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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Equal Pay Day: Europäische Frauen verdienen im Schnitt noch immer 16,4 % weniger als Männer

Brüssel, 2. März 2012 - Nach den jüngsten, am Tag der Lohngleichheit von der Europäischen Kommission veröffentlichten Zahlen verdienen Frauen in der EU im Durchschnitt noch immer 16,4 % weniger als Männer. Der Europäische Tag der Lohngleichheit wurde am 5. März 2011 erstmals begangen (siehe IP/11/255). Heute begehen wir ihn EU-weit zum zweiten Mal. Das Datum bestimmt sich nach der Zahl von Tagen, die Frauen hätten zusätzlich arbeiten müssen, um den Lohn der Männer zu erreichen. Die Europäische Kommission möchte die europäische Öffentlichkeit für dieses Lohngefälle sensibilisieren. Der diesjährige Tag der Lohngleichheit soll vor allem die Arbeitgeber ansprechen und findet im Vorfeld des Internationalen Frauentages (8. März) statt.

„Der Europäische Tag der Lohngleichheit führt uns vor Augen, wie viele Arbeitstage und ‑stunden die Frauen seit dem 1. Januar „unbezahlt“ geleistet haben. Der Grundsatz „gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ ist seit 1957 in den EU-Verträgen verankert. Es ist höchste Zeit, dass er überall durchgesetzt wird,“ erklärte die für das Ressort Justiz zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission Viviane Reding.

Den jüngsten Zahlen zufolge betrug der durchschnittliche Lohnunterschied in der EU im Jahr 2010 16,4 %. Die Lage hat sich also gegenüber den Vorjahreswerten (17 % oder darüber) etwas verbessert. Die Wertespanne reicht von rund 2 % in Polen bis über 27 % in Estland.

Die geschlechtsspezifische Lohndifferenz – die durchschnittliche Differenz zwischen den Bruttostundenlöhnen von Männern und Frauen in der Wirtschaft insgesamt – bleibt groß, wobei zwischen den einzelnen Ländern und Sektoren erhebliche Unterschiede bestehen. Dies spiegelt die Schwierigkeit wider, Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen: Viele Frauen nehmen Elternurlaub oder arbeiten Teilzeit. Obwohl sich allgemein eine leichte Besserung abzeichnet, gibt es auch Mitgliedstaaten, in denen sich der geschlechtsspezifische Lohnunterschied derzeit vergrößert. Dazu gehören Bulgarien, Frankreich, Lettland, Portugal, Rumänien und Ungarn.

Sensibilisierungsmaßnahmen sind notwendig, um Arbeitgeber, Arbeitnehmer und alle Beteiligten darüber zu informieren, warum es nach wie vor geschlechtsspezifische Lohnunterschiede gibt und wie sie abgebaut werden können. Folgende neue Maßnahmen sind vorgesehen:

  • Veranstaltungsreihen für Unternehmen und Austausch von bewährten Praktiken zur Gleichstellung sowie von Methoden und Tools zum Abbau der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in Unternehmen;

  • ein Videoclip zur Illustration der bestehenden geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede;

  • eine aktualisierte thematische Website mit einer neuen Rubrik zum Abbau des geschlechtsspezifischen Lohngefälles mit Hilfe von Tarifverträgen; Instrumente zur Ermittlung geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede im Betrieb; Checkliste zur Gewährleistung von Lohngleichheit mittels Tarifverträgen;

  • eine Reihe nationaler Veranstaltungen in 17 EU-Mitgliedstaaten zur Verbreitung von Informationen zu Lohnunterschieden.

Hintergrund

Die Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles erfordert Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen, die es ermöglichen, die vielfältigen Ursachen anzugehen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass die Kommission eng mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeitet. Im Dezember 2011 hat die Kommission einen Austausch von bewährten Praktiken zum Abbau von Lohnunterschieden organisiert. Die deutsche Bundesregierung hat ein Tool vorgestellt, das 2009 ins Netz gestellt wurde (Logib-D) und es Unternehmen ermöglicht, ihr Lohngefälle zu analysieren. Österreich hat seine neuen Rechtsvorschriften vorgestellt, die die Lohntransparenz in Unternehmen verbessern sollen und unter anderem vorsehen, dass die Unternehmen jährlich über das Lohngefälle Bericht erstatten.

Dank der EU- und der nationalen Rechtsvorschriften über gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit ist die direkte Diskriminierung – Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, die genau der gleichen Arbeit nachgehen - zurückgegangen. Doch das Lohngefälle umfasst viel weitreichendere Aspekte, es spiegelt die anhaltende Ungleichbehandlung im Arbeitsmarkt insgesamt wider.

Weitere Informationen:

Europäische Kommission – Das geschlechtsspezifische Lohngefälle

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/gender-pay-gap/index_de.htm

Generaldirektion Justiz – Neuigkeiten:

http://ec.europa.eu/justice/newsroom/index_de.htm

Homepage von EU-Justizkommissarin Viviane Reding, Vizepräsidentin der Kommission:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Anhang

 

Kontakt:

Matthew Newman (+32 2 296 24 06)

Mina Andreeva (+32 2 299 13 82)


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