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Sicherheit im Straßenverkehr: Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2011 um nur 2% zurückgegangen

European Commission - IP/12/326   29/03/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Sicherheit im Straßenverkehr: Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2011 um nur 2% zurückgegangen

Brüssel, 29. März 2012 – Nach den heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten neuesten Zahlen haben sich die Fortschritte bei der Senkung der Zahl der Straßenverkehrstoten im letzten Jahr deutlich verlangsamt (‑2 %), nachdem in den vergangenen zehn Jahren EU-weit ein sehr hoffnungsvoll stimmender Rückgang (durchschnittlich ‑6 %) zu vermelden war. Erschwerend hinzu kommt, dass in einigen EU-Mitgliedstaaten mit einer an sich ausgesprochen guten Sicherheitsbilanz, wie etwa Deutschland und Schweden, inzwischen ein deutlicher Anstieg der Todesopfer verzeichnet wird. Auch in anderen Mitgliedstaaten, die im Bereich der Straßenverkehrssicherheit ohnehin bereits hinterherhinken, wie Polen und Belgien, ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen. Ein großes Problem ist nach wie vor die hohe Zahl der Todesopfer bei Motorradunfällen: Hier ist seit mehr als einem Jahrzehnt immer noch keine rückläufige Tendenz festzustellen.

Dazu EU-Verkehrskommissar Siim Kallas: „Diese Zahlen sollten uns wachrütteln. Dies ist der langsamste Rückgang der Zahl der Straßenverkehrstoten seit zehn Jahren. Noch immer sterben auf Europas Straßen jeden Tag 85 Menschen. Dies können wir nicht hinnehmen. Wir werden unsere Anstrengungen auf EU-Ebene und auf nationaler Ebene deutlich verstärken müssen, wenn wir unser Ziel erreichen wollen, die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr bis 2020 noch einmal zu halbieren. Ich werde die zuständigen Minister aller Mitgliedstaaten anschreiben und um Informationen über ihre nationalen Pläne für Durchsetzungsmaßnahmen im Bereich der Straßenverkehrssicherheit für 2012 bitten. Ich möchte mich vergewissern, dass diese wichtigen Arbeiten, die für die Sicherheit auf unseren Straßen von zentraler Bedeutung sind, auch in schweren wirtschaftlichen Zeiten mit unvermindertem Engagement fortgeführt werden. Auf EU-Ebene beabsichtige ich darüber hinaus, im Jahr 2012 den Fokus speziell auf Motorradunfälle zu richten: Wir müssen dafür sorgen, dass sich der derzeitige Trend umkehrt und die Zahl der Todesopfer endlich zurückgeht.“

Die beigefügte Tabelle zu den Straßenverkehrstoten nach Ländern gibt einen Überblick über die seit 2001 erzielten Fortschritte, mit Zahlenangaben zur EU insgesamt und nach Ländern. Sie enthält auch die neuesten Zahlen für 2011.

Im den letzten zehn Jahren wurden im Rahmen des EU-Aktionsplans für Straßenverkehrssicherheit 2001-2011 beträchtliche Fortschritte erzielt. Die Zahl der Straßenverkehrstoten konnte um fast 45 % gesenkt werden, was bedeutet, dass mehr als 125 000 Menschenleben gerettet wurden.

Die Zahl der Todesopfer in der EU ist jedes Jahr um durchschnittlich 6 % zurückgegangen. In manchen Jahren betrug der Rückgang sogar 11 % (2010).

EU–Aktionsplan für Straßenverkehrssicherheit 2011-2020

Im Juli 2010 hat die Kommission ehrgeizige Pläne angenommen, um die Zahl der Verkehrstoten auf Europas Straßen in den kommenden zehn Jahren um die Hälfte zu verringern. Die im Rahmen der „Leitlinien 2011-2020 für die Politik im Bereich der Straßenverkehrssicherheit“ vorgeschlagenen Initiativen reichen von höheren Standards für die Fahrzeugsicherheit über eine bessere Schulung der Verkehrsteilnehmer bis zur strengeren Durchsetzung der Straßenverkehrsvorschriften. Die Kommission arbeitet bei der Durchführung dieses Programms eng mit den Mitgliedstaaten zusammen.

