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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: Neue Strategie für ein sicheres Internet und bessere Online-Inhalte für Kinder und Jugendliche

Brüssel, 2. Mai 2012 – Die Kommission hat einen Plan vorgestellt, um Kindern die digitalen Fähigkeiten und Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie brauchen, um sich die digitale Welt auf sichere Weise voll zu erschließen. Das Internet wurde zwar nicht mit Blick auf Kinder geschaffen, aber 75 % der Kinder nutzen es heute, davon jedes Dritte mit einem mobilen Gerät. Die neue Strategie besteht darin, den Markt für interaktive, kreative und edukative Online-Inhalte in einer Partnerschaft zwischen Europäischer Kommission und Mitgliedstaaten, Mobilfunkbetreibern, Geräteherstellern und Anbietern sozialer Netze gemeinsam aufzubauen.

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes sagte hierzu: „Ich bin dafür, dass alle Kinder online sind. Aber Kinder brauchen einfache, transparente und einheitliche Internet-Werkzeuge und müssen auch wissen, wie man sie benutzt. Unsere Initiative bringt alle Beteiligten an einen Tisch, so dass die Kinder mehr hochwertige Inhalte, Dienstleistungen und Schutz bekommen, damit sie positive Online-Erfahrungen machen.“

Die für Justiz zuständige EU-Kommissarin und Vizepräsidentin Viviane Reding ergänzte: „Das Internet bietet Kindern und Jugendlichen neue Möglichkeiten, ihre Kreativität zu entfalten und sich frei auszudrücken. Aber das Internet war ursprünglich für Erwachsene gedacht, nicht für Kinder. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass unsere Kinder online sicher sind. Die neue Kommissionsstrategie wird helfen, die Rechte der Kinder zu wahren und sie vor Gewalt zu schützen. Dieses Vorgehen ist sinnvoll und wird dazu beitragen, das Internet an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen.

Cecilia Malmström, die für Inneres zuständige EU-Kommissarin, erklärte: „Wir leben im digitalen Zeitalter. Die jüngeren Generationen sind online am aktivsten. Diese jungen Leute kennen sich zwar bestens mit dem Internet aus, sind aber trotzdem bestimmten Online-Gefahren ausgesetzt. Als Eltern haben wir die Pflicht, für die Sicherheit unserer Kinder zu sorgen – auch im Web. Wir müssen die Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene verstärkten, um Cyberkriminalität und insbesondere so schreckliche Verbrechen wie die sexuelle Ausbeutung von Kindern und die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch im Internet wirksamer zu bekämpfen.“

Infolge unterschiedlicher nationaler Herangehensweisen haben die Kinder in der EU unterschiedliche Kenntnisse und genießen online nicht überall das gleiche Schutzniveau. Dies macht es auch für Unternehmen schwierig, kinderfreundliche Dienstleistungen und Produkte EU-weit anzubieten. Um diese Hindernisse zu überwinden, hat die Kommission eine Reihe von Maßnahmen zusammengestellt, die auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden sollen, auch in Form der Selbstregulierung, die schnell und flexibel zu Lösungen auf diesem Gebiet führen dürfte. Die Zusammenarbeit in Foren wie der Coalition to make the Internet a better place for kids (Koalition, die das Internet für Kinder sicherer machen soll) wird dabei eine entscheidende Rolle spielen (siehe IP/11/1485). Die Maßnahmen sind auf vier Hauptziele ausgerichtet:

  • Förderung der Produktion kreativer und edukativer Online-Inhalte für Kinder und Aufbau von Plattformen, die Zugang zu altersgerechten Inhalten geben;

  • Verstärkte Sensibilisierung sowie Unterrichtung der Online-Sicherheit an allen Schulen in der EU, um die digitalen Fähigkeiten, Medienkompetenz und Eigenverantwortung der Kinder im Online-Umfeld zu entwickeln;

  • Schaffung eines sicheren Umfelds für Kinder, in dem Eltern und Kinder über die für ihren Schutz notwendigen Werkzeuge verfügen, beispielsweise einfache Meldemöglichkeiten für schädliche Inhalte und Verhaltensweisen im Internet, transparente altersgerechte Standard-Datenschutzeinstellungen und benutzerfreundliche Werkzeuge zur elterlichen Kontrolle;

  • Bekämpfung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch im Internet durch Förderung der Erforschung und des Einsatzes innovativer technischer Lösungen für polizeiliche Ermittlungen.

Hintergrund

Der Schutz der Kinder im Online-Umfeld ist eines der Hauptziele der Digitalen Agenda für Europa (allgemeine Informationen zur DAE: IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200).

Das Internet wurde zwar nicht mit Blick auf Kinder geschaffen, es wird von ihnen aber in immer jüngerem Alter genutzt. Vier von zehn Kindern geben an, dass sie schon mit Risiken wie Online-Schikanierung („Cyber-Bullying“), Verherrlichung von Magersucht oder Selbstverstümmelung in von Nutzern selbst erstellten Inhalten oder Missbrauch ihrer personenbezogenen Daten zu tun hatten. Obwohl ab 2015 voraussichtlich für 90 % der Arbeitsplätze in allen Sektoren IT-Kenntnisse erforderlich sein werden, sagen nur 25 % der jungen Leute von sich selbst, dass sie ein „hohes“ Niveau an grundlegenden Internetkenntnissen besitzen (Benutzen des Internet für Telefonanrufe, Erstellen von Webseiten, P2P-Dateiaustausch).

