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Digitale Agenda: Neue Technologie zur Darstellung einer „virtuellen Leber“ hilft bei Tumorerkennung

European Commission - IP/12/3   05/01/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: Neue Technologie zur Darstellung einer „virtuellen Leber“ hilft bei Tumorerkennung

Brüssel, 5. Januar 2012 – Wissenschaftler und Chirurgen aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich haben unterstützt durch EU-Forschungsgelder eine „virtuelle Leber“ entwickelt, die eine bessere Planung und Durchführung von Tumoroperationen ermöglicht und eine schnellere Genesung der Patienten gewährleistet. Beim Projekt PASSPORT (patientenspezifische Simulation und präoperatives realistisches Training) wird auf der Grundlage radiologischer Aufnahmen, die von dem Radiologen an einen PASSPORT-Onlinedienst gesandt werden, ein genaues Abbild der Leber des Patienten erstellt. Anhand dieses Abbilds können die Ärzte entscheiden, ob operiert werden soll oder nicht. Die Chirurgen können jetzt genau sehen, wo sich ein Tumor gebildet hat, und wo sie operieren müssen, um ihn sicher zu entfernen.

Die Vizepräsidentin der Kommission, Neelie Kroes, sagte hierzu: „An Leberkrebs sterben hunderttausende in Europa und weltweit. Die bahnbrechende Technologie, die das Ergebnis des mit EU-Mitteln geförderten Projekts PASSPORT ist, wird die Diagnose und operative Behandlung verbessern und dazu beitragen, Leben zu retten.“

Die Leber erfüllt mehr als hundert lebenswichtige Funktionen im menschlichen Körper. Leberkrankheiten, unter anderem Leberkrebs und -sklerose, fordern jährlich tausende Opfer. Eine Lebertransplantation kommt nur für einen geringen Teil der Patienten mit Lebererkrankungen in Frage. Eine andere Option ist die Entfernung des erkrankten Organteils mit anschließender Regeneration der Leber. Nur wenn die Chirurgen wissen, wo sich der Tumor genau befindet, welches Volumen die verbleibende funktionstüchtige Leber hat und welchen allgemeinen Gesundheitszustand der Patient aufweist, können sie die Erfolgsaussichten eines chirurgischen Eingriffs zutreffend beurteilen. Gegenwärtig wird weniger als die Hälfte aller Patienten operiert. Dank der „virtuellen Leber“ des Projekts PASSPORT könnte dieser Anteil erheblich gesteigert werden.

Der bei dem Projekt verwendeten Virtualisierungssoftware liegt eine online verfügbare Open-Source-Technologie zugrunde, was die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den beteiligten Ärzten erleichtert.

Hintergrund

Mit der Digitalen Agenda für Europa sollen durch den Einsatz von EU-Forschungsmitteln unter anderem das Leben der Bürger verbessert, das medizinische Wissen erweitert und die High-Tech-Industrie gefördert werden (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200).

Erste Ergebnisse des Projekts belegen eindeutig Kosteneffektivität und Nutzen einer patientenspezifischen Planung chirurgischer Eingriffe. Der nächste Schritt ist die kommerzielle Bereitstellung der Software. Diese Kommerzialisierung wird den Weg für die routinemäßige klinische Nutzung von PASSPORT-Ergebnissen ebnen. Praktisch bedeutet dies, dass jeder Chirurg weltweit in der Lage sein wird, dieses Modell zu nutzen, es den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten anzupassen und die Kosten von Operationen erheblich zu senken.

Das Projekt PASSPORT begann im Juni 2008 und endete im Dezember 2011. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 5 457 174 EUR, wovon 3 635 049 EUR aus EU-Mitteln kamen. PASSPORT ist Teil des Exzellenznetzes „Virtuelle Physiologie des Menschen“. Dabei handelt es sich um ein Projekt, mit dem die europäische Forschung im Bereich der biomedizinischen Modellierung und Simulation des menschlichen Körpers unterstützt und vorangebracht werden soll. Der Chirurg kann mit einer Zoomfunktion ausgehend vom Körper in das Organ und von dort über das Gewebe bis in die Zelle hineinsehen. Damit wird ein „mehrschichtiger“ Ansatz möglich, bei dem die Fachärzte die Krankheit auf den verschiedenen Stufen des Körpers verfolgen und ermitteln können, wie sie sich manifestiert.

Koordinator des Projekts PASSPORT: IRCAD (Frankreich)

Partner:

  • Eidgenössische Technische Hochschule • Zürich (Schweiz)

  • Technische Universität München (Deutschland)

  • Imperial College London (Vereinigtes Königreich)

  • Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique (Frankreich)

  • Universität Leipzig (Deutschland)

  • University College London (Vereinigtes Königreich)

  • Université de Strasbourg (Frankreich)

  • KARL STORZ GmbH & CO. KG (Deutschland)

  • Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (Frankreich)

Nützliche Links:

Website zu PASSPORT: http://www.passport-liver.eu/Homepage.html

Website zur Digitalen Agenda: http://ec.europa.eu/digital-agenda

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu

Ansprechpartner:

Ryan Heath (+32 2 296 17 16); Twitter: @ECspokesRyan

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


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