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Europäische Kommission – Pressemitteilung

EU-Kommissarin Georgieva zur Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone: „Alarmglocken läuten zum Handeln“

Brüssel, den 17. Januar 2012 – EU-Kommissarin Kristalina Georgieva, die für die humanitäre Hilfe der Europäischen Union zuständig ist, wird heute in Niger erwartet, da sich auf dem afrikanischen Kontinent eine Nahrungsmittelkrise in der Sahelzone abzeichnet. Die EU-Kommissarin reagiert mit ihrem Besuch auf Hilfeersuchen der betroffenen Länder.

Im Verlauf ihrer viertägigen Reise wird sie Niger und Tschad besuchen, zwei der fünf Länder der Sahelzone, die in den nächsten Monaten am stärksten von einer gravierenden Verknappung von Nahrungsmitteln bedroht sind. Gefährdet sind außerdem Burkina Faso, Mali und Mauretanien.

Eigentlich sollte niemand Hunger fürchten müssen, aber wenn wir jetzt nicht handeln, werden die Menschen in wenigen Monaten darben “, erklärte die EU-Kommissarin. „Es ist die dritte Krise innerhalb eines Jahrzehnts in dieser Region. Jedes Jahr retten wir mehr als 200 000 Kinder, die unter akuter schwerer Unterernährung leiden, aber das reicht nicht: Wir müssen weitere Hilfe leisten und werden dies auch tun.“

Wie im Falle der verheerenden Krise von 2010 könnten noch mehr Menschenleben gerettet werden, so die Kommissarin weiter, wenn angesichts der drohenden Nahrungsmittelknappheit im Vorfeld gehandelt wird, um die schlimmsten Folgen abzuwenden. „Ich bin in dieser Woche hier, um sicherzustellen, dass wir optimale Hilfe leisten, die gezielt auf die Bedürftigsten ausgerichtet ist und so kostenwirksam und effizient wie möglich abgewickelt wird."

EU-Kommissarin Kristalina Georgieva wird gemeinsam mit den Landesbehörden den humanitären Bedarf und die derzeitige Krisenreaktion der Europäischen Kommission überprüfen. Außerdem soll ermittelt werden, ob weitere Hilfemaßnahmen erforderlich sind.

Infolge der sehr schlechten Ernten im September vergangenen Jahres sind die Nahrungsmittelvorräte so stark zusammengeschrumpft, dass die alljährliche Nahrungsmittelverknappung, die so genannte „lean season“, nicht wie sonst im Juni, sondern bereits nächsten Monat beginnen wird. Bereits jetzt sind sieben Millionen Menschen von der Nahrungsmittelmittelknappheit betroffen. Die Nahrungsmittelpreise sind um 40% gestiegen und einigen Prognosen zufolge dürften sie sich mit Beginn der „lean season sogar verdreifachen.

Um die Folgen künftiger Krisen abzumildern, hat die Kommission ein sich auf verschiedene Partner stützendes innovatives Programm entwickelt. Im Rahmen des Programms werden derzeit in der Sahelzone mehr als 200 000 Kinder versorgt, die unter akuter schwerer Unterernährung leiden, und es soll eine dauerhafte und nachhaltige Lösung für die chronische Ernährungsunsicherheit in der Region gefunden werden.

Kommissarin Georgieva fügte hinzu: „Seit 2005 hat die Kommission mehr als 225 Mio. EUR bereitgestellt. Wir wollen jedoch mehr erreichen und den Kreislauf des Hungers durchbrechen. Angesichts der derzeitigen Krise haben wir bereits 100 Mio. EUR für den Kampf gegen den Hunger mobilisiert. Wir arbeiten zudem eng mit anderen Instanzen zusammen, um eine umfassende Hilfestrategie mit sowohl kurz- als auch langfristigen Maßnahmen zu entwickeln, durch die wir die Unterernährung ein für allemal besiegen können.“

Hintergrund

Für rund 22,9 Millionen Menschen beginnt das Jahr 2012 im Zeichen höchster Unsicherheit, wie sie sich selbst und ihre Familien ernähren können.

Unterernährung ist in der Sahelzone ein chronisches Problem, doch nun mehren sich die Warnungen vor einer verheerenden Hungerkatastrophe im Jahr 2012. Die Regierungen aller fünf betroffenen Länder haben sich zu dem außergewöhnlichen Schritt entschlossen, den Notstand auszurufen und haben um internationale Hilfe gebeten. Ein frühzeitiges, wirksames und koordiniertes Handeln der Regierungen der Länder der Sahelzone, das von der internationalen Gemeinschaft unterstützt wird, kann die Gefahr einer größeren Katastrophe abwenden.

Große Teile der Bevölkerung in der Sahelzone sichern ihr Überleben vor allem durch Regenfeldbau und Viehwirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nahrungsmittelproduktion um 52% zurückgegangen und schätzungsweise 1,3 Mio. Kinder in der Region leiden unter akuter schwerer Unterernährung.

Die Kommission ist eine führende Kraft bei den humanitären Maßnahmen gegen die Unterernährung in der Sahelregion, seitdem 2007 ein spezifischer ECHO-Plan für die Sahelzone angenommen wurde, um stärker für Ernährungsfragen zu sensibilisieren, die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Ernährungssicherung zu verdeutlichen und dafür zu sorgen, dass diese Fragen stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.

Weitere Informationen

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontaktpersonen:

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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