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Europäische Kommission – Pressemitteilung

EU-Maschinenbau: eine Erfolgsgeschichte

Brüssel, den 22. März 2012 – 2010 betrug der Anteil der EU am Welthandel mit Maschinenbauerzeugnissen 37,2 %, das sind 3 % mehr als im Jahr 2000. Mit dieser Entwicklung schneidet die EU deutlich besser ab als die USA und Japan, deren Anteil von 25,6 % auf 17,4 % bzw. von 21,3 % auf 15,6 % gesunken ist; China schaffte es dagegen seinen Anteil von nur 3 % im Jahr 2000 auf heute 13,0 % zu steigern. Dies sind einige der Ergebnisse der neuen Studie über die Wettbewerbsfähigkeit der Maschinenbaubranche in der EU, die heute in Brüssel vorgestellt wurde. Ein Vergleich der EU mit ihren wichtigsten Wettbewerbern zeigt deutlich die Stärke europäischer Maschinenbauunternehmen, die als Lieferanten auf dem Weltmarkt fest etabliert sind und ihre Marktanteile erfolgreich ausbauen konnten, obwohl neue Wettbewerber verstärkt auf den Markt drängen.

Antonio Tajani, der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission erklärte dazu:Die EU hat in Zeiten der Globalisierung vom hervorragenden internationalen Abschneiden des Maschinenbaus profitiert. Damit ist der Beweis erbracht, dass eine erfolgreiche Industrieproduktion in Europa sehr wohl möglich ist. Innovation, Produktivität, Export- und Kundenorientierung, Kreativität und unternehmerisches Denken gepaart mit einem gut funktionierenden Binnenmarkt eröffnen der Industrieproduktion auch in Europa gute Perspektiven. Wenn wir uns unserer Stärken bewusst sind, können wir Europa zurück auf den Weg des nachhaltigen Wachstums führen. Das ist kein Wunschdenken, sondern liegt durchaus im Bereich des Möglichen.

Nähere Informationen finden Sie im MEMO/12/204.

Die vollständige Studie und eine Zusammenfassung finden Sie hier.

Der Maschinenbau ist wichtig für die Leistungsbilanz der EU

Auf den Maschinenbau entfallen nicht nur 3 Mio. Arbeitsplätze in der EU, sondern er hat auch einen erheblichen Anteil an einer gesunden Leistungsbilanz der EU-27. 2010 wies die EU bei Industrieerzeugnissen ein Handelsbilanzdefizit von 156,7 Mrd. EUR auf, mit Maschinenbauerzeugnissen erwirtschaftete sie hingegen einen Überschuss von 119,2 Mrd. EUR.

Europa behauptet sich gut im weltweiten Wettbewerb

Die wichtigsten Volkswirtschaften, mit denen die EU im Maschinenbau konkurriert, sind Japan, China und die Vereinigten Staaten. Der Maschinenbau ist in der EU bei weitem der wichtigste Wirtschaftszweig. In den USA erreichte er 2010 nur 65,4 % der Wertschöpfung des EU-Maschinenbaus und in Japan lag seine Wertschöpfung, gemessen an der EU, nur bei 42,0 %. Allerdings hat der Maschinenbau in China in den letzten zehn Jahren rasch aufgeholt, so dass er inzwischen mit der EU bei der Wertschöpfung gleichauf liegt.

Der Maschinenbau in der EU muss noch produktiver werden

Was die Arbeitsproduktivität angeht, ist Japan Spitzenreiter, knapp vor den USA. An dritter Stelle stehen die EU-27. Die Löhne sind in den konkurrierenden Wirtschaftsräumen ebenso unterschiedlich wie die Arbeitsproduktivität. Die höchsten Löhne werden im Maschinenbau in den USA gezahlt: sie liegen pro Arbeitnehmer rund 20 % über dem EU-Durchschnitt. Obwohl die Produktivität in Japan viel höher ist, ist das Lohnniveau dort ähnlich wie in der EU. Mit 11 % des EU-Durchschnitts ist der Lohn pro Arbeitnehmer in China weit niedriger.

