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EU-Industrieproduktion geht um 1 % zurück: Wiederankurbelung braucht Vertrauen

Commission Européenne - IP/12/33   19/01/2012

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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU-Industrieproduktion geht um 1 % zurück: Wiederankurbelung braucht Vertrauen

Brüssel, den 19. Januar 2012: Die wirtschaftlichen Aussichten für die EU-Industrie haben sich verschlechtert. Dem heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht für Januar 2012 zufolge lag die Produktion in der verarbeitenden Industrie in den drei Monaten vor November 2011 etwa 1 % höher als im Jahr zuvor, allerdings auch 1 % unterhalb des in den drei Monaten zuvor verzeichneten Niveaus. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe liegt immer noch 13 % über dem konjunkturellen Tiefstand von Anfang 2009 und etwa 9 % unter den Spitzenwerten von Anfang 2008. Höhere Produktionswerte wurden in den Bereichen Arzneimittel, sonstiger Fahrzeugbau, Getränke und Nahrungsmittel erzielt. In den meisten anderen Bereichen ist jedoch wieder ein Rückgang zu verzeichnen; am stärksten ist dies in den Bereichen Textilien, Möbel, Lederwaren, Druck- und Computerindustrie zu beobachten. Die aktuellen Daten und Prognosen für Dienstleistungen, einschließlich Tourismus, bleiben positiv, die tatsächliche Leistung wird jedoch von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation abhängig.

Nach einer zunächst sehr raschen Erholung von der Wirtschaftskrise stagnierte die Produktion im verarbeitenden Gewerbe und ging sogar in den letzten Monaten wieder zurück. Das Vertrauen in die Wirtschaft ist zurückgegangen, erreicht jedoch im Großen und Ganzen immer noch die langfristigen Durchschnittswerte. Fortgesetzt hohe Energiepreise, Haushaltskonsolidierung sowie anhaltende Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzierungsquellen wirken sich weiterhin negativ auf die Dynamik der Wirtschaftserholung aus. Die unsicheren Aussichten für die europäische Wirtschaft angesichts der Schuldenkrise der Eurozone haben sich negativ auf die Investitionen ausgewirkt. Gleichzeitig haben die Unternehmen ihre Produktion gedrosselt, um eine Akkumulierung der Bestände zu vermeiden. Die Produktion im Baugewerbe bleibt dicht an den Werten des konjunkturellen Tiefstands: Eine moderate Erholung im Hoch- und Tiefbau (Straßen- und Brückenbau usw.) wird von der anhaltenden Schwäche im Hausbau neutralisiert.

Der für Industrie und Unternehmertum zuständige Kommissionsvizepräsident Antonio Tajani erklärte: „Die Zahlen sehen in der Tat schlecht aus - was mir jedoch mehr Sorge bereitet, ist die Tatsache, dass sie viel besser sein könnten. Unsere Daten bestätigen, dass die europäische Industrie wieder wettbewerbsfähiger ist; es ist vielmehr das fehlende Vertrauen, dass die Industrie von Investitionen abhält. In den vergangenen Tagen konnten wir ermutigende Zeichen vernehmen, beispielsweise in der US-Wirtschaft. Wenn wir das Vertrauen in die europäische Industrie wiederherstellen können, insbesondere das Vertrauen in die Millionen KMU in diesem Sektor, werden wir in der Lage sein, diese Krise relativ unbeschadet zu meistern. Diese Gelegenheit muss genutzt werden!“

Der vollständige Bericht für Januar 2012

Produktionsindizes der EU-27 im Zeitraum 1993 – 2011 (Trend angepasst)

Quelle: Eurostat

Die Extra-EU-Ausfuhren haben bereits erneut ihre ehemaligen Spitzenwerte erreicht. Sie sind in den letzten Monaten zwar nicht weiter angestiegen, stützen aber nach wie vor die Nachfrage in der Industrie. Der Anstieg des Handels innerhalb der EU, die Binnennachfrage und der private Verbrauch sind dagegen nach wie vor verhalten, was den langsamen Anstieg der Gesamtproduktion in Europa im Vergleich mit dem Rest der Welt, insbesondere mit den asiatischen Schwellenländern, erklärt.

Die Daten zur Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe im dritten Quartal 2011 zeigen eine größtenteils stabile Anzahl der Beschäftigten. Die Gesamtzahl der Stellen im verarbeitenden Gewerbe ging im Vergleich zum konjunkturellen Höchststand vom Jahr 2008 um etwa 11 % zurück. Auf der anderen Seite blieb die Arbeitslosenrate im November auf einem Höchststand stabil, wobei die Situation in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich ausfällt. Die zunehmend schlechten Erwartungen hinsichtlich der Beschäftigtenzahl lassen wenig Hoffnung auf eine weitere Verbesserung erkennen.

Die von der Europäischen Kommission im Bericht für Januar 2012 vorgestellten Daten, die einen Rückgang der Produktion in der verarbeitenden Industrie um 1 % zeigen, stehen nicht in Widerspruch zu den Eurostat-Daten, nach denen bei der Industrieproduktion ein Rückgang um 0,1 % zu verzeichnen ist. Grundlage der Studie der Europäischen Kommission sind Veränderungen der Produktion im verarbeitenden Gewerbe über Dreimonatszeiträume, die Eurostat-Studie zeigt hingegen die monatliche Entwicklung in der Industrie, bei der das verarbeitende Gewerbe sowie der Energiesektor berücksichtigt werden. Mit dem Ansatz der Kommission werden die monatlichen Schwankungen in der Analyse im gewissen Grad ausgeglichen.

Kontakt :

Carlo Corazza +32 22 95 17 52

Sara Tironi +32 22 99 04 03


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