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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehende Untersuchung des geplanten Zusammenschlusses der italienischen Schifffahrtsunternehmen CIN und Tirrenia ein

Brüssel, 18. Januar 2012 – Die Europäische Kommission hat gemäß der EU-Fusionskontrollverordnung eine eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme der gemeinsamen Kontrolle über einen Teil der italienischen staatlichen Reedereigruppe Tirrenia durch die Compagnia Italiana di Navigazione („CIN“) eingeleitet. Einer ersten Marktuntersuchung der Kommission zufolge besteht Anlass zu ernsthaften wettbewerbsrechtlichen Bedenken, insbesondere da die beteiligten Unternehmen im Falle bestimmter Seeverbindungen in Italien, vor allem auf einigen Strecken von und nach Sardinien, gemeinsam einen sehr hohen Marktanteil oder sogar eine Monopolstellung innehaben. Die Untersuchung wird ergebnisoffen geführt. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen (d. h. bis zum 4. Juni 2012) abschließend entscheiden, ob der geplante Zusammenschluss den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erheblich beeinträchtigen würde.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia erklärte: „Die geplante Übernahme könnte den Wettbewerb auf dem Markt zum Nachteil von Millionen Reisenden und zahlreichen Gütertransportunternehmen erheblich einschränken. Die Kommission muss sicherstellen, dass den Verbrauchern und sonstigen Nutzern weiterhin ein wettbewerbsgerechtes Angebot an Fährdiensten von und nach Sardinien und Sizilien zur Verfügung steht.“

Die erste Untersuchung der Kommission ergab insbesondere, dass der geplante Zusammenschluss zu einem sehr hohen Marktanteil oder sogar einer Monopolstellung des neuen Unternehmens auf verschiedenen italienischen Routen führen würde.

Nach dem gegenwärtigen Untersuchungsstand gäbe es für das neue Unternehmen auf mehreren Strecken keine ausreichende ernstzunehmende und leistungsfähige Konkurrenz, weshalb die Übernahme Anlass zu erheblichen wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

In Anbetracht dieser Bedenken wird die Kommission den geplanten Zusammenschluss nun einer eingehenden Prüfung unterziehen.

Das Vorhaben wurde am 21. November 2011 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Märkte

Das Unternehmen CIN wurde eigens für die Zwecke dieses Zusammenschlusses von Marinvest S.r.l., Grimaldi Compagnia di Navigazione S.p.A und Onorato Partecipazioni S.r.l. neu gegründet.

Marinvest ist die Holdinggesellschaft einer Gruppe von Schifffahrtsunternehmen, die im Personen- und Güterverkehr tätig sind. Sie kontrolliert MSC Crociere S.A. (eine Kreuzfahrtgesellschaft), GNV S.p.A. und SNAV S.p.A. Sowohl GNV als auch SNAV befördern Fracht und Passagiere auf Strecken im Mittelmeer.

Onorato Partecipazioni ist eine Holdinggesellschaft, die unter anderem Moby kontrolliert, ein Unternehmen, dessen Geschäftsbereich der Güter- und Personenverkehr im Mittelmeer bildet.

Grimaldi ist ein Schifffahrtsunternehmen, das auf dem Markt des Güter- und Personenverkehrs im Atlantik und im Mittelmeer tätig ist.

Tirrenia befördert Personen und Güter zwischen dem italienischen Festland und verschiedenen italienischen Inseln, vor allem Sardinien und Sizilien.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Die meisten Zusammenschlüsse werden von der Kommission nach einer einmonatigen Prüfung genehmigt (Phase I). Wenn jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen, muss eine eingehende Prüfung eingeleitet werden (Phase II). Die Einleitung eines solchen umfassenden Prüfverfahrens greift dem Ergebnis nicht vor.

Derzeit führt die Kommission drei weitere derartige eingehende Prüfungen durch. Bei der ersten geht es um die geplante Übernahme von NYSE Euronext durch die Deutsche Börse AG (siehe IP/11/948) mit Frist am 9. Februar 2012. Im zweiten Verfahren wird das Vorhaben von Johnson and Johnson geprüft, Synthes zu übernehmen. Beide Firmen sind in den USA ansässig und stellen orthopädische Medizinprodukte her (siehe IP/11/1306); die Frist endet am 2. April 2012. Das letzte derartige Prüfverfahren wurde im November 2011 eingeleitet und betrifft den geplanten Erwerb einer Kontrollbeteiligung am Zuckerhändler ED&F MAN durch den deutschen Zucker- und Melassehersteller Südzucker (siehe IP/11/1327). In dieser Sache muss die Kommission bis zum 25. April 2012 einen abschließenden Beschluss erlassen.

Außerdem werden von der Kommission verschiedene staatliche Beihilfen an Tirrenia di Navigazione geprüft (siehe Pressemitteilung IP/11/1157 vom 5.10.2011). Hierbei geht es vor allem um die Bedingungen der Privatisierung und die künftigen gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6362

Kontakt:

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 2 295 19 25)


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