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Europäische Kommission eröffnet Diskussion zu Unternehmensumstrukturierung: Was lehrt uns die Krise?

Commission Européenne - IP/12/23   17/01/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Europäische Kommission eröffnet Diskussion zu Unternehmensumstrukturierung: Was lehrt uns die Krise?

Straßburg, 17. Januar 2012 – Die Europäische Kommission startete eine europaweite öffentliche Debatte über Unternehmensumstrukturierungen und die Antizipierung von Veränderungen. Die Konsultation läuft bis zum 30. März 2012. Ziel ist es, erfolgreiche Praktiken und Strategien im Bereich der Umstrukturierungen und der Anpassung an Veränderungen zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in das nächste Paket beschäftigungspolitischer Maßnahmen einfließen und sollten dazu beitragen, dass die Arbeitskräfte und die Arbeitgebervertretungen, die Regierungen, lokale und regionale Behörden sowie die EU-Organe noch besser zusammenarbeiten. Ferner werden mithilfe der Konsultation spezifische Umstrukturierungsmaßnahmen ermittelt, mit denen die Herausforderungen in den Bereichen Beschäftigung und Gesellschaft leichter gemeistert werden können und die europäischen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und eine schnelle, reibungslose Anpassung an Veränderungen leichter steigern.

Umstrukturierungen gehören zur Unternehmenswelt dazu – sie zählen zu den wesentlichen Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben kann. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Situation für Unternehmen noch weiter verschärft: Von 2002 bis 2010 verzeichnete der „European Restructuring Monitor“ mehr als 11 000 Umstrukturierungen. Dabei kam auf knapp zwei abgebaute Arbeitsplätze ein neu geschaffener (1,8 : 1). Zwischen 2008 und 2010 stieg dieses Verhältnis auf 2,5 : 1. Viele Unternehmen und ihre Arbeitskräfte haben innovative Maßnahmen zur Eindämmung des Stellenabbaus entwickelt – z. B. andere Arbeitszeiten, verstärkten sozialen Dialog, Anpassungsmaßnahmen – oder greifen auf die Hilfe der öffentlichen Arbeitsverwaltungen zurück. Die Sozialpartner spielen hierbei eine wichtige Rolle. Allerdings sind diese Maßnahmen bei dauerhaft schwacher Nachfrage unter Umständen nicht so effektiv.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, stellte das neue Grünbuch vor: „Um in Zukunft besser reagieren zu können, müssen wir verstehen, warum manche Maßnahmen in der Krisenzeit in manchen Ländern oder Branchen Erfolge erzielen konnten. Wir müssen analysieren, wie wir mit bestimmten Maßnahmen – z. B. Kurzarbeit – die Herausforderungen, denen wir in der nächsten Zeit gegenüberstehen dürften, leichter meistern können.“ Andor weiter: „Auch möchten wir herausfinden, wie wir die Bedürfnisse in den Bereichen Beschäftigung und Kompetenzen am besten antizipieren können, vor allem angesichts der neuen Herausforderungen und wachsenden sozialen Ungleichheiten in den Mitgliedstaaten. Und zu guter Letzt möchten wir sehen, wie die sozialen Auswirkungen von Umstrukturierungen eingedämmt werden können.“

Der EU-Kommissar betont darüber hinaus, dass sich die EU bereithält, den Mitgliedstaaten über die Kohäsionspolitik – vor allem den Europäischen Sozialfonds und den Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung – zur Seite zu stehen.

Inhalt des Grünbuches:

Das Grünbuch beinhaltet mehrere Fragestellungen. Insbesondere werden folgende Themen angesprochen:

  • Lehren aus der Krise – Sind die bestehenden Maßnahmen und Praktiken angemessen? Was sind die Erfolgsfaktoren und die künftigen Herausforderungen? Wie haben Kurzarbeitsregelungen während der Krise funktioniert, und wie geeignet sind sie für den Umgang mit einer langfristig niedrigen Nachfrage?

  • Wirtschaftliche und industrielle Anpassung – Was sind die relevanten Rahmenbedingungen und bestehenden bewährten Verfahren beim Zugang zu Finanzmitteln zur Begleitung struktureller Anpassungsprozesse?

  • Anpassungsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern – Ist ein antizipativer Ansatz am besten? Müssen unter Umständen bestehende Leitfäden zum Thema Umstrukturierung und die Mittel zur Gewährleistung ihrer Umsetzung aktualisiert werden?

  • Erzeugung von Synergieeffekten im Zuge des wirtschaftlichen Wandels – Wie lassen sich die Synergieeffekte zwischen Unternehmen, lokalen Behörden und anderen lokalen Akteuren verbessern? Wie können Ausbildungsmaßnahmen zu einer festen Größe des Personalmanagements werden?

  • Die Rolle der regionalen und lokalen Behörden – Wie kann eine unterstützende Rolle der Behörden unter Berücksichtung der unterschiedlichen nationalen Traditionen gefördert werden?

  • Auswirkungen von Umstrukturierungen – Was können Unternehmen und Arbeitnehmer tun, um die beschäftigungspolitischen und sozialen Auswirkungen von Umstrukturierungen so gering wie möglich zu halten und welche Rolle können politische Maßnahmen bei der Erleichterung dieser Veränderungen übernehmen?

Das Grünbuch wird begleitet von dem Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen „Restructuring in Europe 2011“ (Umstrukturierung in Europa 2011), das sich auf die wesentlichen Erkenntnisse der letzten Jahre im Bereich Antizipierung und Bewältigung von Änderungen und Umstrukturierung stützt.

Die Konsultation läuft bis zum 30. März 2012. Während dieses Zeitraums können alle am Thema Interessierten ihre Meinungen und Ideen per E-Mail oder Brief beisteuern.

Hintergrund

Die Europäische Kommission thematisierte Umstrukturierungen bereits in der Leitinitiative zur Industriepolitik von Oktober 2010, in der Leitinitiative „Eine Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten“ sowie in der Binnenmarktakte. Die Kommission möchte, dass in der Debatte über Umstrukturierungen nun auch die jüngsten Erfahrungen berücksichtigt werden.

Das Ergebnis dieser Konsultation wird in das nächste Paket beschäftigungspolitischer Maßnahmen und die erneuerte Flexicurity-Agenda einfließen und könnte zu einer neuen Debatte auf EU-Ebene über einen möglichen neuen Rahmen für Umstrukturierung führen.

Weitere Informationen:

Grünbuch: Umstrukturierung und Antizipierung von Veränderungen: Lehren aus den jüngsten Erfahrungen

http://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=7310&langId=en

Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen: Restructuring in Europe 2011 (Umstrukturierung in Europa 2011)

http://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=7311&langId=en

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=333&langId=de

Konsultation zu Umstrukturierung und Antizipierung von Veränderungen

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=699&consultId=9&furtherConsult=yes

Siehe auch:

Wichtige Dokumente zum Thema Umstrukturierung:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=782&langId=de

Kontakt:

Cristina Arigho (+32 229-85399)


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