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Bericht der Europäischen Kommission: Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern führen zu Wirtschaftswachstum

European Commission - IP/12/371   16/04/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Bericht der Europäischen Kommission: Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern führen zu Wirtschaftswachstum

Brüssel, 16. April 2012 ‑ Laut dem letzten Jahresbericht über die Gleichstellung ist eine bessere Gleichstellung der Geschlechter von entscheidender Bedeutung dafür, wie die EU auf die aktuelle Wirtschaftskrise reagiert. In dem Bericht wird auf die Fortschritte eingegangen, die im vergangenen Jahr bei der Verringerung der geschlechterspezifischen Unterschiede in Bezug auf die Beschäftigung, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft allgemein erzielt wurden. Wenngleich gewisse Fortschritte hinsichtlich der Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen von Unternehmen und der Verringerung des geschlechterspezifischen Lohngefälles gemacht wurden, sind noch beträchtliche Herausforderungen zu bewältigen. Die EU-Länder müssen mehr Frauen in den Arbeitsmarkt bringen, um das EU-Gesamtziel einer Beschäftigungsquote von 75 % aller Erwachsenen bis 2020 zu erreichen. Eine Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu verbessern, besteht darin, für ein ausgewogeneres Verhältnis von Frauen und Männern bei der Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft zu sorgen. Studien haben gezeigt, dass sich die Geschlechterdiversität lohnt und Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in den Vorständen und Aufsichtsräten bessere Leistungen erbringen als Unternehmen mit rein männlich besetzten Führungsgremien.

Es gibt sehr starke wirtschaftliche Argumente dafür, dass in der EU eine höhere Frauenbeschäftigungsquote erreicht wird und mehr Frauen Spitzenpositionen bekleiden,“ erklärte Viviane Reding, die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. „Wir können unsere wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Ziele nur erreichen, wenn wir alle unsere Humanressourcen uneingeschränkt nutzen ‑ sowohl auf dem Arbeitsmarkt insgesamt als auch in Führungspositionen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Konjunkturprogramme.“

Der heute vorgestellte Bericht über die 2011 erzielten Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern ist Teil des umfassenderen Berichts der Kommission über die Anwendung der EU-Grundrechtecharta im vergangenen Jahr (IP/12/370). In ihm werden die wichtigsten Entwicklungen auf der nationalen wie auch auf der europäischen Ebene in den fünf zentralen Bereichen der allgemeinen EU-Geschlechtergleichstellungsstrategie für den Zeitraum 2010‑2015 herausgestellt: Gleichstellung in der Wirtschaft, bei der Bezahlung und bei Entscheidungsprozessen, Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Gleichstellung von Frauen und Männern auch außerhalb der EU.

Auf dem Arbeitsmarkt liegt die Beschäftigungsquote von Frauen bei 62,1 %, die der Männer hingegen bei 75,1 %. Dies bedeutet, dass die EU die generelle Zielvorgabe der Strategie Europa 2020 ‑ eine Beschäftigungsquote von 75 % ‑ nur dann erreicht, wenn sie sich stark für die Gleichstellung einsetzt. Die Kommission hat im Rahmen der Strategie Europa 2020 hervorgehoben, dass eine bessere Vereinbarkeit von Arbeitsleben und Privatleben notwendig ist, insbesondere durch eine angemessene Kinderbetreuung, durch ein größeres Angebot an flexiblen Arbeitszeitmodellen und durch Steuer- und Zulagensysteme, die Zweitverdiener nicht benachteiligen (IP/11/685). All diese Maßnahmen können dazu beitragen, dass mehr Frauen in den Arbeitsmarkt eintreten und in ihm bleiben.

Das geschlechterspezifische Lohngefälle hat sich in der EU geringfügig verringert. Durchschnittlich verdienen Frauen pro Stunde 16,4 % weniger als Männer. Für dieses Lohngefälle sind viele Faktoren verantwortlich, z. B. getrennte Arbeitsmärkte und Unterschiede im gewählten Bildungsweg. Am zweiten europäischen „Equal Pay Day“ (Tag der Lohngleichheit) wurde auf dieses Problem und potenzielle Lösungen hingewiesen (IP/12/211). Da bei der vermehrten Besetzung von Aufsichtsrats- oder Vorstandsposten mit Frauen nur geringe Fortschritte erzielt wurden, hat die Kommission eine öffentliche Konsultation zu möglichen Maßnahmen auf EU-Ebene eingeleitet, um dieses Problem zu lösen, das Innovation und Wachstum in Europa hemmen könnte (IP/12/213).

Schließlich hat die Kommission mit dem Vorschlag für ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Rechte von Verbrechensopfern (IP/11/585) einen wichtige Schritt auf dem Weg zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen unternommen. Hierzu gehören Maßnahmen, mit denen speziell Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, geholfen werden soll.

Hintergrund

Die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen ist eines der Ziele der europäischen „Charta für Frauen“ (siehe IP/10/237), die von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Vizepräsidentin Reding im März 2010 initiiert wurde. Mit der Verabschiedung einer Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern im September 2010 für die nächsten fünf Jahre (siehe IP/10/1149 und MEMO/10/430) hat die Kommission die Verfolgung dieser Ziele fortgesetzt. Die Strategie sieht zusätzlich zur Gleichstellung bei Entscheidungsprozessen Maßnahmen in vier weiteren Bereichen vor: gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit, gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit, Würde, Unversehrtheit und Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen sowie Gleichstellung der Geschlechter in den externen Politikbereichen.

Es gibt immer mehr Belege für den erheblichen wirtschaftlichen Nutzen einer ausgewogeneren Präsenz von Frauen und Männern bei Entscheidungsprozessen im Wirtschaftsbereich. Ein höherer Frauenanteil in Spitzenpositionen kann zu einem produktiveren und innovativeren Arbeitsumfeld und zu einer insgesamt bessereren Unternehmensleistung beitragen und damit die Wettbewerbsfähigkeit fördern. Inzwischen sind 60 % der Hochschulabsolventen Frauen, aber nur wenige erreichen die Unternehmensspitzen. Die Öffnung zu höheren Positionen ist ein Anreiz für Frauen, ins Erwerbsleben einzutreten und darin zu verbleiben, trägt zu höheren Beschäftigungsquote von Frauen bei und führt zu einer besseren Nutzung des Potenzials der Frauen als Humanressource.

Weitere Informationen

Europäische Kommission – Newsroom der Generaldirektion Justiz:

http://ec.europa.eu/justice/newsroom/index_de.htm

Europäische Kommission – Gleichstellung der Geschlechter

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality

Videoclip ‑ geschlechterspezifisches Lohngefälle:

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/gender-pay-gap

Homepage der Vizepräsidentin der Kommission und Justizkommissarin Viviane Reding:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Kontakt:

Matthew Newman (+32 2 296 24 06)

Natasha Bertaud (+32 2 296 74 56)


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