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Europäische Kommission - Pressemitteilung

„Vergessene Krise" in der Demokratischen Republik Kongo: EU-Kommissarin Georgieva kündigt Aufstockung der humanitären Hilfe an

Brüssel, 5. März 2012 - Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, kündigte heute bei ihrer Ankunft in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, eine Aufstockung der Hilfeleistungen an. Hunderttausende befinden sich in diesem Land in Armut und Not.

In diesem Jahr will die Europäische Kommission für das zweitgrößte Land Afrikas humanitäre Hilfe in Höhe von 59 Mio. EUR bereitstellen. Darüber hinaus setzt sich die Europäische Kommission für die Verbesserung der Entwicklungsperspektiven des Landes ein – hierfür werden aus dem 10. Europäischen Entwicklungsfonds im Zeitraum 2008 - 2013 584 Mio. EUR zugewiesen.

„Millionen von Menschen in der Demokratischen Republik Kongo sind einer Notsituation ausgesetzt, die bereits so lange währt wie kaum eine andere Krise auf der Welt. Massive Vertreibungen sind seit nahezu 20 Jahren ein Dauerproblem. Das Land hat mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen. Angesichts dieser Lage stocken wir unsere Hilfeleistungen für die Demokratische Republik Kongo gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf“, erläuterte EU-Kommissarin Georgieva.

Die Zahl der Binnenvertriebenen wird auf 1,7 Millionen geschätzt, und 426 000 Kongolesen haben in Nachbarländern Zuflucht gesucht. Die dramatischen Auswirkungen des Konflikts lassen sich auch durch Zahlen veranschaulichen: Im Durchschnitt wurde bislang jeder Bürger des Landes während seines Lebens dreimal von seinem Heimatort vertrieben. „Der humanitäre Bedarf ist immens. Wir müssen verhindern, dass das gesamte Land zu einer einzigen vergessenen Krise wird, unter der 66 Millionen Menschen leiden“, sagte die EU-Kommissarin.

In drei der elf Provinzen des Landes - in Nord- und Süd-Kivu sowie in der Provinz Orientale - dauern die Konflikte seit Jahren weiter an. Die Europäische Kommission finanziert in diesen Provinzen verschiedene Hilfeprojekte. EU-Kommissarin Georgieva wird in die beiden Kivu-Provinzen reisen, wo in diesem Jahr innerhalb eines Monats mehr als 120 000 Menschen vor den wiederaufflammenden Kämpfen fliehen mussten.

In Kinshasa wird EU-Kommissarin Georgieva heute mit Vertretern der humanitären Partnerorganisationen und der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen zusammentreffen. In den kommenden Tagen wird sie nach Goma reisen, um dort von der EU finanzierte Projekte zu besuchen.

Zum Abschluss ihrer Reise wird sie am Internationalen Frauentag das von der Kommission finanzierte Krankenhaus in Panzi besuchen, in dem vorwiegend Opfer sexueller Gewalt behandelt werden. „Ich bin sehr froh darüber, den diesjährigen 8. März in der Demokratischen Republik Kongo zu verbringen. Die Menschen dort, die Konflikten, Armut, Vertreibung und sexueller Gewalt ausgesetzt sind, lehren uns durch ihre Widerstandsfähigkeit, was menschliche Würde ist“, so EU-Kommissarin Georgieva.

In einem Land, das mit einer Vielzahl komplexer und langwieriger Krisen konfrontiert ist, gestaltet sich die Verknüpfung zwischen humanitärer Hilfe, Rehabilitation und Entwicklung besonders schwierig. Daher verfolgt die Europäische Kommission bei ihrer humanitären Hilfe für die Demokratische Republik Kongo auch weiterhin einen langfristigen Ansatz.

Die Kommission, die seit 2005 im Land humanitäre Hilfemaßnahmen im Wert von 367 Mio. EUR finanziert hat, ist der wichtigste Hilfegeber der Demokratischen Republik Kongo. Die Kommission hat vor Ort insgesamt vier Büros eingerichtet, in Kinshasa, Bunia, Bukavu and Goma.

Hintergrund

Im Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index 2011) schneidet die Demokratische Republik Kongo sowohl bei der Lebenserwartung als auch bei der Bildung und beim Lebensstandard im weltweiten Ländervergleich am schlechtesten ab.

Aus Sicherheits- und logistischen Gründen gestaltet sich der Zugang zur notleidenden Bevölkerung vielfach sehr schwierig, Um die humanitäre Hilfe auch in abgelegene Gebiete bringen zu können, finanziert die Europäische Kommission einen humanitären Flugdienst, ECHO Flight. Drei der vier ECHO-Flight-Flugzeuge befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo, wo einige Gebiete nur nach Fußmärschen oder aus der Luft erreicht werden können. 2011 stellte die Kommission für ECHO Flight insgesamt 10 Mio. EUR zur Verfügung. 18 826 Passagiere und 378 Tonnen humanitäre Hilfsgüter für 200 Projekte in der Demokratischen Republik Kongo wurden mit ECHO Flight transportiert.

Weitere Informationen:

MEMO/12/155 - The European Commission's humanitarian work in the Democratic Republic of the Congo

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt :

David Sharrock (+32 2296-8909)

Irina Novakova (+32 2295-7517)


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