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EU-Kommissarin Georgieva warnt vor humanitärer Katastrophe im Norden Malis

European Commission - IP/12/359   11/04/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

EU-Kommissarin Georgieva warnt vor humanitärer Katastrophe im Norden Malis

Brüssel, 11. April 2012 – Falls in den kommenden Tagen nicht rasch der Zugang für humanitäre Hilfe verbessert und so die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten im Norden Malis ermöglicht wird, droht eine schwere humanitäre Katastrophe, die auch auf die Nachbarländer übergreifen könnte, warnt die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva. Die Europäische Kommission hat weitere 9 Mio. EUR an Hilfsgeldern zugesagt, um die erneut entstandenen humanitären Bedürfnisse im Norden Malis abzudecken, doch der Zugang zu den Bevölkerungsteilen, die am dringendsten auf die Hilfe angewiesen sind, wird durch Kämpfe und die allgemein unsichere Lage behindert.

Durch die gewalttätigen Auseinandersetzungen haben Tausende von Menschen ihr Obdach verloren (schätzungsweise 100 000 Binnenvertriebene) oder sind ins Ausland geflohen, hauptsächlich in die Nachbarländer Algerien, Mauretanien, Niger und Burkina Faso (rund 136 000 Flüchtlinge). Die Zurückgebliebenen haben kaum noch Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen und -gütern und sind Opfer von Übergriffen und Menschenrechtsverletzungen.

EU-Kommissarin Kristalina Georgieva erklärte:Viele der Flüchtlinge hatten infolge der Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone bereits um ihr Überleben zu kämpfen. Es steht zu befürchten, dass die jüngsten Gewalttätigkeiten den Nahrungsmangel sowohl im Norden Malis als auch in den Zufluchtsgebieten der Nachbarländer, in denen große Nahrungsmittelknappheit herrscht, noch weiter verschärfen. Daher stellt die Kommission zusätzliche humanitäre Hilfe für die Menschen bereit, die aus dem Konfliktgebiet fliehen.

Wegen der unsicheren Lage sind wir jedoch nur begrenzt fähig, rasch auf die wachsenden Bedürfnisse zu reagieren. Ich rufe daher alle Konfliktparteien dazu auf, die Rechte der Zivilbevölkerung und das humanitäre Völkerrecht zu achten und den humanitären Helfern uneingeschränkten Zugang zur Not leidenden Bevölkerung zu gewähren“, betonte die Kommissarin.

Durch die zusätzliche Soforthilfe soll die Bereitstellung von Lebensmitteln, Medikamenten, Wasser- und Sanitärversorgung für die am stärksten betroffenen Flüchtlinge im Norden des Landes und in den Nachbarländern verbessert werden. Die Hilfe wird über Organisationen der Vereinten Nationen, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sowie internationale Nichtregierungsorganisationen bereitgestellt.

Europa setzt seine humanitären Hilfemaßnahmen in der gesamten Sahelzone fort. Wir sind entschlossen zu verhindern, dass die Hungerkrise in ein humanitäres Desaster ausartet, und ich bin zuversichtlich, dass unsere Hilfe Millionen von Menschen das Leben retten und in den am stärksten betroffenen Gebieten zur Entspannung der Lage beitragen wird,“ erklärte Kommissarin Georgieva weiter.

Die 9 Mio. EUR kommen zu den über 280 Mio. EUR hinzu, die die Kommission zur Bewältigung der Nahrungsmittelkrise bereitgestellt hat, von der acht Länder in der westafrikanischen Region betroffen sind. Mali ist mit 1,4 Millionen Menschen, die dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, das am stärksten betroffene Land.

Hintergrund

Infolge der seit Januar andauernden Kämpfe im Norden Malis sind Tausende von Menschen auf der Flucht. Vergangenen Monat setzte die Europäische Kommission wegen der Gewalttätigkeiten und politischen Unruhen in der malischen Hauptstadt Bamako alle bilateralen Entwicklungshilfeabkommen mit der Regierung des Landes aus. Allerdings stellt sie trotz wachsender Hindernisse weiterhin neutrale, unparteiische und politisch unabhängige humanitäre Hilfe für die Not leidende Bevölkerung bereit.

Inzwischen ist Mali mit einem chronischen Nahrungsmangel konfrontiert, der durch die Dürre von 2011, die eine Nahrungsmittelkrise in der gesamten Sahelzone auslöste, noch verstärkt wurde.

Die Flüchtlingsversorgung in der Sahelzone wird dadurch erschwert, dass einige der Zufluchtsgebiete in Mali, Mauretanien, Niger und Burkina Faso äußerst entlegen sind und der Zugang zu diesen Gebieten für die humanitären Helfer eine große logistische Herausforderung darstellt. Darüber hinaus stoßen die Ressourcen der humanitären Organisationen aufgrund der Nahrungsmittelkrise bereits an ihre Grenzen.

Weitere Informationen

MEMO/12/247

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Merkblatt zur Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone

http://ec.europa.eu/echo/aid/sub_saharian/sahel_en.htm

Kontakt:

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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