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Umwelt: Europäer fordern schärfere EU-Maßnahmen für den Gewässerschutz

European Commission - IP/12/289   22/03/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Umwelt: Europäer fordern schärfere EU-Maßnahmen für den Gewässerschutz

Brüssel, den 22. März 2012 – Nach Auffassung von fast drei Vierteln der Europäer sollte die EU zusätzliche Maßnahmen zur Bewältigung von Wasserproblemen in Europa vorschlagen. Dies ergibt sich aus einer heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage. Eine deutliche Mehrheit von 68 % sieht ernste Probleme im Zusammenhang mit Wasser. Dürren, Überschwemmungen und Verschmutzung durch Chemikalien werden als erhebliche Herausforderungen angesehen. Des Weitern haben 62 % der Bürger das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu werden. 67 % glauben, dass die Sensibilisierung für Probleme im Zusammenhang mit Wasser das wirksamste Mittel zur Verringerung dieser Probleme wäre. Außerdem stießen höhere Strafen für die Verursacher von Umweltverschmutzungen, eine gerechtere Preispolitik sowie finanzielle Anreize (wie Steuervergünstigungen oder Subventionen) auf Zustimmung. Vor diesem Hintergrund forderten 73 % der Europäer zusätzliche Maßnahmen auf EU-Ebene zur Verringerung von Wasserproblemen.

EU-Kommissar Janez Potočnik erklärte: „Die Europäische Union arbeitet seit vielen Jahren an der Verbesserung der Wasserqualität. Und wir haben Ergebnisse vorzuweisen: die Qualität unseres Trinkwassers und unserer Badegewässer ist viel besser als in der Vergangenheit. Außerdem verfügen mehr Städte und Gemeinden über eine angemessene Abwasserbehandlung. Arten wie der Lachs sind wieder in einer Reihe von europäischen Flüssen zu finden, aus denen sie verschwunden waren. Dies zeigt, dass eine europaweite Zusammenarbeit zu echten Ergebnissen führen kann. Doch Dürren und Überschwemmungen werden immer häufiger, und der Druck auf die Gewässer Europas durch Gefahren wie Verschmutzung und den Klimawandel wächst. Die Bürger haben dies erkannt und fordern, dass die EU reagiert. Diese Ergebnisse liefern einen wichtigen Beitrag zum künftigen Konzept für den Schutz der europäischen Gewässer.“

Wasserbezogene Probleme werden als ernst eingeschätzt

Die Bürger sind sowohl über die Wasserquantität als auch –qualität besorgt. Dürren beschäftigen die Bürger in den Mittelmeerländern stärker: 96 % der Portugiesen, 95 % der Spanier und 94 % der Italiener betrachten sie als ernstes Problem. Eine große Mehrheit von 79 % der Europäer sieht in Überschwemmungen ein schwerwiegendes Problem. Für eine überwältigende Mehrheit der Menschen in Rumänien (96 %), Bulgarien (94 %) und Polen (94 %) sind sie eine Hauptsorge. Ein Großteil der Befragten ist der Auffassung, dass sich die Wasserqualität in den letzten zehn Jahren entweder verbessert (23 %) hat oder gleich geblieben ist (25 %). In Augen von 44 % hat sie sich verschlechtert. Die Verschmutzung durch Chemikalien wird von 84 % der Europäer als größte Bedrohung für die Gewässer betrachtet, gefolgt von Klimawandel (55 %) und Veränderungen in den Wasserökosystemen (49 %).

61 % der Befragten waren der Ansicht, dass sie nicht ausreichend für den Gewässerschutz täten. Viele sahen jedoch auch größere Bemühungen der Industrie (65 %), Landwirtschaft (51 %) und Energieproduzenten (47 %) als erforderlich an.

Mehr Information gefordert

Auf die Frage zu Lösungen für das Wasserproblem antworteten 67 % der Europäer, dass mehr Informationen über die ökologischen Folgen des Wasserverbrauchs am hilfreichsten wären. In ihren Augen ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit das wirksamste Mittel zur Verringerung von Problemen im Zusammenhang mit Wasser.

In der Tat glaubt eine Mehrheit von 61 %, dass sie nicht genug tut, um unsere Wasserressourcen zu schützen, obwohl die einzelnen Bürger kleine Maßnahmen – z. B. eine Verringerung ihres Wasserverbrauchs oder weniger Pestizide in ihren Gärten – ergreifen, um Wasser zu sparen und Gewässerschutz zu betreiben. Sie wollen mehr für den Gewässerschutz tun und dazu besser informiert werden.

Um jedoch die Wasserprobleme zu bekämpfen, fordern die Europäer außerdem höhere Strafen für die Verursacher von Umweltverschmutzungen, eine gerechtere Preispolitik und finanzielle Anreize (wie Steuervergünstigungen oder Subventionen). Eine Mehrzahl ist für eine Wasserpreisgestaltung auf Grundlage des Verbrauchsvolumens und stimmt überein, dass der Preis in Abhängigkeit von den Umweltauswirkungen steigen sollte.

Starke Unterstützung für Maßnahmen auf EU-Ebene

73 % der Europäer sind der Überzeugung, dass die EU zusätzliche Maßnahmen zur Bewältigung von Wasserproblemen in Europa vorschlagen sollte. Dieser Trend bestätigt sich auf dem ganzen Kontinent, denn die Mehrheit der Bürger in allen Mitgliedstaaten glaubt, dass diese Frage auf EU-Ebene angegangen werden sollte. Das Meinungsspektrum reicht von 55 % in Estland und 56 % im Vereinigten Königreich bis 81 % in der Slowakei und Deutschland. Nach Auffassung der Europäer sollten die Wasserverschmutzung durch Industrie (69 %) und Landwirtschaft (39 %), der überhöhte Wasserverbrauch (30 %), Überschwemmungen und Dürren (24 %) im Mittelpunkt solcher Maßnahmen stehen.

Ein Konzept für die Wasserpolitik

All diese Fragen wird die Europäische Kommission im für November 2012 vorgesehenen „Konzept für den Schutz der europäischen Wasserressourcen“ berücksichtigen. In dem Konzept werden bestehende Lücken und künftige Prioritäten bestimmt sowie Maßnahmen zur Steuerung der Wasserpolitik bis 2020 vorgeschlagen. Es wird auf einer Analyse von Wirtschafts- und Klimamodellen für den Zeitraum bis 2050 beruhen.

Hintergrund

Die Erhebung wurde vom 5. bis zum 7. März 2012 in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführt. 25 524 Personen unterschiedlicher sozialer und demografischer Zugehörigkeit wurden im Auftrag der Europäischen Kommission in ihrer Muttersprache befragt.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htm

http://ec.europa.eu/environment/water/index_en.htm

http://ec.europa.eu/environment/water/blueprint/index_en.htm

Für mehr Informationen über EU-Forschung zum Thema Wasser:: MEMO/12/203

Kontaktpersonen:

Robert Flies (+32 229-53593)

Monica Westeren (+32 229-91830)


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