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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kleine Unternehmen: Bisher nur mit halber Kraft voraus Richtung grüne Wirtschaft

Brüssel, 27. März 2012. – Der heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage zu „SMEs, resource efficiency and green markets“ (KMU, Ressourceneffizienz und grüne Märkte) zufolge beschäftigen 37 % der kleinen Unternehmen in der EU mindestens einen Mitarbeiter in Vollzeit oder Teilzeit, dessen Arbeit einen ökologischen Bezug hat. „Grüne“ Arbeitsplätze werden überwiegend von KMU, nicht von großen Unternehmen, geschaffen: 2012 hatte einer von acht Mitarbeitern kleiner oder mittlerer Unternehmen einen grünen Arbeitsplatz, d.h. 13 % aller Mitarbeiter in KMU (bei großen Unternehmen war es nur einer von 33, d.h. ein Anteil von 3 %). In den nächsten zwei Jahren wird ein deutlicher Anstieg des Anteils grüner Arbeitsplätze in KMU auf 35 % erwartet.

Die Eurobarometer-Umfrage zeigt außerdem weitere Bereiche auf, in denen KMU ihr Potenzial noch nicht zur Gänze ausschöpfen. Beispielsweise nutzt weniger als ein Viertel der KMU den europäischen Binnenmarkt für grüne Produkte oder Dienstleistungen. Die Bürokratie gilt dabei als eines der Hemmnisse: 20 % der KMU erklärten, grenzüberschreitende grüne Investitionen wären bei weniger komplexen verwaltungstechnischen und rechtlichen Verfahren einfacher.

KMU in grünen Branchen haben sich auf dem Markt etabliert. Drei von fünf KMU (61 %), die grüne Produkte oder Dienstleistungen anbieten, sind bereits mehr als drei Jahre auf dem ökologischen Markt tätig. In den USA beträgt dieser Anteil lediglich 52 %. Lebensmittel und Getränke (25 %) sowie elektrische und mechanische Geräte und Anlagen (23 %) zählen zu den meistverkauften grünen Produkten und Dienstleistungen von KMU in der EU.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte heute bei der Vorstellung der Eurobarometer-Ergebnisse: „Ich freue mich über die Bereitschaft der KMU, das große brachliegende Potenzial für mehr Innovationsfreude, erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der KMU und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu nutzen. Es liegt jedoch noch viel Arbeit vor ihnen. Bisher haben nur sehr wenige europäische KMU ihre grüne Geschäftstätigkeit auf mehrere Länder ausgedehnt. Da der europäische Binnenmarkt etwa ein Drittel des Weltmarkts für Umweltindustrien ausmacht, bestehen hier gewaltige Wachstumsmöglichkeiten für KMU.“

Weitere Informationen finden Sie im MEMO/12/218.

Den vollständigen Bericht über die Eurobarometer-Umfrage finden Sie unter dem Titel „SMEs, resource efficiency and green markets“ (KMU, Ressourceneffizienz und grüne Märkte).

Grüne KMU: Stark in der Heimat, schwach im Ausland

Grüne Märkte1 für KMU in der EU erstrecken sich selten über Landesgrenzen hinweg.

87 % der KMU in der grünen Wirtschaft sind lediglich auf ihren nationalen Märkten aktiv.

Knapp weniger als ein Viertel der KMU nutzen nach eigenen Angaben die Chancen, die der europäische Binnenmarkt bietet. Obwohl die BRIC-Staaten2 2030 Prognosen zufolge etwa 60 % zum weltweiten BIP beitragen werden, wagen es lediglich 3 % der KMU in der EU, ihre grünen Produkte oder Dienstleistungen in Asien und im Südpazifik und gar nur 2 % der KMU in Lateinamerika anzubieten.

Zentrale Rolle der Kundennachfrage

Die Eurobarometer-Umfrage ermittelte die Kundennachfrage (48 %) als den Hauptgrund, aus dem KMU in der EU grüne Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Die Grundwerte (32 %) und die Außendarstellung (30 %) des Unternehmens sind weitere Faktoren.

KMU senken Energie- und Ressourcenverbrauch

93 % der KMU in der EU bemühen sich um eine Steigerung der Ressourceneffizienz. 64 % der KMU sparen Energie, 61 % recyceln und 62 % vermindern ihr Abfallaufkommen. Für 33 % der KMU hat die Erhöhung der Ressourceneffizienz höchste Priorität.

Die Politik kann den grünen Wachstumsmotor mit in Gang setzen

KMU sehen in finanziellen Anreizen die beste Unterstützungsmaßnahme für einen ökologisch bewussteren Betrieb und für grünere Produkte und Dienstleistungen.

