jahr in einem Bericht über die Anwendung der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken2 äußern.

Ausblick

„Die neue EU-Verbraucheragenda 2014-2020 zielt darauf ab, die Kompetenz, das Wissen und das Vertrauen der Verbraucher zu erhöhen, indem ihnen all das bereitgestellt wird, was sie benötigen, um aktiv am Markt teilzunehmen, den Markt für sich zu nutzen, ihr „Auswahlrecht“ auszuüben und ihre Ansprüche durchzusetzen. Die zurzeit erörterten Verfahren zur außergerichtlichen Regelung von Streitigkeiten mit Unternehmen (Vorschläge für Rechtsakte zur alternativen und zur Online-Streitbeilegung) werden den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei helfen, ihre Probleme zu lösen – ganz gleich, wo und wie das Produkt oder die Leistung gekauft oder bestellt wurde.

Vollständiger Text des Verbraucherbarometers:

http://ec.europa.eu/consumers/consumer_research/cms_en.htm

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/consumers/index_de.htm

MEMO/12/381

Kontakt:

Frédéric Vincent (+32 2 298 71 66)

Aikaterini Apostola (+32 2 298 76 24)

1 :

Consumer Protection Co-operation (CPC) Network

2 :

Richtlinie 2005/29/EG


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