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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Luftverkehrsabkommen EU-Israel: Israel rückt näher an Europa heran

Brüssel, 22. März 2012 - Israel und die Europäische Union haben bei einer abschließenden Verhandlungsrunde in Tel Aviv am 22. März 2012 die Verhandlungen zu einem umfassenden Luftverkehrsabkommen abgeschlossen. Das Abkommen sieht eine schrittweise Öffnung und Integration der Märkte beider Partner, den Ausbau der Zusammenarbeit und neue Chancen für die Branche (einschließlich der Luftfahrtunternehmen) sowie für die Verbraucher vor. Nach acht Verhandlungsrunden seit Dezember 2008 haben sich beide Seiten nun auf die Entwicklung eines gemeinsamen Luftverkehrsraums zwischen Israel und der EU auf der Grundlage gemeinsamer Regeln verständigt. Das Abkommen dürfte zu mehr Reisemöglichkeiten, mehr Direktverbindungen und wirtschaftlichen Vorteilen für beide Seiten führen.

„Das heute in Tel Aviv erzielte umfassende Luftverkehrsabkommen ist für die weitere Stärkung der Gesamtbeziehungen zwischen Israel und der Europäischen Union in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Tourismus von großer Bedeutung. Israel ist ein sehr wichtiger Partner für die EU und das Abkommen wird einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der Luftverkehrsverbindungen zwischen den beiden Partnern und zur Erreichung eines hohen Konvergenzniveaus im Regulierungsbereich beitragen”, erklärte Vizepräsident Siim Kallas, der für Verkehr zuständige EU-Kommissar, zur Würdigung des Abkommens.

Das Abkommen ermöglicht allen EU-Luftfahrtunternehmen Direktflüge nach Israel von jedem beliebigen Ort in der EU und israelischen Luftfahrtunternehmen Flüge nach Flughäfen in der gesamten EU. Der Luftverkehrsmarkt EU-Israel soll schrittweise geöffnet werden, wobei die volle Öffnung bis zum Beginn der Sommersaison 2017 erreicht sein soll, d. h. die Zahl der wöchentlichen Flüge zwischen Israel und der EU wird dann keinen Beschränkungen mehr unterliegen.

Die Erfahrungen bei ähnlichen Abkommen mit anderen Nachbarländern der EU lassen annehmen, dass die schrittweise Marktöffnung ein größeres Angebot an Direktflügen von Israel nach mehr Zielorten in Europa zu günstigeren Preisen als bisher sowie Preissenkungen für europäische Flugreisende auf Strecken nach Israel begünstigen wird. Durch eine Zunahme des Tourismus in beide Richtungen dürften zusätzliche Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche Vorteile für beide Seiten entstehen. Aufgrund der schrittweisen Durchführung des Abkommens werden die Luftfahrtunternehmen beider Seiten genügend Zeit zur Vorbereitung auf den stärkeren Wettbewerb haben.

Parallel zur Öffnung der Märkte beider Partner soll Israel durch das Abkommen auch in einen erweiterten gemeinsamen Luftverkehrsraum mit der EU eingebunden werden. Israel wird Regulierungsanforderungen und Standards anwenden, die den Luftfahrtvorschriften der EU in Bereichen wie Flugsicherheit, Umwelt, Verbraucherschutz (einschließlich Fluggastrechte), Flugverkehrsmanagement, wirtschaftliche Regulierung, Wettbewerbsfragen und soziale Aspekte gleichwertig sind.

Das Abkommen wird bilaterale Luftverkehrsabkommen zwischen EU-Mitgliedstaaten und Israel ersetzen.

Damit bedeutet das Abkommen einen weiteren Schritt zur Schaffung eines erweiterten gemeinsamen Luftverkehrsraums zwischen der EU und ihren Nachbarn. Ähnliche umfassende Luftverkehrsabkommen mit Nachbarländern wurden bereits mit den Staaten des westlichen Balkans sowie Marokko, Jordanien, Georgien und Moldau geschlossen, entsprechende Verhandlungen werden mit der Ukraine und dem Libanon geführt und sollen demnächst mit Aserbaidschan und Tunesien beginnen.

Im Jahr 2010 hatte der Luftverkehrsmarkt EU-Israel ein Gesamtvolumen von 6,75 Mio. Fluggästen, was eine Zunahme um 13,4 % gegenüber 2009 bedeutet.

Die EU ist der wichtigste Luftverkehrsmarkt für Israel mit 57 % der Linienflüge im internationalen Fluggastverkehr von und nach Israel. Umgekehrt ist Israel für die EU einer der wichtigsten Luftverkehrsmärkte im Nahen Osten mit einem großen Wachstumspotenzial. Derzeit gibt es Direktflüge im Fluggastverkehr zwischen Israel und 16 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern).

Beide Seiten werden jetzt ihre internen Verfahren in Gang setzen, damit das Abkommen unterzeichnet werden und in Kraft treten kann.

Weitere Informationen zu den internationalen Luftverkehrsbeziehungen der EU im Internet:

http://ec.europa.eu/transport/air/international_aviation/international_aviation_en.htm

Kontakt:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)


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