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EU-Projekt rettet tausende Mädchen vor Genitalverstümmelung

European Commission - IP/12/216   06/03/2012

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

EU-Projekt rettet tausende Mädchen vor Genitalverstümmelung

Brüssel, 6. März 2012 – Ein innovatives Projekt, das gemeinsam von der EU und UNICEF initiiert wurde, hat Tausenden von Familien, Gemeinschaften und Ländern dabei geholfen, ihre Einstellung zu ändern und schädigende traditionelle Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung (FGM/C) in Afrika einzustellen, wie ein Bericht über das EU-finanzierte Projekt im Vorfeld des Internationalen Frauentags hervorhebt. Infolge verschiedener Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen bleiben mittlerweile Mädchen in Tausenden von Gemeinschaften in Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Senegal und Sudan von diesen Praktiken verschont.

In Senegal, wo 28 % der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren eine Genitalverstümmelung erlitten haben, wurden beachtliche Fortschritte erzielt. Innerhalb von nicht einmal zehn Jahren haben mehr als 5300 Gemeinschaften diese Praktiken aufgegeben, so dass Senegal bald das weltweit erste Land sein könnte, das die vollständige Abschaffung dieser Praktiken erklärt – was voraussichtlich 2015 der Fall sein wird.

Auch in Ägypten, wo 91 % der Frauen von Genitalverstümmelung betroffen sind, hat das Projekt einige Fortschritte erzielt: Genitalverstümmelungen sind heute in den jüngeren Altersgruppen weniger verbreitet. Zudem ist die Anzahl der Familien, die sich zur Einstellung dieser Praxis entscheiden, ebenfalls stark gestiegen: von 3000 im Jahr 2007 auf 17 772 im Jahr 2011. Auch in Äthiopien sind Genitalverstümmelungen trotz hoher Prävalenzraten rückläufig (diese Rate ist zwischen 2000 und 2005 von 80 % auf 74 % gesunken).

Das Projekt hat dazu beigetragen, über die Gefahren der weiblichen Genitalverstümmelung aufzuklären, indem innerhalb der Gemeinschaften umfassende Diskussionen und auf nationaler Ebene Debatten über Menschenrechtsfragen angeregt wurden; auch kollektive Entscheidungsprozesse über geschlechtsspezifische Normen im Rahmen erweiterter soziale Netze wurden gefördert. Dank dieser Vorgehensweise kamen Gemeinschaften zusammen, um auf der Ebene der Distrikte öffentlich zu erklären, dass sie diese Praktiken einstellen.

Entwicklungskommissar Andris Piebalgs begrüßt diese Ergebnisse:

„Ich finde es völlig inakzeptabel, dass diese Praktiken, die ganz klar einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen, im 21. Jahrhundert weiterhin fortgesetzt werden. Deswegen bin ich froh, dass die EU-Hilfe hier wirklich etwas bewirken kann. Indem wir an der Basis Aufklärungsmaßnahmen über die Gefahren weiblicher Genitalverstümmelungen durchführen, haben wir mit dazu beigetragen, dass es für junge Frauen in ganz Afrika nun Alternativen gibt und dass sie eine Chance haben, in Zukunft aktiv in ihren Gemeinschaften mitzuwirken.“

Hintergrund

In zahlreichen afrikanischen Ländern wird die weibliche Genitalverstümmelung/Exzision seit Jahrhunderten praktiziert – nur Mädchen, die sich ihr unterziehen, gelten als heiratsfähig.

Die Zahl der Mädchen und Frauen, bei denen eine der verschiedenen Formen von Genitalverstümmelung, die schmerzhafte Folgen nach sich ziehen, vorgenommen wurde, wird auf bis zu 140 Millionen geschätzt. Jedes Jahr werden solche Eingriffe bei rund 3 Millionen Mädchen – das entspricht 8000 pro Tag – vorgenommen. Verbreitet ist diese Praxis in einer Reihe afrikanischer Länder sowie in einigen Ländern im Nahen Osten und Asiens. In der Regel werden die Eingriffe bei Mädchen im Alter von 5 bis 11 Jahren vorgenommen, die in den meisten Fällen ohne jede medizinische Aufsicht beschnitten werden. Allerdings scheint das Alter, in dem die Beschneidungen vorgenommen werden, heute zu sinken.

Das EU/UNICEF-Projekt stützte sich in den fünf oben genannten afrikanischen Ländern auf ein einheitlichen Konzept und auf ein umfassendes Verständnis der Prozesse, durch die soziale Normen geändert werden können, um schädigenden Praktiken ein Ende zu setzen.

Die EU hat im Zeitraum 2008-2012 für das von der UNICEF durchgeführte Projekt insgesamt rund 3,9 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen:

Website der Generaldirektion Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

http://ec.europa.eu/europeaid/news/

http://www.africa-eu-partnership.org/focus

EU saves thousands of girls from female genital mutilation/cutting and child marriage:

http://ec.europa.eu/europeaid/news/12-03-07_fgm_en.htm

UNICEF-Website – Schwerpunktbereich Kinderschutz: http://www.unicef.org/protection/57929_58002.html

UNICEF-Veröffentlichung zur weiblichen Genitalverstümmelung in fünf afrikanischen Ländern: “The Dynamics of Social Change – Towards the Abandonment of Female Genital Mutilation/Cutting in Five African Countries”

http://www.unicef-irc.org/publications/618

International Women’s Day, 8 March 2012:

http://ec.europa.eu/europeaid/news/documents/factsheet_womensday_en.pdf

UNICEF- Child protection from violence, exploitation and abuse :

http://www.unicef.org/protection/57929_58002.html

Unter der folgenden Adresse steht ein Video zu diesem Projekt zur Verfügung:

http://www.unicef.org/eu/norms.html

Kontakt:

Catherine Ray (+32 229-69921)

Wojtek Talko (+32 229-78551)


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