Aktionsprogramm für die Straßenverkehrssicherheit 2011-2020

Das Aktionsprogramm für die Straßenverkehrssicherheit enthält eine Kombination von Initiativen, deren Schwerpunkt auf Verbesserungen von Fahrzeugen, Infrastrukturen und des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer liegt.

Sieben strategische Ziele wurden festgelegt:

  • Verbesserte Sicherheitsmaßnahmen für Lkw und Pkw

  • Sicherere Verkehrswege

  • Entwicklung intelligenter Fahrzeuge

  • Verbesserungen bei Führerscheinerwerb und Fahrschulausbildung

  • Bessere Durchsetzung der Vorschriften

  • Gezielte Maßnahmen zu Verletzungen

  • Verstärktes Augenmerk auf Motorradfahrer

Detaillierte Maßnahmen zu den einzelnen strategischen Zielen sind im beigefügten MEMO/10/343 aufgeführt.

Siehe auch: MEMO/11/483

Wie geht es weiter?

Die Arbeiten zur Umsetzung des EU-Aktionsprogramms für die Straßenverkehrssicherheit 2011-2020 werden weiter vorangetrieben. Darüber hinaus hat der Vizepräsident der Kommission seine Absicht angekündigt, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um Durchsetzungsmaßnahmen auf nationaler Ebene zu forcieren und die Situation der in besonderem Maße gefährdeten Motorradfahrer in den Fokus zu rücken.

Mitgliedstaat

Verkehrstote je 1 Mio. Einwohner

Entwicklung

 

2001

2010

2011

(vorläufige Daten)

2001-2010

Durchschnitt­licher jährlicher Rückgang

2010-2011

(vorläufige Daten)

Belgien

145

75

77

-45 %

-6 %

4 %

Bulgarien

124

103

88

-23 %

-3 %

-15 %

Tschechische Republik

130

76

73

-40 %

-5 %

-4 %

Dänemark

81

46

40

-41 %

-6 %

-18 %

Deutschland

85

45

49

-48 %

-7 %

10 %

Estland

146

58

75

-61 %

-10 %

29 %

Irland

107

47

42

-49 %

-7 %

-13 %

Griechenland

172

111

97

-33 %

-4 %

-13 %

Spanien*

136

54

50

-50 %

-9 %

-6 %

Frankreich

134

62

61

-51 %

-8 %

0 %

Italien*

125

68

65

-42 %

-6 %

-4 %

Zypern

140

75

88

-39 %

-5 %

18 %

Lettland

236

97

80

-61 %

-10 %

-18 %

Litauen

202

90

92

-58 %

-9 %

-3 %

Luxemburg

159

64

70

-54 %

-8 %

13 %

Ungarn

121

74

64

-40 %

-6 %

-14 %

Malta

41

36

41

-6 %

-1 %

13 %

Niederlande*

62

32

33

-46 %

-7 %

2 %

Österreich

119

66

62

-42 %

-6 %

-6 %

Polen

145

102

109

-29 %

-4 %

7 %

Portugal

163

79

74

-44 %

-6 %

-6 %

Rumänien

109

111

94

-3 %

0 %

-15 %

Slowenien

140

67

69

-50 %

-7 %

1 %

Slowakei

114

68

59

-40 %

-5 %

-6 %

Finnland

84

51

54

-37 %

-5 %

6 %

Schweden

66

28

33

-54 %

-8 %

18 %

Vereinigtes Königreich*

61

31

32

-47 %

-7 %

5 %

EU

112

62

61

-43 %

-6 %

-2 %

* Vorläufige Daten auf der Grundlage der letzten verfügbaren Daten. Die Schätzungen für das Vereinigte Königreich und die Niederlande basieren auf den Daten für die Monate Januar bis September. Die Schätzungen für Italien und Spanien beruhen auf polizeilichen Daten (ohne städtische Gebiete).

Tabelle 1 – Entwicklung der Zahl der Straßenverkehrstoten in der EU (alle Verkehrsteilnehmer) 2000-2010

Die Tabelle zeigt, dass die Zahl der Todesopfer bei Autofahrern, Fußgängern, Radfahrern und Mopedfahrern seit 2001 rückläufig ist, nicht jedoch bei Motorradfahrern.

Kontakt:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)


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