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Europaïsche Kommission - Pressemitteilung

Beschäftigung: Laut Vorschlag der Kommission sollen entlassene Arbeitskräfte der spanischen Schuhindustrie 1,6 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds erhalten

Brüssel, 04. Mai 2012 – Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, Spanien einen Finanzbeitrag in Höhe von 1,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, damit 350 entlassene Arbeitskräfte der Schuhindustrie der Region Valencia Hilfe bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz erhalten. Die von Spanien beantragten Mittel sollen entlassenen Arbeitskräften aus 143 – überwiegend kleinen – Unternehmen zugute kommen. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU‑Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sagte: „Die Beschäftigten in der spanischen Schuhindustrie sind vom wachsenden globalen Wettbewerb schwer getroffen worden. Die vorgeschlagene Unterstützung in Höhe von 1,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Globalisierungsfonds wird ihnen den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen ermöglichen und damit ihren Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.“

Der Antrag Spaniens betrifft 876 Personen, die in 143 kleinen und mittleren Unternehmen der Schuhindustrie in der Region Comunidad Valenciana entlassen wurden. Die Entlassungen waren die Folge eines gestiegenen Wettbewerbsdrucks durch Schuhimporte aus Nicht-EU-Ländern, der durch die jüngste Wirtschaftskrise noch weiter verschärft wurde. China und Indien beherrschen in zunehmendem Maße den Welthandel mit Schuhen, und Länder wie Vietnam und Indonesien steigern ihren Anteil an der weltweiten Produktion weiter.

Mit dem vorgesehenen EGF-Beitrag sollen 350 entlassene Arbeitskräfte unterstützt werden, für die es am schwersten ist, wieder Arbeit zu finden. Finanziert werden soll ein Maßnahmenpaket für die betroffenen Personen, das Folgendes umfasst: Einzelberatung, Beurteilung vorhandener Kompetenzen, Outplacement, Coaching, allgemeine Aus- und Weiterbildung, individuell zugeschnittene Berufsbildungsmaßnahmen, Förderung unternehmerischer Initiative und Hilfe bei Unternehmensgründungen, Beihilfen für die Arbeitsuche sowie Beiträge zu Fahrtkosten.

Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt 2,5 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF 1,6 Mio. EUR bereitstellt.

Hintergrund

Die Einfuhr von Schuhen aus Nicht-EU-Ländern in die EU stieg im Zeitraum 2006‑2009 um fast 6 % an, während die Ausfuhr aus der EU im selben Zeitraum um 16,4 % zurückging. Als unmittelbare Folge des Rückgangs der Ausfuhren nahm die Zahl der Schuhhersteller in den 27 EU-Mitgliedstaaten im Zeitraum 2005‑2008 um 11,58 % ab, wodurch – im selben Zeitraum – 78 800 der unmittelbar in diesem Wirtschaftszweig angesiedelten Arbeitsplätze verlorengingen, also rund 20 % der dort insgesamt vorhandenen Arbeitsplätze.

Zudem war bei den Einfuhren von Schuhen nach Spanien ein Anstieg zu verzeichnen, nämlich um fast 20 % im Zeitraum 2006‑2010. Die Auswirkungen des Ungleichgewichts zwischen Einfuhren und Ausfuhren trafen die spanische Schuhindustrie allerdings härter als die EU insgesamt: Die Zahl der Hersteller verringerte sich im Zeitraum 2006‑2010 um 35,96 % (bzw. um 24,27 % im Zeitraum 2006‑2009), die Zahl der Unternehmen sank von 2283 auf 1462. Die Beschäftigung ging in diesem Zeitraum um 31,80 % zurück, es wurden 10 663 unmittelbar in der Schuhindustrie angesiedelte Arbeitsplätze abgebaut.

Die Beschäftigungssituation in dem betroffenen Gebiet ist besonders angespannt, da sich die Wirtschaftskrise auch auf weitere Branchen – zum Beispiel das Baugewerbe, die Möbelfertigung, die Textilindustrie, die Keramik‑ und die Spielzeugherstellung – auswirkt, die unter anderen Umständen entlassenen Arbeitskräften aus der Schuhindustrie alternative Beschäftigungsmöglichkeiten hätten bieten können. Die Unterstützung durch den EGF ist daher umso wichtiger, denn sie kann diesen Personen helfen, neue Beschäftigungsperspektiven in anderen Bereichen zu finden.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2006 gingen 97 Anträge über insgesamt ca. 451,4 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 89 000 entlassenen Arbeitskräften ein. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für eine zunehmende Anzahl von Branchen gestellt.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt sehr förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die ganz plötzlich mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF‑Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von den seit 2007 gewonnenen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014‑2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen

EGF-Website

Videos:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised (nur in englischer Sprache verfügbar)

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund (nur in englischer Sprache verfügbar)

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit unter http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Website von Kommissar László Andor: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/

László Andor auf Twitter: http://twitter.com/#!/LaszloAndorEU

Contacts :

Jonathan Todd (+32 229 94107)

Nadège Defrère (+32 2 296 45 44)


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