Die Beachtung der Wünsche und Anforderungen der Kinder eröffnet vielfältige Geschäftsmöglichkeiten. Schätzungen zufolge wird der weltweite Markt der digitalen Inhalte 2012 die Schwelle von 113 Milliarden Euro erreichen. Der Markt der Mobil-Apps hat ein Volumen von 5 Milliarden Euro und wird bis 2015 voraussichtlich auf 27 Milliarden Euro anwachsen, vor allem durch Spiele und die weltweit mehr als 5 Milliarden Mobilfunk-Kunden. Angesichts der weiten Verbreitung von Tablets, Smartphones und Laptops, die von Kindern intensiv genutzt werden, haben interaktive kreative und edukative Online-Inhalte sowohl für jüngere Kinder als auch für ältere Kinder und Jugendliche ein ganz beträchtliches Marktpotenzial.

Die in der Strategie vorgesehenen Maßnahmen bauen auf den in diesem Bereich bereits laufenden EU-Aktionen auf. So werden die für Kinder, Eltern und Lehrer geplanten einfachen Meldemechanismen für schädliche Online-Inhalte und ‑Verhaltensweisen beispielsweise die vorhandenen 116-Hotlines für vermisste Kinder (siehe IP/07/188) und das künftige Netz nationaler Meldesysteme für Cyberkriminalität des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (siehe IP/12/317) ergänzen.

Im Dezember 2011 wurde eine Koalition, die das Internet für Kinder sicherer machen soll, mit einem Arbeitsplan für das kommende Jahr gebildet (IP/11/1485). Die laufende Arbeit der Koalition wird in diesem Sommer zu ersten Mal überprüft. Die Europäische Kommission hat im Februar 2011 eine EU-Agenda zur Stärkung der Rechte des Kindes vorgelegt. Dieses Ziel soll durch die Umsetzung der Prinzipien der EU-Grundrechtecharta erreicht werden (IP/11/156). Eine Reihe der in der Agenda enthaltenen konkreten Maßnahmen, z. B. die Förderung einer kindgerechten Justiz, verständlichere Informationen für Kinder über ihre Rechte oder ein besserer Schutz für Kinder im Internet, betreffen das Wohlergehen und die Sicherheit von Kindern, also Bereiche, in denen ein Tätigwerden der Union einen echten Mehrwert darstellen kann.

Nützliche Links

Vollständiger Wortlauf der Mitteilung:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/policy/index_en.htm

EU-Programm „Sicheres Internet“:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/index_en.htm

Bürgerinfo:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/policy/index_en.htm

Website zur Digitalen Agenda

Website von Neelie Kroes

Neelie Kroes auf Twitter

Twitter-Hashtag: #betterinternet4kids

Ansprechpartner:

Ryan Heath (+32 2 296 17 16); Twitter: @ECspokesRyan

Linda Cain (+32 2 299 90 19)

Anhang

Aktionen der Strategie für ein besseres Internet für Kinder

Aktion

Hauptakteure

Zeitplan

Säule 1 – Hochwertige Online-Inhalte für Kinder und Jugendliche

Förderung der Produktion kreativer und edukativer Online-Inhalte für Kinder

Kommission mit Unterstützung der Mitgliedstaaten und der Branche

fortlaufend ab 2012

Förderung positiver Online-Erfahrungen für jüngere Kinder

Kommission mit Unterstützung der Mitgliedstaaten und der Branche

fortlaufend ab 2012

Säule 2 – Verstärkte Sensibilisierung und Befähigung

Digitale Fähigkeiten und Medienkompetenz sowie Unterrichtung der Online-Sicherheit in Schulen

Mitgliedstaaten mit Unterstützung der Kommission und der Branche

bis 2013

Ausweitung der Sensibilisierung und Mitwirkung der Jugend

Kommission mit Unterstützung der Mitgliedstaaten und der Branche

fortlaufend ab 2012

Einfache und solide Meldemöglichkeiten für Benutzer

Branche mit Unterstützung der Kommission und der Mitgliedstaaten

erste Ergebnisse bis Ende 2012, vollständige Umsetzung innerhalb von 18 Monaten

Säule 3 – Schaffung eines sicheren Online-Umfelds für Kinder

Altersgerechte Datenschutzeinstellungen

Branche mit Unterstützung der Kommission und der Mitgliedstaaten

erste Ergebnisse bis Ende 2012, vollständige Umsetzung innerhalb von 18 Monaten

Stärkung der elterlichen Kontrollmöglichkeiten

Branche mit Unterstützung der Kommission und der Mitgliedstaaten

erste Ergebnisse bis Ende 2012, vollständige Umsetzung innerhalb von 18 Monaten

Breitere Nutzung von Alterseinstufungs- und Inhaltsklassifizierungssystemen

Branche mit Unterstützung der Kommission und der Mitgliedstaaten

erste Ergebnisse bis Ende 2012, vollständig ausgearbeitete Vorschläge innerhalb von 18 Monaten

Online-Werbung und übermäßige Online-Ausgaben

Branche mit Unterstützung der Kommission und der Mitgliedstaaten

fortlaufend ab 2012

Säule 4 – Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern

Schnellere und systematische Identifizierung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch, das über verschiedene Online-Kanäle verbreitet wird, Meldung und Entfernung solchen Materials

Kommission mit Unterstützung der Mitgliedstaaten und der Branche

fortlaufend ab 2012 mit ersten Ergebnissen bis Ende 2012

Zusammenarbeit mit internationalen Partnern bei der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern

Kommission mit Unterstützung der Mitgliedstaaten und der Branche

fortlaufend ab 2012


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