Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR IT

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Galileo: Innovationsschub durch Satelliten-Start im September

Brüssel, 2. Mai 2012 – Der zweite Start von zwei Satelliten im Rahmen des Programms Galileo wurde für den 28. September 2012 bestätigt. Die entstehende Mini-Konstellation aus vier Satelliten ermöglicht eine Funktionsprüfung der ausgedehnten Galileo-Infrastruktur. Daher können europäische Unternehmen nun auch mit der Entwicklung und den Tests innovativer Produkte beginnen, die auf den Satellitennavigationssignalen von Galileo beruhen. Die heutige Ankündigung durch den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission Antonio Tajani und den Vorstandsvorsitzenden von Arianespace Jean‑Yves Le Gall in Gegenwart von Spitzenvertretern der in das Programm eingebundenen Unternehmen wurde mit der Europäischen Weltraumorganisation abgestimmt. Der Aufbau des Systems schreitet planmäßig voran. Für das Jahr 2013 sind häufigere Starts vorgesehen, die alle vom Weltraumbahnhof der EU in Französisch-Guayana erfolgen.

Die EU-Investitionen in die Satellitennavigationstechnologie eröffnen den europäischen Unternehmen den Weltmarkt. Das Marktvolumen dieser Branche beträgt derzeit 125 Mrd. EUR und steigt voraussichtlich bis 2020 auf 250 Mrd. EUR an. Galileo schafft die Voraussetzungen für eine große Bandbreite von Anwendungen in der Wirtschaft, z. B. bei Stromnetzen, im Flottenmanagement, bei Finanztransaktionen, in der Schifffahrt, sowie bei Rettungs- und Friedenseinsätzen.

Antonio Tajani, der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, erklärte dazu: „Bei Galileo verläuft alles weiter nach Plan und die Kosten bewegen sich innerhalb des festlegten Rahmens. Nun sind die europäischen Unternehmen und vor allem die vielen KMU gefordert, innovative Projekte voranzutreiben und ihre Produkte bis 2014 zur Marktreife zu führen, wenn Galileo voll betriebsfähig ist. Die Unternehmen in der EU sollten bereit sein, diesen großen Markt zu erschließen, der sich ihnen eröffnet. Chancen wie diese müssen in der aktuellen Wirtschaftslage optimal genutzt werden.“

Weitere Informationen zu Galileo:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/satnav/galileo/index_de.htm

Sowie auf Englisch: MEMO/11/717  - Galileo will boost economy and make life of citizens easier (Galileo verleiht der Wirtschaft neuen Schwung und erleichtert das Leben der Bürger)

Das Galileo-Navigationssystem

Der Termin für den Start wurde gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation festgelegt, die das Programm im Auftrag der Europäischen Kommission umsetzt. Alle vier IOV-Satelliten (IOV – In-orbit Validation (Validierung in der Umlaufbahn)) wurden von EADS Astrium gebaut.

Mit Galileo kann man seine genaue Position in Raum und Zeit wie mit GPS, jedoch genauer und zuverlässiger, ermitteln. Galileo steht unter ziviler europäischer Kontrolle und wird mit dem amerikanischen GPS kompatibel sowie bei einigen Diensten sogar mit GPS interoperabel, jedoch davon unabhängig sein.

Die Umsetzung des Galileo-Programms gliedert sich in zwei Phasen:

Die sogenannte Validierung in der Umlaufbahn (In-orbit Validation, IOV) umfasst die Erprobung und den Betrieb von vier Satelliten und der dazugehörigen Bodeninfrastruktur. Diese Phase läuft bereits.

Zur Erlangung der vollen Betriebsfähigkeit (Full Operational Capability, FOC) wird dann die restliche Boden- und Weltrauminfrastruktur errichtet. Dies betrifft zunächst 18 Satelliten. Das vollständige System wird 30 Satelliten im Orbit, 2 Ersatzsatelliten auf dem Boden, Kontrollzentren in Europa sowie ein weltweites Netzwerk von Sensor- und Verbindungsstationen umfassen.

Hintergrund zur Auftragsvergabe für Galileo-Komponenten

Die Aufträge über die Erbringung von Dienstleistungen für die volle Betriebsfähigkeit von Galileo werden in sechs Teilen vergeben: Im Januar 2010 wurden drei Aufträge an Thales Alenia Space (Italien), OHB System AG (Deutschland) und Arianespace über die systemtechnische Unterstützung, den Bau von 14 Satelliten beziehungsweise die Startdienstleistungen vergeben (IP/10/7). Ein vierter Vertrag wurde im Oktober 2010 in Brüssel mit der Firma SpaceOpal über den Betrieb der Weltraum- und Bodeninfrastruktur geschlossen (IP/10/1382). Im Juni 2011 wurden die beiden letzten Verträge mit Thales Alenia Space (Frankreich) für die Missionsinfrastruktur am Boden und mit Astrium (Vereinigtes Königreich) für die Infrastruktur für die Bodenkontrolle unterzeichnet (IP/11/772).

Im Februar 2012 wurden (zusätzlich zu den 18 bereits bestellten Satelliten) weitere 8 Satelliten bei OHB in Auftrag gegeben (IP/12/95). Von diesen 18 Satelliten befinden sich 2 bereits seit dem 21. Oktober 2011 im Orbit und funktionieren einwandfrei. Zur gleichen Zeit wurde ein Vertrag mit Arianespace über die Reservierung von Starts unterzeichnet. Ein dritter Vertrag wurde mit Astrium SAS (Frankreich) geschlossen, um die Ariane-5-Rakete für den gleichzeitigen Transport von vier Galileo-Satelliten pro Start zu modifizieren. Dadurch kann die gesamte Konstellation schneller bereitgestellt werden, sodass bis Ende 2015 bereits 26 Satelliten im Orbit sein werden.

Kontakt:

Carlo Corazza +32 229-51752

Sara Tironi +32 229-90403


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website