  • Etwa die Hälfte (51 %) der KMU halten Steuernachlässe, Zuschüsse und Darlehen für die am besten geeigneten Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in die Energieeffizienz.

  • Etwa die Hälfte (49 %) der KMU, die bereits grüne Produkte anbieten, gaben an, dass finanzielle Anreize zur Produktentwicklung am besten zur Erweiterung ihres Angebots grüner Produkte und Dienstleistungen beitragen könnten.

  • Zudem glauben 31 % der KMU, die derzeit keine ökologischen Produkte und Dienstleistungen anbieten, dass finanzielle Anreize die beste Starthilfe für grüne Produktsortimente oder Dienstleistungen darstellen.

Bürokratieabbau zur Förderung grüner Produkte

Fachliche Beratung und bürokratische Erleichterungen können nach Einschätzung der KMU ebenfalls zu ihrer stärkeren ökologischen Ausrichtung beitragen. In den nächsten beiden Jahren planen vier von fünf KMU (80 %) Maßnahmen zur Erhöhung der Ressourceneffizienz, aber jedes fünfte KMU glaubt, dies wäre bei weniger komplexen verwaltungstechnischen und rechtlichen Verfahren oder geringeren Kosten für die Umsetzung der Maßnahmen leichter zu bewerkstelligen.

  • Eins von vier KMU (25 %) gibt an, dass eine Vereinfachung der Verwaltungsverfahren für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, z. B. die Anbringung von Solarpanelen, besonders stark zu einer Steigerung der Energieeffizienz betragen würde.

  • Auch mehr Informationen zu Energiedienstleistungsverträgen und Energiesparmöglichkeiten würde einem von vier KMU (24 %) bei der Senkung der Stromrechnung helfen.

  • Für etwa ein Fünftel der KMU, die derzeit keine ökologischen Produkte und Dienstleistungen anbieten, ist es vorstellbar, mit Hilfestellungen bei der Ermittlung von potenziellen Märkten oder Kunden für grüne Produkte oder Dienstleistungen die Erschließung grüner Märkte in Angriff zu nehmen.

Grüne öffentliche Aufträge immer noch eine Herausforderung

Grüne öffentliche Aufträge zur Förderung einer nachhaltigeren Wirtschaft stellen noch immer eine große Herausforderung für KMU dar. Legt man die verfügbaren Daten zugrunde, nahmen lediglich 11 % der KMU in der EU an einer Ausschreibung für öffentliche Aufträge mit Umweltauflagen teil, während der Anteil bei großen Unternehmen 16 % betrug.

Hintergrund

Die Flash-Eurobarometer-Umfrage 342 „SMEs, resource efficiency and green markets“ (KMU, Ressourceneffizienz und grüne Märkte) wurde zwischen dem 24. Januar und dem 10. Februar 2012 von TNS Political & Social durchgeführt. Die Erhebung wurde in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien, Kroatien, Island, Liechtenstein, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Montenegro, Norwegen, der Republik Serbien, der Türkei, Israel und den Vereinigten Staaten vorgenommen. An der Umfrage nahmen Unternehmen teil, die in der Europäischen Union einen oder mehrere Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe (NACE-Kategorie C), im Handel (NACE-Kategorie G), im Dienstleistungssektor (NACE-Kategorien I, J, K, H, L und M) oder in der Industrie (NACE-Kategorien B, D, E und F) aufwiesen. Einzelunternehmer wurden nicht erfasst.

Kontakt:

Carlo Corazza +32 229-51752

Sara Tironi +32 229-90403

1 :

Produkte und Dienstleistungen, die in erster Linie dazu dienen, Gefahren für die Umwelt, Umweltverschmutzung und den Ressourcenverbrauch zu minimieren, werden als „grün“ bezeichnet. Für diese Umfrage wurden auch Produkte mit ökologischen Eigenschaften (umweltfreundliche Gestaltung, Umweltzeichen, ökologischer Landbau, erheblicher Anteil recycelter Materialien) miteinbezogen. KMU im grünen Sektor, die im industriellen Sektor (31 %) oder im Einzelhandel (29 %) aktiv sind, liegen bei der Wahrscheinlichkeit, grüne Produkte und Dienstleistungen anzubieten, über dem Durchschnitt (26 %). Etwa die Hälfte (52 %) der im grünen Markt aktiven EU-Unternehmen bieten Produkte und Dienstleistungen mit ökologischen Eigenschaften an, z. B. ökologische Reinigung oder Lebensmittel aus ökologischem Anbau. 29 % arbeiten im Bereich Recyclingstoffe und 20 % in den Bereichen erneuerbare Energien oder Abfallwirtschaft.

2 :

Brasilien, Russland, Indien und China.


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