Wachsender Wettbewerbsdruck aus China für die neuen Mitgliedstaaten

Das aktuelle Produktivitätsniveau in China lässt sich mit dem in Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei vergleichen, wobei die Arbeitskosten in dort jedoch erheblich höher sind. Dadurch sind die chinesischen Unternehmen im Vorteil, was den neuen Mitgliedstaaten Probleme bereitet, weil sie den Schwerpunkt stärker auf die Produktion anstatt auf Forschung und Entwicklung, Design und Marketing legen und daher einem zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China ausgesetzt sind.

Stabilere Beschäftigungszahlen als in anderen Industriebranchen

In der EU war die Beschäftigungsentwicklung im Maschinenbau positiver als im gesamten verarbeitenden Gewerbe, obwohl der Maschinenbau schwerer unter der Krise zu leiden hatte als die meisten anderen Wirtschaftszweige der EU. Im Zeitraum von 2000 bis 2010 nahm die Beschäftigung im Maschinenbau in den USA um 2,6 %, in Japan um 3,3 %, in der EU jedoch lediglich um 1,5 % ab.

Ausblick: Stärken und Chancen des Maschinenbaus

  • Was das technische Regelungsumfeld angeht, hat die EU mit ihrem Binnenmarkt aufgrund ihrer Offenheit für internationale Zusammenarbeit und ihrer engen Kontakte mit internationalen Organisationen Vorbildwirkung.

  • Der Wachstumsschub in den BRIC-Ländern, allen voran in China, wird zu einer Verlagerung der Wirtschaftstätigkeit von Europa nach Asien führen.

  • Zwar wird für jedes einzelne Land wie auch für die EU-27 Wachstum möglich sein, China wird jedoch bis 2025 zweifellos der weltweit dominierende Hersteller von Maschinenbau­erzeug­nissen werden.

  • Trotzdem sind die Perspektiven für den Maschinenbau in der EU gut, weil er ein enormes wirtschaftliches Wachstumspotenzial aufweist.

Empfehlungen zur Förderung des Maschinenbaus

Die Empfehlungen für die Förderung des Maschinenbaus umfassen Maßnahmen in folgenden Bereichen: Organisation und Struktur der Branche (z. B. breiterer Einsatz von Clustern für die KMU-Entwicklung), Marktregelung (z. B. bessere Marktaufsicht), Finanzmärkte (z. B. stärkere Anreize für Investitionen in Maschinenbauunternehmen), Arbeitsmarkt (z. B. größere Mobilität), Innovation und Umwelt (z. B. Investitionen in Technologien mit den niedrigsten CO2-Minderungskosten) und Handelspolitik (z. B. bilaterale Handelsgespräche mit strategischen Partnern des Maschinenbausektors). Die vollständige Liste finden Sie in MEMO/12/204

Hintergrund: Der Maschinenbau

Der Maschinenbau bildet eine äußerst breit gefächerte und vielfältige Branche. Zu ihr gehören der Maschinenbau im engeren Sinne, die Herstellung von Maschinen für die Erzeugung und Nutzung von mechanischer Energie (ohne Motoren für Luft- und Straßenfahrzeuge), die Herstellung von Maschinen für die Land- und Forstwirtschaft, von Werkzeugmaschinen und Teilen dafür sowie die Herstellung von Maschinen für bestimmte sonstige Wirtschaftszweige. Sie unterteilt sich in mehr als 20 Teilbranchen, die mit ganz unterschiedlichen Marktgegebenheiten konfrontiert sind, so dass es sich beim Maschinenbau um einen der heterogensten Industriezweige handelt.

Kontakt:

Carlo Corazza +32 229-51752

Sara Tironi +32 229-90403


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