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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Jemen: Europäische Kommission stellt weitere Millionen zur Bekämpfung der wachsenden Hungerkrise bereit

Brüssel, 21. Mai 2012 – Die Europäische Kommission hat ihre humanitäre Hilfe für Jemen angesichts der sich rasch ausweitenden Nahrungsmittelkrise um 5 Mio. EUR erhöht.

Einige Gebiete des Jemen weisen die höchste Unterernährungsrate weltweit auf. Die Lage wird durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen, die jüngsten Vertreibungen und den Zustrom neuer Flüchtlinge vom Horn von Afrika noch verschärft.

„Die Lage in Jemen ist inzwischen verzweifelt", sagt Kristalina Georgieva, die Europäische Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion. 44 Prozent der Bevölkerung leben von mageren Nahrungsmittelrationen. Wir erhöhen unsere Hilfe nicht nur, um eine weitere Zunahme der Unterernährung zu verhindern, sondern auch weil Hunger und Elend die ohnehin fragile Lage des Landes nur weiter destabilisieren können. Die Bevölkerung ist beim Wiederaufbau ihrer Existenz und ihres Landes dringend auf internationale Unterstützung angewiesen. Wir dürfen sie nicht im Stich lassen. Würden wir die Not dieser Menschen ignorieren, wäre der Preis hoch, da dies ein großes Risiko für die Region und die ganze Welt bedeuten würde.“

Am 23. Mai wird Kommissarin Georgieva in Riad, Saudi-Arabien, am Treffen der „Freunde des Jemen“ teilnehmen, bei dem sie gemeinsam mit führenden internationalen Politikern versuchen wird, Wege zur Bekämpfung der Armut aufzuzeigen.

Durch die zusätzlichen Mittel soll Folgendes erreicht werden: Verbesserung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser, Unterstützung der Ernährungsprogramme, Entwicklung von Cash-for-Work-Programmen und Gewährung von Barzuschüssen für 200 000 Menschen.

Insgesamt hat die Europäische Kommission in diesem Jahr bereits humanitäre Hilfe in Höhe von 20 Mio. EUR für Jemen bereitgestellt. Damit sollen Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsfürsorge und zur Bereitstellung von Notunterkünften finanziert sowie grundlegende Hilfsgüter für die vertriebenen Jemeniten und die Flüchtlinge vom Horn von Afrika bereitgestellt werden.

Die humanitären Experten der Kommission werden die Entwicklung der Lage in Jemen weiter aufmerksam verfolgen.

Hintergrund

Jemen ist das ärmste Land der Arabischen Halbinsel. Mehr als 43 Prozent seiner Bevölkerung leben von 2 EUR pro Tag unter der Armutsgrenze. Die Unterernährungsrate in Jemen ist die dritthöchste weltweit.

Armut, Konflikt, Dürre, Flüchtlingsströme und steigende Nahrungsmittelpreise haben die bereits seit vergangenem Jahr bestehende humanitäre Krise weiter verschärft.

Der seit 2004 anhaltende bewaffnete Konflikt im Norden des Landes verlief in sechs größeren Kampfzyklen und hatte die Vertreibung von Hunderttausenden von Menschen zur Folge. Über 300 000 von ihnen konnten bislang nicht in ihre Heimat zurückkehren. Diejenigen, die heimkehrten, haben nun mit einem schleppendem Wiederaufbau und dem Fehlen selbst grundlegendster Dienstleistungen zu kämpfen. Der Konflikt hat auch die Lebensgrundlagen von rund einer Million Menschen in der Nähe der ehemaligen Kampfgebiete schwer geschädigt.

Auch im Süden des Landes haben gewalttätige Auseinandersetzungen zur Flucht von mehr als 200 000 Menschen geführt, die derzeit nicht in der Lage sind, in ihre Heimat zurückzukehren, und auch keine Beschäftigungsperspektiven haben.

Jemen ist auch von der humanitären Krise am Horn von Afrika unmittelbar betroffen. Über 250 000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus Somalia und Äthiopien, sind in das Land geströmt und leben dort unter prekären Bedingungen in Kharaz, dem einzigen Flüchtlingslager, oder in armen Stadtgebieten.

Es ist jedoch äußerst schwierig, die Bedürftigen in Jemen zu erreichen, da die humanitären Helfer aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage oftmals Schwierigkeiten haben, in die betreffenden Gebiete vorzudringen. Dadurch ist eine große Zahl von Flüchtlingen von grundlegender humanitärer Hilfe abgeschnitten.

Die Europäische Kommission setzt ihr langfristiges Engagement fort, um den akuten humanitären Bedarf in Jemen aufzufangen. Seit 1994 hat sie mehr als 53 Mio. EUR an lebenswichtiger Hilfe bereitgestellt.

Weitere Informationen:

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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